Fastentage: „Wertvorstellungen“

Du wunderbare Seele,
ich hoffe, Du hast einen guten Mittwoch.
Heute ist der 1. April, doch nach Scherzen
ist keinem zumute, oder?

Heute möchte ich mit Dir über eine Eigenschaft nachdenken,
die gerade bei hochsensiblen Menschen sehr ausgeprägt ist.

Viele hochsensible Menschen haben extrem hohe moralische und ethische Ansprüche an sich selbst und unbewußt auch an die Anderen.
Rücksichtnahme, Pünktlichkeit, Fleiß, Einfühlungsvermögen Verbindlichkeit, Ehrlichkeit, Anstand, … 
sind Selbstverständlichkeiten für uns.
Stimmen diese Vorstellungen nicht den örtlichen Beschaffenheiten überein, kann uns das bis ins Mark treffen und richtig kränken.
Es sei denn …

Die Freesie
gehört zur Gattung der Schwertliliengewächse und zeigt sich in etwa 15 verschiedenen Arten. Ursprünglich stammt diese Blume aus Südafrika und bezaubert durch ihren feinen verführerischen Duft.

Hauptsächlich weiß und gelb sind ihre Blüten, die sich an der Spitze eines fast blattlosen Stengels überhängend verteilen.
Neuere Züchtungen bringen auch Rosa- und Rottöne hervor.

Etwa 1866 hielt die Freesie ihren Siegeszug durch Europa.
Der Botaniker Christian Friedrich Ecklon brachte sie von einer Reise aus Südafrika mit und benannte sie nach seinem Freund, dem Kieler Mediziner Friedrich Heinrich Theodor Freese (1795-1868).

Aufgrund ihres verführerischen Duftes und den weißen und zarten gelben Farben wurde die Freesie gerne in Hochzeitssträußen verarbeitet. Sie sollte die zärtliche Verbundenheit zwischen den Liebenden symbolisieren. Liebe, Treue, Aufrichtigkeit und eine gesunde Portion Zärtlichkeit sind die Attribute einer glücklichen Vereinigung.

 

Heute wird es persönlich,
also ich meine so richtig persönlich!
Zuvor sei Dir geschrieben, Du wunderbare Seele, dass die nächsten Zeilen aus den Tiefen meines Herzens kommen, wohl wissend,
dass ich hier und heute so voller Liebe zum Leben und zu den Menschen frei und ohne jegliche Angst leben und lieben kann,
an ein mittleres Wunder grenzt.
In den letzten Tagen hören wir immer wieder die abenteuerlichsten
und furchteinflössenden Nachrichten, wir sind teilweise verwirrt
und verunsichert. Das bringt eine echte Krise wohl so mit sich.
Tiefe Glaubenssätze und Fundamente unseres Herzens werden auf die Probe gestellt. Wir bereuen, dass wir in guten Tagen nicht vorgesorgt haben, was tragende Beziehungen betrifft. So vieles, was wir aufgeschoben und weggedrängt haben, prallt jetzt mit vollster Wucht auf uns ein. In Krisen scheint es schwer zu sein, den inneren Ehrenkodex, dem man solange gefolgt ist gerecht zu werden.
Viele Menschen scheinen in niedrigste Inkstinkte zu verfallen und Dinge einzukaufen, an die man selber als Letztes denken würde.
Uns ist mittlerweile allen eines klar, in Krisen verhalten sich
Menschen anders als in friedlichen und sicheren Zeiten.

Vielen hochsensiblen Menschen ergeht gerade so wie mir.
Neben dem schlechten Gewissen, dass wir diese Lummerland-Zeit mit dieser himmlischsten Ruhe, dem blauen Himmel und dem unglaublichen Erblühen unserer geliebten Natur eigentlich perfekt für uns gemacht finden, uns aber kaum trauen, das laut zu sagen, gibt es da noch diese ebenso ansteigende Anzahl von Begebenheiten, die wir unmöglich finden und unsere Moralvorstellungen werden auf eine harte Probe gestellt.

Das, was ich für völlig normal und anständig halte, ist für mein erweitertes Umfeld und andere Menschen überhaupt nicht so.
Da prallen wieder mal Welten, wen nicht gar Universen aufeinander und ich frage mich, naturgemäß wie immer, woran das wohl liegen mag.
Es gibt viele Beispiel aus Gesprächen und Kommunikationen der letzten Wochen, die mich (fast) sprachlos zurückließen, jedoch eindeutig auf meine Hochsensibiltät, meine Wertvorstellungen zurückzuführen sind, und somit (noch) nicht als gesellschaftsfähig angesehen werden können.
(Aber bald, da bin ich sicher!)


Welche Werte und Moralvorstellungen sind in Dir wichtig?
Gehörst Du auch zu den Moralaposteln, Spassbremsen und Spielverderbern in der Vergangenheit?
Nimmst Du auch alles immer so genau?
Kommst Du gerade an Deine hohen Moralgrenzen?
Wie geht es Dir?
Könntest Du Dich auch stundenlang aufregen?
Welche Informationen, Gespräche hinterlassen Dich sprachlos?

Was soll ich schreiben?
Wie immer, solange es Dich und auch kein anderes Lebewesen stört, kannst Du gerne genau so weiter machen und Dich aufregen über die anderen, wie unmoralisch und furchtbar sie sich alle benehmen.
Sollten sich aber bei Dir Symptome wie Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Appetitlosigkeit oder Megahunger, Migräne, Magenbeschwerden oder Rückenschmerzen, Grübeln und diffuse Ängste aller Art anmelden, ist höchste Zeit …
Zeit,
anzuerkennen, dass Du eben wirklich anders bist, und eben aufgrund deiner Sensibilität andere Wertvorstellungen hast.
Zu versuchen, (soweit es geht) die Meinung und Haltung der Anderen stehen zu lassen, erstmal nur stehen lassen, das ist schwer genug.
Zu lernen, Dich und Dein Herz zu beruhigen und trief durchatmen, Deinen Fokus auf sichere und moralisch einwandfreie Aktionen lenken
und das scheint mir das Wichtigste:

Vielleicht ist die Zeit reif, Deine Werte neu zu ordnen und zu prüfen,
ob sie noch der gegebenen Zeitqualität entsprechen.
Welche Moralvorstellungen duften noch nach frischen Freesien und welche passen nicht mehr zu Dir, als Erwachsener mündiger Mensch.

„Lasst euch nicht zu Lumpen machen!
Zeigt menschliches Verhalten,
wo immer es möglich ist,
und vor allem,
schießt vor allem nicht
auf eure eigenen Landsleute!“
(Willy Brandt)

 

Ich glaube,
dass ist für einen Mittwoch
in dieser besonderen Zeit
genug  zum Nachdenken
und Nachsinnen!

In Aufrichtigkeit

❣️Deine Gerda❣️

PS:
Die Freesien duften so herrlich und sind ohne Frage mit dabei,
mein Fastenvorschlag für heute: “einen Tag darauf verzichten, andere von unseren Moralvorstellungen überzeugen zu wollen!“
Das wird hart, aber fasten darf auch mal herausfordern, oder?

Und morgen?
Du liest von mir und dem Knöterich.

PS:
Schreibe mir gerne, was Dich gerade so richtig aufregt, welche Werte bei Dir so richtig ins Schleudern kommen, oder einfach nur so.
Ich bin zuhause und freue mich aufrichtig über jedes Feedback,
gerade in diesen Zeiten sollten wir als hochsensible Landsleute zusammenbleiben und uns gegenseitig unterstützen, oder?

Eine Antwort auf „Fastentage: „Wertvorstellungen““

  1. Liebe Gerda, ich stimme Dir zu. In dieser Zeit prallen Welten aufeinander und vertauschen sich. Nun die die anderen anders und wir normal. Aber leider bleiben wir als solches noch immer in der Minderheit und müssen uns für unsere Ansichten rechtfertigen.

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