Hochsensibilität und Urlaubszeit – Woche zwölf❣️

Hallo, sei herzlich gegrüßt aus der Mitte meines Herzens ❣️

Wir sind in Woche zwölf angekommen. Spätestens heute weißt Du, daß Urlaubszeit ist. Wenn Du Schulkinder in Deiner Familie hast und in Niedersachsen wohnst, hast Du schon eine Woche geschafft.
Gratulation von mir, nur noch fünf.
Ich frage mich manchmal, ob diese sechs Wochen Sommerferien überhaupt noch zeitgemäss sind. Oder in wiefern helfen Deine Kinder bei der Ernte mit?
Spaß beiseite, unsere Kinder und unsere Pädagogen haben eine Pause und Erholung von dem ganzen Schulstress redlich verdient.
Ärzte, Handwerker, Sachbearbeiter, Hairstylisten, Physiotherapeuten, alle machen Urlaub, sind nicht erreichbar.

Auch hochsensible Menschen machen Urlaub!
Aber kann man Urlaub und Erholung machen?
Was ist Urlaub?

Vorweg eine kleine Enttäuschung:

Kein Mensch ist in der Lage Urlaub oder Erholung zu machen.
Du kannst Dich genügend vorbereiten, das schon, aber machen?
Ich glaube eher nicht.
Dafür ist unsere Welt einfach zu komplex und zu instabil. Zickige Kinder, Regen und Donner, ein verstauchter Fuß, Hormone, ein Steuerbescheid am Abreisetag, ein Taifun am Urlaubsort, eine Insolvenz der Fluggesellschaft oder was das Schicksal noch so mieses auf der Verderberliste zu bieten hat.
Und selbst, wenn obige Katastrophen nicht zugegen sind, ist die Urlaubszeit für feinsinnige Leutchen wie mich eine enorme Herausforderung an mein fragiles Nervensystem.
Die folgenden 12 Überlebenstipps für hochsensible Urlauber und Urlauberinnen sind von mir persönlich in jahrelangem Selbstversuchen auf Wirksamkeit geprüft worden und funktionieren wirklich.

Wortbedeutung:

Es waren wohl die Ritter, die als erste um „Urlaub“ baten.
Ich will urloup von friunden nehmen“,
heißt es in einer Dichtung aus dem 13. Jahrhundert. „Urloup“ ist althochdeutsch und heißt so viel wie „Erlaubnis“.
Was die Ritter betrifft, so fragten sie wohl den König um Erlaubnis in die Schlacht zu ziehen, also Urlaub vom Leben am Hof, um zu kämpfen.
Da sie in dieser Zeit keine Steuern zahlen konnten, benötigten sie eine Erlaubnis zum Kampf. Zum erbitterten Kampf auf dem Schlachtfeld!

Man lese und staune!
Die ersten Urlaube der Menschheitsgeschichte hatten damit zu tun, den sicheren Ort der Burg zu verlassen, um? –
auf´s Schlachtfeld zu reiten und zu kämpfen. Nötigenfalls zu sterben.
Na bitte, da haben wir es!

Denn genau das bedeutet es, wenn Du als Mensch, der noch nichts oder noch nicht viel über seine Hochsensitivität weiß und dementsprechend danach lebst. Dann ist jeder Urlaub ein Kampf auf dem Feld.

Urlaub = Kampf

Du weißt, wovon ich schreibe, oder?
Die Entscheidung des Urlaubsortes, die Buchung, die Vorbereitungen, das Packen, das „Mama-denkt-für-alle-an-alles-Syndrom“, die Anfahrt, die Ankunft am Urlaubsort mit allem Neuen (Geräusche, Gerüche, Sinneseindrücke, Essen, Bett, Temperatur, etc …), der Urlaubsort selber mit seinen Vibes, neue Menschen, anderer Tagesablauf. Hilfe!

Falls das noch nicht reicht, um in Stress zu geraten, erreichen Dich noch die Erwartungen der Mitreisenden: “Es ist doch so schön hier, entspann Dich mal !“ oder „Wie, Du hast jetzt Migräne, wir wollen los!“ oder “Du willst schlafen? Wir sind hier nicht um zu schlafen, Du verpasst ja alles“

Am schlimmsten jedoch sind die unausgesprochenen Wünsche und Erwartungen an diese heiligen drei Wochen im Jahr. Denn jeder hat seine eigenen Bedürfnisse und seine eigene Art sich zu erholen, und zwar an Körper und Seele.
Wenn alle Mitreisenden eine Ahnung davon haben, wie für sie der perfekte Urlaub aussieht und sich trauen darüber zu sprechen, gibt es vor Ort wesentlich mehr Entspannungsmomente und Ruhe. Das mag anstrengend klingen, das ist es auch. Aber Deine Erholung und die Deiner Familie stehen auf dem Spiel.
Und ein Versuch ist es doch wert, stressiger als die letzten Jahre kann es ja eigentlich nicht mehr werden, oder?
Also, was hast Du zu verlieren?
Zum Glück geht es heutzutage nicht mehr um Leben und Tod auf dem Schlachtfeld. Zumindestens nicht körperlich. Seelische Schlachtfelder gibt es sehr wohl und die sind im Urlaub besonders beliebt, wenn man auf einmal Zeit hat, die gemeinsam nach Gestaltung sucht.

Damit Du am Ende dieser Ferienzeit nicht völlig erschöpft und ausgelaugt vom Urlaubsschlachtfeld heimkehrst, kommen hier nun die angekündigten TOP 12 der Schlachtfeldstrategien für empathische Wesen ausserhalb ihrer sicheren Burg:

  1. Erlaube Dir im Vorfeld zu überlegen, welche Art von Auszeit Du brauchst. Ist es ein Wanderurlaub oder ein Verwöhnprogramm, ein Aktivurlaub oder ein All-Inklusive-Süden-Urlaub, braucht Deine Seele Kultur oder Dein Gehirn einen Workshop, …
    Welche Art der Auszeit benötigst DU, damit Dein Tank wieder mit Lebensfreude und neuer Kraft gefüllt werden kann ?
  2. Erlaube Dir, falls Du mit anderen Menschen reist, sie auch zu befragen, um dann gemeinsam zu schauen, wie und wo die meisten eurer Bedürfnisse gestillt werden können. Ehrlich bleiben bitte.
    Da Du und ich kreative Genies sind, ergeben sich viele Möglichkeiten, in denen alle zur wohlverdienten Erholung kommen können.
    Welche Art des Urlaubs ist dieses Jahr für uns als Gesamtfamilie die Beste?
  3. Erlaube es Dir, Dich gut vorzubereiten!
    Als Anallesdenkender Mensch kannst Du einen Weg finden Dich gut auf die Ferien vorzubereiten. Dazu gehören Dinge wie: Rezepte für Dauermedikamente, Überweisungen, falls ein Arzttermin in die Ferien fällt, offene Rechnungen bezahlen, Blumenkümmerer organisieren, dringende Post vorher erledigen, Dich bei wichtigen Menschen abmelden (nicht nur physisch, auch psychisch), Klamottencheck, Geldcheck (gerade wenn Du ins Ausland fliegst, informiere Dich bitte vorher gründlich), Reiseapotheke auffüllen.
    Welche Dinge sind vor dem Urlaubsantritt zu erledigen, damit es krampffrei und mit möglichst wenig Chaos los gehen kann ?
  4. Erlaube es Dir am Tag der Abreise alles in Ruhe zu gestalten!
    Nichts ist schlimmer, als ein hektischer Überkopfstart in die Ferien. Früh genug aufstehen, in Ruhe frühstücken, letzte Sachen packen, Türen und Fenster schliessen. Checkliste für Abreise in die Alltpapiertonne und los geht die Reise.
    Welche Dinge sind am Abreisetag noch wichtig, welche können am Abend vorher erledigt werden. Nimm Dir vor der Abfahrt noch einmal fünf Minuten Zeit um Dich von zu Hause zu verabschieden. Atme und danke Deiner Burg, sag ihr, Du kommst bald wieder. (Das klingt jetzt vielleicht albern, ist für ein multikomplexes Gehirn unfassbar entlastend, sich nicht an zwei Orten befinden zu müssen.
    Also: Alltag aus/ Urlaub an.
  5. Erlaube es Dir, die Fahrt zu geniessen!
    Durchatmen, jetzt gibt es kein Zurück mehr, was Du eingepackt hast hast Du mit großer Gewissenhaftigkeit gepackt, was jetzt fehlt, brauchst Du nicht oder es kann besorgt werden. Falls Du nicht zu erschöpft von den ganzen Vorbereitungen bist, versuche Deine Gedanken auf den Weg zu lenken, was siehst Du, was hörst Du. Ganz Wichtig: Pausen machen, essen, trinken, etwas Bewegung. Und für Staus? Spiele für die Kinder, ein neues Hörbuch oder eine Witzrunde.
    Wie entspannt die Anfahrt schon sein kann, hängt eindeutig von der Intensität der Vorbereitung ab. Stelle Deine Seele auf freudige Urlaubsereignisse ein. Falls Du mit dem Auto unterwegs bist: tanke rechtzeitig, checke Wasser/ ÖL und Reifendruck bitte vorher.
    Versuche bitte so gelassen, satt und wach, wie es eben geht, am Ziel anzukommen.
  6. Erlaube Dir Zeit zum Ankommen zu nehmen!
    Geschafft, im Urlaubsdomizil angekommen, nimm Dir ein paar Minuten, um Deinem Gehirn mitzuteilen, dass Du dankbar für diese Auszeit bist und Du jetzt hier bist, um Dir den schönst möglichen Urlaub für alle zu wünschen. Trenne den Ort von vorherigen Gästen indem Du Dein Urlaubsreal für Dich in Anspruch nimmst. Verkünde Frieden, Freude, Erholung an Leib, Geist und Seele, Ruhe, Spass und neue Kraft für alle. Mache Deine Unterkunft für die nächst Zeit zu DEINER kleinen Burg.
    Ist das getan, packe in Ruhe Dein Gepäck aus und mache es Dir so gut es geht gemütlich und schön.
    Es ist wirklich ein Erfahrungswert von allen unglücklichen Reisen meines Lebens, wie wichtig das Ankommen ist. Auch wenn Deine Leute Dich für spuki halten. Wenn sie einen entspannten liebevollen Urlaub möchten, werden sie Dir diese kleinen Hilfsmittel gönnen- vielleicht sogar mitmachen.
    Welche Ankommrituale helfen Dir für den perfekten Urlaubsstart?
  7. Erlaube Dir zu akzeptieren, dass man die die erste Nacht vielleicht noch nicht so tief und erholsam schläft. Du bist im Urlaub, das waren stressige Tage, das Gepacke, die Fahrt, die neue Matraze. Gib Deiner Seele etwas Zeit um nachzukommen und versuche nicht dagegen zu kämpfen. Müdigkeit ist fast so belastend für Deinen Körper wie Hunger.
    Wenn Deine Leute los wollen, in die Umgebung, lass sie ziehen. Du kommst erstmal an. Und solltest Du tatsächlich etwas trotz akribischer Vorbereitung vergessen habe, schreibe Deinen Leutchen eine Liste, und lass sie den Ferienort schon mal erkunden. Das ist kein Problem.
    Vielleicht trinkst Du einen Tee und legst Dich noch mal ab. Deine Familie kann einen kleinen Snack mitbringen, den ihr gemeinsam am Nachmittag geniesst um dann gestärkt etwas zusammen zu unternehmen. Da ihr zuhause besprochen habt, daß es allen gut gehen soll, wird es kein Problem mit Eifersucht oder Beleidigtes Eingeschnapptsein mehr geben, wenn Du für Dich sorgst.
    Es ist wie es ist – gut!
  8. Erlaube Dir, euren Urlaub zu geniessen, die Zeit mit schönen Erinnerungen zu füllen, im Hier und Jetzt zu sein, vielleicht entdeckt ihr gemeinsam neue Welten, oder Du entdeckst ganz neue Seiten an Dir?
    Welche Freizeitaktivität hat Dich schon immer fasziniert?
    Reiten, Tauchen, Wasserski, Segeln oder Klettern? Der Urlaub eignet sich perfekt um völlig neue Fähigkeiten in Dir zu wecken. Vielleicht hast Du auch ein Malbuch dabei? Oder die  Biographie einer Person, die Dich inspiriert oder das Sudoko extra schwer, für das Du zuhause keinen Kopf hattest. Oder: lass Dich von den Angeboten vor Ort überraschen.
    Wo wolltest DU schon immer mal reinschnuppern ?
  9. Erlaube Dir Dich zwischendurch zurückzuziehen!
    Leider kannst Du auch in der wunderbarsten paradiesischen Umgebung Deine fehlende Reizfilterung nicht abstellen, aber das Wunder kann geschehen, denn je erfüllter und entspannter Du wirst in diesen Tagen, desto weniger machen dir die Dinge aus, die Dir zuhause so zu schaffen machen. Ein Urlaub birgt in sich die große Chance Dich losgelöst von den alltäglichen Verantwortungen von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Geschieht das, solltest Du dieses Gefühl von Selbsbestimmung und Leichtigkeit sehr bewußt speichern. Denn auch wenn es Dir gerade nahezu unmöglich erscheint:
    Der November-Rain wird kommen, so gewiß wie die nächste Welle.
    Welche Erinnerungen kannst DU bewußt speichern in Deinen Rückzugzeiten im Urlaub. Vielleicht schreibst DU auch Tagebuch?
  10. Erlaube Dir, Spaß zu haben, zu spielen, zu schaukeln, am Strand nach Muscheln zu suchen, eine Burg zu bauen, Eis zu essen, alles, was Dein Inneres Kind stärkt und aufbaut. Versuche einfach nur DA zu sein, schau Dir die Kinder an, wie sie völlig selbstverständlich im Spiel versunken sind. Sammle Federn oder Tannenzapfen. Folge Deinem Herzen, hier ist Raum und Zeit dazu.
    Welche Aktivitäten mochtest DU als Kind am liebsten?
  11. Erlaube Dir, Deine Tanks zu füllen und Dein Leben mit anderen zu teilen! Einmal richtig im Urlaub angekommen wird sich Deine neue Lebnskraft bemerkbar machen. Du hast wieder Lust auf Deine Leute,  eure gemeinsame Zeit lädt zu tiefen Gesprächen ein, zu Plänen, zu Verrücktheiten. Eine entspannte Urlaubsfamilie kann sehr viel Spaß mit sich haben und sollte es sich ergeben, auch mit anderen.
    Falls Dir danach ist, findest Du sogar nette Menschen, die gleichschwingend sind und so mancher, der eine Reise tut, findet am Ende nicht nur sich wieder, sondern auch Gleichgesinnte.
    All das kann passieren, muss aber nicht.
  12. Erlaube Dir Abschied zu nehmen!
    Alles hat ein Ende, auch Dein langersehnter Urlaub.
    Das Procedere ist wie bei der Ankunft – nur umgekehrt. Nimm Dir einen Moment, bedanke Dich für die schöne Zeit, wünsche den nächsten Feriengästen das Beste und schliesse gedanklich mit dieser Auszeit ab.
    Wenn alles einigermaßen geklappt hat, seid ihr alle gestärkt und man wird noch sehr lange in den höchsten Tönen über den ersten Familienurlaub erzählen, in dem ALLE nach ihrer eigenen Art zu neuen Kräften, mit neuen Anregungen und mit ganz viel Liebe für einander und für die Welt erfüllt wurden, erzählen.

Und wenn nicht, dann habt ihr es von Herzen versucht, und wißt hoffentlich im nächsten Sommer, worauf ihr eure Aufmerksamkeit lenken werdet. Es soll schliesslich die schönste Zeit im Jahr sein.

 

Das waren sie, die zwölf Überlebensstrategien für neurosensitive Urlauber. Mir ist völlig klar, daß Du an der einen oder anderen Stelle mit dem Kopf schütteln musstest. Solltest Du es sogar gewagt haben, Deinem Ehepartner oder einem Freund diese Liste lesen zu lassen, werden sie meine Tips für exorbitant übertrieben und unrealistisch halten.
Das ist in Ordnung !

In der Zwischenzeit bereite ich mich auf unseren Urlaub vor, der bedarfsgemäss verschiedene Anteile hat und wunderbar werden wird.
Neugierig?

Sicherlich werde ich hier berichten, in wieweit ich es geschafft habe mir  die Erlaubnis zu geben, einen erfüllten, erholsamen, inspirierenden, bewegten, fröhlichen, ausgelassenen, gechillten, harmonischen, liebevollen, actionreichen, satten, wachen, … Urlaub zu machen.
(Der arme Urlaub, ich hoffe nur er ist nicht hochsensibel !!)

Liebe Seele
von ganzem Herzen
wünsche ich Dir
einen Urlaub
der zu Dir passt
und allen Mitreisenden
wünsche ich Verständnis für uns,
die Komischen, mit den Macken.

Schöne Ferien

❣️Deine Gerda❣️

                                       Ich will urloup von friunden nehmen!

PSI:
Der König und die Königin haben Dir heute  ausdrücklich die Erlaubnis erteilt, eine Weile den Hofstaat zu verlassen. Es liegt also ganz in Deiner Hand, was DU daraus machst.

PSII:
Sollte es Dich am Wochenende ans Große Meer verschlagen, wirst Du tatsächlich und in Farbe auf den einen oder anderen Ritter stoßen.
Über ein hier gepostetes Selfie mit einem dieser Gefolgsleuten würde ich mich sehr freuen. Als Erinnerung an Deine Urlaubsschlacht?!
Ich werde auch da sein, um mir den erbitterten Seekampf um die Friesische Freiheit anzusehen.
Und das mitten im Urlaub, wenn das mal kein Zufall ist.
Wie DU auf das Schlachtfeld gelangst findest DU hier.

2 Antworten auf „Hochsensibilität und Urlaubszeit – Woche zwölf❣️“

  1. Es war wieder mal Herz ❤️ erfrischend und überaus lustig deinen Kommentar zum Thema Urlaub zu lesen… Ich habe mich sooo wieder gefunden in vielen Aussagen von dir .
    Gut das ich erstmal keinen Urlaub mache und somit viiiel Zeit habe um mich auf einen evtl. Urlaub vorzubereiten. Danke dir.

    1. Liebe Caro, danke für Deine lieben Worte ! Wenn du mal ein Stündchen Urlaub schnuppern möchtest, hole Dir gerne einen Tee am Meer bei uns ab.‍❣️

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