Vorsicht Falle: heute geht es nicht nach Schema F – gar nicht❣️

Du wundervolle und hochsensible Seele,
heute möchte ich dir 18 Lebensfallen
vorstellen, die zur sog. Schematherapie
gehören.

Hochsensibel und empathisch zu sein, bedeutet für mich, dass viele Ereignisse in meinem Leben in der Nachschau so ganz und gar nicht nach einem Schema F einzuteilen sind.
Also nicht routinemässig, stereotyp oder gedankenlos, oder was die Welt noch so unter diesem Synonym verstehen mag.

Also : Vorsicht Falle

Die 18 Schemata 

Schemata sind nach *Jeffrey Young* sogenannte Lebensfallen, welche aus Erinnerungen, Gefühlen, Gedanken und Körperwahrnehmungen bestehen. Sie entstanden meist früh in der Kindheit oder Jugend durch Verletzungen der menschlichen Grundbedürfnisse.
Im Verlauf der Zeit wurden sie stark herausgeprägt und sind für den Betreffenden meistens sehr belastend und problematisch.
Nicht nur in Bezug auf sich selbst, auch  in Beziehungen.
Diese können ertragen, vermieden oder überkompensiert werden.

Diese 18 Schemata sind:
(Ich schreibe in ich- Form, um diese Fallen deutlicher zu beschreiben.)

  • Verlassenheit/Instabilität:
    Ich bin der festen Überzeugung, dass wichtige Beziehungen sowieso nicht halten werden, verbunden mit der ständigen Angst, von anderen Menschen sowieso verlassen oder im Stich gelassen zu werden.
  • Misstrauen/Missbrauch:
    Ich bin immer in „Hab-Acht-Stellung“ und bin ständig „Auf-der-Hut“. Ich bin gefangen in der Befürchtung, von anderen absichtlich verletzt oder missbraucht zu werden.
  • Emotionale Entbehrung:
    Die allermeiste Zeit meines Lebens hatte ich niemand, der sich in meine wahren Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse eingefühlt und sich mit echtem Interesse um mich und meine Bedürfnisse gekümmert hat.
  • Unzulänglichkeit/Scham:
    Ich lebe in der festen Überzeugung, es niemals wert zu sein, von anderen Liebe, Aufmerksamkeit oder Respekt entgegengebracht zu bekommen, egal wie sehr ich mich auch bemühe.
  • Soziale Isolierung/Entfremdung:
    Das Gefühl, in keine Gruppe hineinzupassen und keine echte emotionale Verbindung zu anderen Menschen herstellen zu können
    ist mein ständiger Wegbegleiter und meine feste Überzeugung.
  • Abhängigkeit/Dependenz:
    Das Gefühl der Hilflosigkeit; und mich nicht imstande zu sehen, ohne Hilfe anderer Entscheidungen zu treffen oder Dinge anzugehen.
    Ich werde es nie alleine schaffen.
  • Anfälligkeit für Schädigungen oder Krankheiten:
    Ich bin überzeugt, mich dauernd vor beängstigenden Schädigungen (z.B. durch Naturkatastrophen, Unfälle, Krankheiten, bestimmte Keime etc.) schützen zu müssen bzw. diesen ausgeliefert zu sein.
    Ich habe keinerlei Abwehrkräfte, so glaube ich.
  • Verstrickung/Unterentwickeltes Selbst:
    Mein schwaches Gefühl für meine eigene Identität nährt in mir das unbändige Bedürfnis, mich sehr oft mit anderen Menschen zu „verstricken“ oder mich an sie zu hängen, um mich vollständig zu fühlen. Ich fühle mich verloren und unvollständig.
  • Versagen:
    Die Überzeugung, niemals Erfolg zu haben und weniger begabt/talentiert/klug als nahezu alle anderen Menschen zu sein, hat sich tief in meine Seele geprägt und wird auch im Aussen bestätigt.
  • Anspruchshaltung/Grandiosität:
    Die Überzeugung, dass Regeln und Konventionen, die für andere Menschen gelten, für mich selbst nicht relevant sind, geben mir das Gefühl ein besserer Mensch zu sein, ich bin grandios.
  • Unzureichende Selbstkontrolle:
    Selbstdisziplin ist für mich ein Fremdwort und meine Frustrationstoleranz geht gegen Null.
    Begonnene Aufgaben kann ich einfach nicht fertig machen und ich neige dazu, sehr schnell aufzugeben.
  • Unterwerfung:
    In meinen Beziehungen lasse ich den anderen stets die Oberhand und es ist mir sehr wichtig, den anderen zu gefallen, um nicht zurückgewiesen oder abgelehnt zu werden.
  • Selbstaufopferung:
    Ich muss immer für andere da sein zu, mich intensiv um alle anderen  kümmern. Meine eigenen Bedürfnisse müssen warten, stehen hinten an. Ich fühle mich schuldig, wenn meine eigenen Bedürfnisse sich melden, deshalb übergehe ich sie wann immer ich es kann.
  • Streben nach Zustimmung und Anerkennung:
    Es ist mir sehr sehr wichtig, bei anderen einen guten Eindruck zu hinterlassen; meine äußere Erscheinung und sozialer Status sind wichtige Eckpfeiler in meinem Leben. Ich weiß, was sich gehört.
  • Negativität/Pessimismus:
    Mein Fokus ist immerzu auf meine Sammlung an Enttäuschungen, Fehltritte, peinliche Situationen gerichtet, verbunden mit übermäßiger Angst davor, wieder folgenschwere Fehler zu machen.
  • Emotionale Gehemmtheit:
    Ich habe richtig Angst davor, meine Gefühle zu zeigen oder spontan zu sein, weil ich peinlich auffallen oder nicht verstanden werden könnte.
  • Unerbittliche Standards:
    Meine übertrieben kritische Haltung mir selbst und/oder anderen gegenüber macht mir das Leben schwer. Das Bestreben, immer der/die Beste sein zu müssen ist anstrengend und geht einher mit einem sich ständig „Unter-Druck-Fühlens“.
  • Strafneigung:
    Auch kleinste Fehler müssen bestraft werden. Ich kann und will weder mir selbst gegenüber, noch gegenüber anderen Fehler vergeben oder Schwächen akzeptieren. Nur durch Strafe lernen wir, besser zu werden.

    Erstmal durchatmen – und dann Hand aufs Herz:

Viele hochsensibel Geborene werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in eine dieser Lebensfallen getappt sein.
Da wir von je her über ein filigranes und feinsinniges Neuronales System verfügen, wirken diese massiven Verletzungen unserer besonderen zutiefst menschlichen Grundbedürfnisse wie autark und unbewusst in unseren schillernden Erinnerungen, intensivsten Gefühlen, chaotischen Gedanken und völlig verdrehten Körperwahrnehmungen.

Solltest du, wunderbare und sensitive Seele in eine oder gar in jede dieser beschriebenen Lebensfallen getappt sein, und dir deinen unglaublich schlauen Schädel schon seit ewigen Zeiten darüber zermartern, warum dir immer wieder die gleichen Dramen passieren und du immer und immer wieder an denselben Punkt im Leben scheiterst und einfach gefühlt nicht weiterkommst, …

Nun,
zumindest hast du ab heute eine plausible Erklärung dafür.

Als hochsensibles Kind in eine normalsensible Familie geboren zu werden, um dann in einer wenig bis gar nicht sensiblen Gesellschaft aufzuwachsen ist ja schon eine nicht zu unterschätzende Aufgabe.
Wenn dann noch deine zutiefst menschlichen Bedürfnisse nicht befriedigt oder gar verletzt wurden. …

Alles hat seinen Grund, seine Ursache.

Hochsensibel und empathisch zu sein, bedeutet für mich, dass viele Ereignisse in meinem Leben in der Nachschau so ganz und gar nicht nach einem Schema F einzuteilen sind.

Im Annehmen dieser Tatsache, und mir einzugestehen, dass ich in die eine oder andere Lebensfalle geraten bin, war der erste Schritt auf dem langen Weg zu meiner Heilung.
Dabei geht es nicht um Schuld oder Rache.
Es war so, wie es war.
Meine Kindheit ist vorbei, aber ich bin noch hier.

Ich habe in langen Jahren des Trainings, mit Erfolgen und sehr vielen Misserfolgen ein sehr gutes Gespür dafür entwickelt, wann ich in die Nähe einer dieser 18 Lebensfallen gerate, ungeklärte Zustände viel zu lange ertrage, Konflikte und Schwierigkeiten viel zu lange vermeide oder, und da bin immer noch Lehrling, Frust und Stress zu sehr überkompensiere mit ungesundem Verhalten.

Mir persönlich hat die Betrachtung dieser 18 Lebensfallen eine enorme Erleichterung und eine Erklärung für so manches Drama und Elend der Vergangenheit  in mein sensibles Lebenshaus gebracht.
Es ist nicht meine Schuld, und schon gar nicht mein Fehler, es waren Fallen, Lebensfallen, in die ich unglücklicherweise geraten oder getappt bin.

Ich wünsche dir ein
wundervolles Wochenende!
Sollte dir die eine oder andere
Lebensfalle wieder einfallen,
sei gnädig mit dir und den
Fallenstellern.
Ich glaube, sie hatten keine
Ahnung, meistens jedenfalls.

In Liebe und dankbar
heute sicher und munter
mit meiner hochsensiblen
Persönlichkeit zu leben
grüße ich dich
aus der Mitte meines
immer noch heilenden
Herzens.

❣️Deine Gerda❣️

Das war ein sehr persönlicher und ehrlicher Beitrag.

Wenn du dich angeschrieben oder betroffen fühlst, schreibe mir gerne an gerda@empathie.blog

 

Denn,
es gibt eine berechtigte Hoffnung diesem unsäglichen Fallenkreislauf
zu entkommen und mit Achtsamkeit, Leichtigkeit vertrauensvoll und zuversichtlich deiner Wege zu gehen, zu laufen oder zu springen.
In ein Leben mit Sinn und Lebensfreude.

 

Hochsensibel und mittendrin 

 

*Jeffrey E. Young ist ein US-amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut. Er lehrt an der Fakultät der Psychiatrischen Abteilung der Columbia University und ist Gründer und Leiter des Cognitive Therapy Center in New York und Connecticut sowie des Schema Therapy Institute in New York City.
Young ist bekannt als Begründer der Schematherapie,
einer Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie
.*

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