Fastentage: „Narzissen sind auch Blumen“

Du liebe Seele,
ich hoffe, Du konntest
Dein Wochenende
geniessen und bist bereit
für die nächste Fastenblume?!

Heute
möchte ich auf keinen Fall etwas über giftigen Schleim, narkotisierendem Duft, Eitelkeit und Zwiegespaltenheit schreiben. Auch über das traurige, überaus häufige Phänomen, der vergeblichen Liebesbemühungen von hochsensiblen Menschen zu narzisstisch veranlagten, anderen Menschen. Weder über Tod und Auferstehung, noch über die ersten Frühlingsboten im März.
All das sind relevante Betrachtungen zur Narzisse, der nächsten Schönheit in unserer Vase.
Über all das gibt es viele interessante Berichte zu lesen.

Ich dagegen möchte Dir heute das sog. Narzissenprinzip vorstellen, daß meines Erachtens, bei genauerer Betrachtung, viel mit Fasten im Moment, und Hochsensibilität zu tun haben könnte.
Bist Du bereit für einen investigativen Blick in die Zukunft?

„Der Unterschied
zwischen dem richtigen Wort
und dem beinahe richtigen Wort
ist derselbe Unterschied
wie zwischen dem Blitz
und einem Glühwürmchen.“
Mark Twain

Das trifft wohl diesen Montagsfastenblog am besten. Ich hätte tausend Wörter parat gehabt, um Dir alles Mögliche über diese besondere Frühlingsblume zu erzählen. Spannende und zutiefst erschütternde Geschichten ranken sich um dieses zarte Wesen aus der Familie der Amaryllisgewächse, die sich auch gerne mal Osterglocke nennt.
Eins ist klar, diese goldgelbe aus der Tiefe der Erde emporsteigende zarte Blume hat eine absolute Berechtigung, in unserem Strauss, obwohl ihr Schleim giftig und ihr Duft einschläfernd wirken kann.
Auch zum Thema Narzissmus und Empathie gibt es einschlägige Literatur und traurige Lebensgeschichten zu erzählen.
Doch nicht heute, heute liest Du hier von einem Garten, einem Ort,
an dem Narzissen zu Tausenden blühen.
Jedes Jahr.


Heute am 02.03.2020 möchte ich unseren Blick in die Zukunft lenken und Dir ein einfaches und hochwirksames Prinzip vorstellen, daß auf viele Lebensbereiche anwendbar und praktisch in der Umsetzung ist. Und zwar anhand einer Kurzgeschichte, dessen Quelle sich nach einiger Detektivrecherche auch 100% nachweisen lässt, und somit absolut glaubwürdig zu sein scheint. Eine ältere Homepage des Gartens von Alma Gene Bauer in South Carolina existiert noch. Ich habe Stunden des Staunens und des Weinens allein beim Lesen verbracht.
(Den Link teile ich mit Dir am Ende des Beitrags.)
Nun zur Geschichte:

Das Narzissenprinzip

Meine Tochter hatte mich mehrfach angerufen und gesagt:
„Mutter, du musst die Narzissen sehen, bevor sie verblüht sind.

Ich wollte immer kommen, aber von Laguna nach Lake Arrowhead war es eine Fahrt von zwei Stunden . „Ich komme am nächsten Dienstag
, versprach ich,  ein wenig zurückhaltend, bei ihrem dritten Anruf.

Der kommende Dienstag begann kalt und regnerisch.
Aber ich hatte es versprochen, also fuhr ich los. Als ich endlich in Carolyns Haus angekommen war und meine Enkelin begrüßt hatte sagte ich: „Vergiß die Narzissen, Carolyn! Die Straße ist vor lauter Nebel kaum zu erkennen und es gibt außer Dir und diesen Kindern nichts auf der Welt, wofür ich auch nur einen Zentimeter weit fahren würde!

Meine Tochter lächelte und sagte entspannt:
„Wir fahren jeden Tag bei diesem Wetter, Mutti.

„Nun, mich bekommst du nicht auf die Straße, bevor es aufklart.
Und dann mache ich mich auf den Heimweg
machte ich ihr klar.
„Ich hatte gehofft, du würdest mich zu der Werkstatt fahren, damit ich mein Auto abholen kann. sprach meine Tochter.
„Wie weit müssen wir fahren?
„Nur ein paar Häuser weit.
sagte Carolyn.
„Ich fahre. 
Ich bin das hier gewohnt
Nach ein paar Minuten fragte ich:
„Wohin fahren wir? Das ist nicht der Weg zur Werkstatt!

„Wir nehmen den langen Weg dorthin,
lächelte Carolyn.
„Entlang an den Narzissen.

„Carolyn
“, sagte ich in ernstem Ton. „Dreh bitte um.
„Es ist schon in Ordnung Mutter, versprochen.
Du wirst es dir nie verzeihen, wenn du dieses Erlebnis verpasst.

Nach etwa zwanzig Minuten bogen wir auf einen schmalen Schotterweg ab und ich sah eine kleine Kirche. An der langen Seite des Gebäudes sah ich ein handgeschriebenes Schild, auf dem „Narzissengartenstand. Wir stiegen aus und nahmen jeder ein Kind an die Hand. Dann folgte ich Carolyn.
Als wir um die Ecke kamen, blieb mir der Atem stehen.
Vor mir zeigte sich einer der wundervollsten Ausblicke. Es sah aus, als hätte jemand ein Fass voll Goldstaub genommen und über die Bergwiesen ausgeschüttet. 
Die Blumen waren in majestätischen, bandähnlich abwechselnden Mustern aus leuchtendem Orange, Weiß, Zitronengelb, Lachsrosa, Safran und Creme angepflanzt.
Jede unterschiedliche Farbe war so eingesetzt, daß das ganze Bild einem reißenden, wirbelnden Fluss mit einzigartigen Schattierungen glich. Es war eine Fläche von etwa zwei Hektar voller Blüten.
„Aber wer hat all dies hier geschaffen? fragte ich Carolyn.
„Es ist nur ein einzige Frau,“ antwortete sie.
„Sie lebt hier. Das ist ihr Heim.

Carolyn zeigte auf ein gepflegtes Häuschen, das inmitten all dieser Pracht klein und schlicht wirkte. Wir gingen auf das Haus zu.
Auf der Veranda hing ein Plakat.

Antworten auf Fragen, die Sie stellen werden :

Die erste Antwort war einfach.
50.000 Setzlinge

Die zweite Antwort lautete:

Eine nach der anderen. Von einer einzigen Frau.
Zwei Hände, zwei Füße und mäßig viel Gehirn.


Die dritte Antwort lautete:

Begonnen im Jahr 1958

Das war es, das Narzissen-Prinzip.
Für mich stellte dieses Erlebnis eine lebensverändernde
Erfahrung dar. Ich gedachte dieser Frau, die ich nie gesehen hatte, die vor über 40 Jahren angefangen hatte, einen Setzling nach dem anderen zu pflanzen, um ihre Vision von Schönheit und Freude auf diesem seltsamen Berggipfel zu verwirklichen. Und nur das einfache Einpflanzen von einem Setzling nach dem anderen, Jahr für Jahr hatte die Welt verändert. Diese unbekannte Frau hatte etwas Großes von unbeschreiblicher Pracht, Schönheit und Inspiration geschaffen.

„Auf gewisse Weise stimmt es mich traurig. gab ich vor Carolyn zu. „Was hätte ich alles erschaffen können, wenn ich mir vor 35 oder 40 Jahren ein wundervolles Ziel ausgesucht und all die Jahre nach der Methode Setzling um Setzling an seiner Verwirklichung gearbeitet hätte. Denk nur, was ich hätte erreichen können ?

Meine Tochter fasste die Botschaft des Tages auf ihre übliche direkte Weise zusammen.
„Fang morgen damit an!
sagte sie.
Wir sagen uns immer, daß das Leben besser würde, wenn wir verheiratet sind und eine Familie gründen. Dann sind wir unzufrieden, weil unsere Kinder noch nicht groß genug seien und daß wir zufrieden wären, wenn sie es sind. Danach sind wir frustriert, weil wir es mit Teenagern zu tun haben. Wenn sie aus dem Alter einmal heraus sind, dann werden wir sicher glücklich sein. Wir reden uns ein, dass unser Leben vollständig ist, wenn unser Lebenspartner seine Dinge geklärt hat, wenn wir ein schöneres Auto haben, wenn wir uns einen exotischen Urlaub leisten können oder wenn wir in den Ruhestand treten …

Die Wahrheit ist, es gibt keinen besseren Augenblick
um glücklich zu sein, als den jetzigen.

Wenn nicht jetzt, wann dann?
Dein Leben wird immer aus Herausforderungen bestehen. Es ist das Beste, sich diese Tatsache einzugestehen und sich zu entscheiden, jetzt glücklich zu sein.
Schätze also jeden Augenblick, den Du hast und schätze ihn umso mehr, wenn du ihn mit einem besonderen Menschen verbracht hast, wertvoll genug, um deine Zeit mit ihm zu verbringen und bedenke,
daß die Zeit auf niemanden wartet.

Höre also auf, zu warten …

Bis dein Haus oder dein Auto abbezahlt ist.
Bis du ein neues Haus oder ein neues Auto bekommst.
Bis deine Kinder ausziehen.
Bis du wieder zur Schule gehst.
Bis du die Schule beendest.
Bis du abnimmst.
Bis du zunimmst.
Bis du heiratest.
Bis du geschieden bist.
Bis du Kinder hast.
Bis es Sommer ist.
Bis es Frühling ist.
Bis es Winter ist.
Bis es Herbst ist.
Bis du stirbst …

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, um glücklich zu sein.
Glück ist eine Reise, kein Zielort.
Genieße es!

 

Soweit die kurze Geschichte um den Narzissengarten.
Heute ist ein Tag, um Deinen Blick auf etwas Schönes und Freundliches zu lenken, um inspiriert zu werden von der Pracht und  Herrlichkeit, die sich in jedem Aufblühen einer einzigen Narzisse zeigt.

Heute, 
lade ich Dich ein, mit Deinen Augen zu fasten!
Augen zu von dem alltäglichem Grau in Grau (dreckige Fensterscheiben, furchtbare Nachrichtenbilder, etc.), hin zu den offenen Augen für die mannigfaltigen Kreationen der Frühlingsboten.
Ein Fasten von Resignation und Gedanken, wie „ist doch eh alles sinnlos und zu spät“ wäre was für Fortgeschrittene.
Es kann viel Schönes und Prächtiges geschehen, auch in ganz kleinen Aktionen, wie im Pflanzen von Narzissenzwiebeln, Jahr für Jahr und Zwiebel für Zwiebel. (Und jetzt weine ich schon wieder, weil die Idee mich so berührt)
Du magst denken, daß ein einzelner Mensch das Gesicht dieser Welt nicht verändern kann? Und doch geschieht es.
Jedes Lächlen, jedes schöne Bild, was Du digital teilst, jede freundliche Geste, jedes gute Wort …, all das hat die Kraft, diesen Planeten zu einem besseren Ort zu gestalten. Jeder wohlwollende Gedanke, jedes segnende Gebet..

Um mit Mark Twain diesen Beitrag zu beenden, hoffe ich natürlich, daß dieses wunderbare Narzissenprinzip wie ein Blitz der Lebensfreude in Dein und mein Herz einschlägt.
Sollte es jedoch auch nur ein winziges Glühwürmchen der Hoffnung sein, in Deiner Nacht, und Du kaum glauben kannst, daß Du auch die Kraft hast, aus der Dunkelheit Deiner Seele ans Licht zu kommen und einen neuen Frühling zu erleben, bin ich auch sehr glücklich und zufrieden.

In diesem Sinne
auf ein Wort,
bis morgen

❣️Deine Gerda❣️

Hier ist der oben versprochene Link zur nostalgischen (leider englischsprachigen) Homepage von Alma Gene Bauer.
Dort findet sich auch die Kurzgeschichte unter „The secret Garden“ im Original wieder.

http://www.oocities.org/thedaffodilgarden

Morgen ist Dienstag, welche Blume passt zu
Passion, Versorgung, Mut und „Setzling für Setzling“?

Ich verspüre den Duft von Veilchen, und Du?

Eine Antwort auf „Fastentage: „Narzissen sind auch Blumen““

  1. Die Geschichte mit den Narzissen ist wunderschön! Wie sagt man so schön dazu? „Ich habe sie sehr geliebt!“ und werde es auch weiter tun. Vor allem aber zeigt es sich bildlich, was passiert, wenn man endlich anfängt, Stück für Stück, Tag für Tag. Und am Ende hat man (s)ein Kunstwerk geschaffen. Danke für diese Tolle Metapher, liebe Gerda!

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