„Unter dem Kreuz“ oder „Eine Kerze in der Nacht“

Du wundervolle und einzigartige Seele,
heute ist Freitag, ob dieser Karfreitag
ein besonderer für Dich wird,
hängt massgeblich von
einer Person ab.

 

Von Dir.


Heute möchte ich mit Dir an einen schmerzhaften und finsteren Platz gehen. An den Ort der rückhaltlosen Hingabe und des ultimativen Loslassens. Dieser Platz ist so groß, dass jeder einzelne Mensch, der je gelebt hat und je leben wird, dort sein kann. Manche knien oder liegen mit den Gesicht zur Erde. Andere stehen einfach nur da. Ganz still.
Unter dem Kreuz gibt es keine Zeit, nur ein Erkennen.
Ich überlasse einer meiner Lieblingsnachtkerzen diesen Raum,
in der Hoffnung, dass dieser besondere Karfreitag im Jahr 2020
ein besonders heilsamer für Dich werden möge.
Du hast die Wahl!

Wo finde ich Frieden, Hoffnung und Gerechtigkeit?

Im Leben von Hochsensiblen, wie auch Normalsensiblen kommt es immer wieder zu Zeiten, in denen die Grundfragen des Menschseins
an die Oberfläche der Seele hervorbrechen. Etwas, was lange im Verborgenen lag, bricht sich unaufhaltsam Bahn.
Wut, Enttäuschung, Verrat, Betrug, Unverständnis, Ablehnung, Entwürdigung, Demütigung, Hass, Ungerechtigkeit, Angst, Eifersucht, Neid und alle ihre Komplizen drängen sich mit aller Macht ins Licht, lagen sie doch über Jahre unter einem dicken schwarzen Mantel der Verdrängung, des Nich-wahr-haben-Wollens und des Selbstschutzes.
Zu groß ist der Schmerz, sich einzugestehen, wie verletzt und zutiefst gekränkt wir sind. Ganz zu schweigen, von all denen, die durch unser ungeheiltes Herz ebenso gelitten haben und es noch tun.
Und dann kommt er, dieser Tag, diese Stunde, diese Minute,
die wir fast unser ganzes bisheriges Leben mit allen Mitteln versucht haben zu vermeiden, zu übertünchen, zu verdrängen, zu ignorieren.
Das klappt auch so lange unser Alltag unser Alltag ist und nichts Außergewöhnliches geschieht. Wir sind perfekt im Maskentragen.
Glaube mir, ich weiß, wovon ich hier schreibe, war ich doch einige Male in der Garderobe meines Lebenstheaters und je nach Stück,
lies ich mir die perfekte Maske zum Stück passend, anlegen.
Bis zu diesem Tag, dieser Minute, dieser Sekunde.

Wenn Du, sei es durch ein inneres oder äußeres Ereignis, wie aus dem Nichts, plötzlich mit Deinen Dämonen konfrontiert wirst, gibt es im ganzen Multiversum nur einen einzigen Ort, an dem Du mit Deinem ganzen Ballast und Deinem Koffer voller Masken überleben kannst.
Es ist ein furchtbarer Ort, ein einsamer Platz, ein stiller und zugleich ohrenbetäubender Fleck. Es riecht nach Tod und Blut, es ist grausam, und zugleich wunderschön. Es ist der Ort der absoluten Hingabe an das Leben, des Friedens mitten im Kampf, der Freude mitten im Leid.
Das Kreuz.

Zum Karfreitag fiel mir nur eine einzige Blume ein, die Nachtkerze.
Weißt Du, in meinen schwärzesten Stunden, als alle Masken gefallen waren und ich völlig nackt und bloss vor mir selber stand gab es ein paar Autoren, Mentoren, Lehrer, Tröster, Menschen, die mir mitten in der tiefsten Nacht der Seele geleuchtet haben. Manche waren wie Flutlichter, andere wie Teelichter und wieder andere haben mich mit ihrem zarten flackernden Licht erwärmt, mein Herz erhellt und mich in einer Art und Weise aufgerichtet, die übernatürlich ist – bis heute.
Einer von diesen Nachtkerzen ist Dietrich Bonhoeffer.
Ihn möchte ich hier und heute ehren und ihm das Feld überlassen:

Wir
haben Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus
 Christus. 
So ist nun auch Gottes Kampf gegen uns zu Ende gebracht. …
Jesus Christus starb für uns am Kreuz, vom Zorn Gottes geschlagen. Gott selbst hatte ihn dazu gesandt. …
Wunderbares Geheimnis – Gott hatte Frieden gemacht
mit uns durch Jesus Christus.
Unter dem Kreuz ist Frieden.
Hier ist Ergebung in Gottes Willen,
hier ist Ende unseres eigenen Willens,
hier ist Ruhe und Stille in Gott,
hier ist Friede des Gewissens in der Vergebung aller unserer Sünden.
Hier unter dem Kreuz ist der »Zugang zu der Gnade,
in der wir stehen« 
ist der tägliche Zugang zum Frieden mit Gott.
Hier ist der einzige Weg, den es auf der Welt gibt,
um Frieden mit Gott zu finden.
In Jesus Christus allein ist Gottes Zorn gestillt,
sind wir überwunden in den Willen Gottes hinein.
Darum ist das Kreuz Jesu Christi für seine Gemeinde
ewiger Grund der Freude und Hoffnung
der kommenden Herrlichkeit Gottes.
»Wir rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit“
Hier im Kreuz ist Gottes Recht und Sieg auf Erden angebrochen.
Hier wird einst aller Welt offenbar werden.
Der Friede, den wir hier empfangen,
wird ein ewiger herrlicher
Friede im Reich Gottes werden.

Dietrich Bonhoeffer

Quelle:
Illegale Theologenausbildung: Sammelvikariate 1937-1940

DBW Band 15, Seite 471f
Bibelstelle Römer 5 

 

Dieser Karfreitag im April 2020 kann DEIN persönliches
HIER unter dem Kreuz sein, an dem Ort der absoluten
Hingabe an das Leben mitten im Sterben,
des Friedens mitten im Kampf, der Freude mitten im Leid.

Wer einmal wirklich dort war, wird diese Erfahrung nie wieder vergessen und eine Chance bekommen, von nun an ohne Masken
leben zu dürfen. Welch eine Befreiung. Alle Schuld und Scham zu verlieren. Und endlich nach Hause kommen zu Dir.
So ist das mit dem Kreuz. Der Anblick ist kaum zu ertragen, weil ER alles erträgt, der Schmerz ist kaum zu erfassen, weil ER alles erfasst,
alles, was je ein Mensch fühlen und erleben kann, hängt dort am Kreuz. Die Liebe in Person. Die feine schimmernde Kerze in Deiner Nacht.
In Deiner dunkelsten Stunde, bevor der Neue Tag anbricht.

Je näher dieser Karfreitag rückt, desto mehr spüre ich es in mir,
und auch bei anderen, ich spüre diese ehrfürchtige Einladung.
Diese einmalige Aufforderung, noch ein letztes Mal in die Garderobe meines Lebenstheaters zu kommen, um mir dort ganz in der Stille und bei feinem Licht, auf einem bequemen Stuhl ganz gemütlich sitzend
die letzen Maskenreste abschminken zu lassen.
Die letzten “Staubkörner der Arroganz“ aus den Augen waschen,
den letzten Rest des alten Lippenstiftes von „Nach dem Mund reden“ entfernen und die letzte Make-down Schicht von “Unnahbarkeit und Misstrauen“ abzustreifen.
Ich will mich sehen. Ich bin bereit.


Hochsensibel zu sein, heißt für mich, diese Einladung anzunehmen
und eine Weile unter dem Kreuz im HIER und JETZT und HEUTE auszuharren.
Empathisch zu sein, heißt für mich, Dir zu zeigen, dass es dieses maskenlose Leben wirklich gibt und es sich lohnt, auszuharren,
unter dem Kreuz von Golgatha im HIER und ZETZT und HEUTE.


Die Kerze der (Nacht Oenothera biennis).
Sie blüht und leuchtet in einem hellen Gelb meistens
an Straßenrändern, Bahndämmen oder auf Ödland .
Ihren Namen trägt die Nachtkerze ganz zu Recht.
Denn ihre Blüten öffnen sich erst in den Abendstunden.
Dann „leuchten“ sie die ganze Nacht hindurch.
Sie verströmen dabei einen süßlichen Duft
und meist blühen sie nur bis
zum darauffolgenden Nachmittag.
Die Kerze der Nacht (Oenothera biennis). 

Du geliebte und wertgeschätzte Seele,
ich wünsche Dir von ganzem Herzen
einen Karfreitag, von dem Du sagen
oder schreiben wirst, dass Du mutig warst,
Dich hinzusetzen und hinzuschauen,
in den Spiegel Deiner Seele,
unter dem Kreuz.
Auf die Reste der Masken
in Deinem wunderschönen Leben,
egal ob Du sie selber aufgesetzt
oder auferlegt bekommen hast.
Sie dürfen heute im Vorschatten
von Ostern endlich gehen.
Du bist wertvoll.

In großer Dankbarkeit
und Liebe für
alle Maskenlosen,
nicht Makellosen Wesen.

❣️Deine Gerda❣️

 

Wenn Du Hilfe beim Abschminken oder eine Begleitung
unter das Kreuz möchtest, bin ich für Dich da.
Ich habe keine Angst und kenne den Weg.
Du bist herzlich eingeladen.
Ich bin zuhause!

Am Montag liest Du hier von mir, unsere Fastenzeit ist vorbei !
Und diese letzte Schönheit wird den diesjährigen Fastenzyklus beschliessen:

Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet,
soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit
und Heil unter ihren Flügeln.
Maleachi 4,2

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