Fastentage: „Hilfe, ich sehe nur noch Bambus!“

Du wertvolle und kostbare Seele,
die Schirmchen der Pusteblume
sind in alle vier Winde verstreut.
Danke für Deine Hilfe diesen
blog auf diese Weise zu beleben.


Hochsensibel und resilienzfördernd möchte ich Dir heute eine ganz besondere Pflanze vorstellen, die mich und meinen Mann in den letzten Jahren wirklich etwas über Hartnäckigkeit und Widerstand gelehrt hat,
und an dem sich die Gartengeister wirklich scheiden.
Er ist eine Zumutung und gleichzeitig ein Superheld.


Heute liest Du über einen kleinen unscheinbaren, winzigen, grünen  Ableger, der mir eines Tages ohne böse Absicht (so dachte ich zunächst) von meinem Nachbarn geschenkt wurde.
Voller Freude eingepflanzt begann unsere Gartenodyssee mit –
Mister Bambus.

Hätten wir das nur gewußt …

Bambus in Ostfriesland?

Wir sind  in der Mitte der Woche angekommen und ich bin immer wieder voller Staunen, wer und vor allem wo Menschen diese Zeilen lesen und auf welche Art sie drauf reagieren. DANKE dafür.
Anhand eines internen Aufrufungszählers können geschulte Augen sehen, dass täglich mehrere Male auf diesen blog geklickt wird.
Das ist wirklich wundervoll.

Überhaupt so gar kein bisschen wundervoll dagegen hat sich Mister Bambus in unserem Garten benommen, nachdem ich ihn liebevoll eingepflanzt hatte, denn er hat sich dermassen ausgebreitet, daß wir in den letzten drei Jahren zu extrem krassen Maßnahmen greifen mussten, um dieses Supergewächs irgendwie einzudämmen oder gar wieder los zu werden.
Ein Bambus in einem ostfriesischen Blumengarten ist an sich  schon ein merkwürdiger Gedanke, aber, wenn der Nachbar mir einen Ableger schenkt, dann sagt Gerda auch nicht Nein.
By the way: Ein richtiges ehrlich NEIN zu sagen wäre in diesem Fall die einzig richtige Antwort gewesen, nur so als Tipp am Rande.
Manchmal ist ein NEIN das einzig richtige Wort zu Stunde.
Ich habe sehr oft in meinem Leben JA gesagt und NEIN gefühlt.
Das ist viel besser geworden, brauchte aber echt Übung.

Hätten wir damals gewußt, was wir uns da ins Beet gepflanzt haben-
Hilfe!

Bambusfakten

In Kontinenten wie Asien, Amerika und Australien wird
Bambus für fast alles verwendet:
Bodenbeläge, Möbel, Arbeitsplatten, Kisten, Küchenutensilien und andere Gebrauchsgegenstände, Papier, Seile und Textilien, Dachdeckungen, Fassaden, Bewässerungsrohre, Flöten, Korbwaren, Zäune, Schirme, Leitern, Matten, Rollos, Jalousien, Sichtschutz-Wände, Fenster, Türen, Treppen und vieles mehr.
Das Holz ist ein vielseitiges Baumaterial für Brücken und Häuser,
wobei die Festigkeit der Rohre ausgenutzt wird.
Die Sprossen werden als Nahrungsmittel vermarktet
und sind die Leibspeise der Pandabären.
Bambus wird auch gerne zur Dekoration angebaut
oder als Zierpflanze im Topf gehalten.
Das dichte Wurzelwerk hält neben erodierenden Flüssen die Erde zusammen.

Dieses Holz ist sehr hart, zäh, leicht, elastisch, wasserfest, formstabil, widerstandsfähig und unempfindlich.
Seine Verwendung hat  enorme ökologische Vorteile, weil das Material extrem schnell nachwächst und der Bestand nicht in Gefahr ist.

Als Heilpflanze  glänzt er  nicht nur in der TCM und im Ayurveda, sondern auch in der Anthroposophischen Medizin.
Er soll hilfreich sein bei Beschwerden an der Wirbelsäule.
Die Bambussprossen sind wie Gemüse essbar und enthalten
viel Kieselsäure. Kieselsäure ist wichtig für die Zähne, die Haut,
die Haare, die Nägel, das Bindegewebe und die Knochen.
Aus den Bambusblättern kann ein Tee gebraut werden,
der entwässernd wirkt.
Bambus-Extrakt ist außerdem gefragt für die Anti-Aging-Pflege
und als Zusatz zu Kosmetikprodukten.
Auch homöopathische Mittel gegen Burnout sind erhältlich.

Das malerische Riesengras  gilt als Symbol für
Elastizität, Widerstandskraft, Wachstum, Klarheit, Reinheit, Ehre, Lebenskraft und Lebenswillen.
Die Signatur der Pflanze ähnelt dem Rückgrat des Menschen.
Es gibt Halt und ist biegsam zugleich.
Bambus-Pflanzen wirken verwurzelt und bodenständig, aufrichtig und mutig, geradlinig und schlankgeschmeidig und elegant, stärkend und vitalisierend.
Sie speichern viel Sonnenenergie und haben
eine warme Ausstrahlung, aber eine kühlende Wirkung.
Bambus-Halme im Topf oder Wasserglas werden gerne als Glücksbringer verschenkt.

Und als ob das nicht reichen würde, um zur Superheldenpflanze des ganzen Universums gekürt zu werden. Nein, das hier habe auf einer Bambusliebhaberinternetseite auch noch gefunden :

Bambus trotzt allen äußeren Umständen,
so war Bambus die allererste Pflanze,
nach der Atomkatastrophe in Hiroshima (1945),
die wieder erblühen konnte
und ein Zeichen von
wiederkehrendem Leben gesetzt hat.“

 

Bei diesen ganzen Lobeshymnen auf den Bambus fällt es mir besonders schwer, etwas zu finden, was objektiv und argumentativ logisch, verstandesmässig gegen diese Wunderpflanze spricht.

Und trotzdem !
Mister Bambus hat mein Nervensystem in den letzten Jahren wirklich zur Überlastung gebracht, keine Frage, dieser Typ nervt mich kolossal.
Und was meinen Nachbarn betrifft? Er hatte wohl auch keine Ahnung, was er sich dort in sein Gartendomizil geholt hat und kämpft seit einiger Zeit Seite an Seite mit uns, auch mit mehr oder weniger Erfolg.
Er hatte auch keine Ahnung.


Heute
möchte ich darüber schreiben, wie elementar wichtig die Umgebung, der Wohnort, der Platz, der Ort, der Kontinent das Land und die Stadt ist, an dem Du lebst, arbeitest, liebst und leuchtest für Dein geistiges und seelisches Wachstum ist und welche Bedeutung das Umfeld für Dein persönliches Erblühen haben kann.

Nach dem oben erwähnten Faktenscheck, liegt es mir ferne auch nur eine Negative Eigenschaft über Mister Bambus zu schreiben.
Er ist toll, ein Allrounder, er wächst und gedeiht ohne viel Ansprüche, braucht keinen Dünger und man kann nahezu alles von ihm mannigfaltig verwenden.
Wäre er ein menschliches Wesen, so würde er sicherlich alle Avengers und Superhelden aller Dekaden in sich vereinen.
Er hätte bestimmt schon ein Denkmal irgendwo,
oder eine Briefmarke würde sein Konterfei zieren, so berühmt wäre er.

Bitte verstehe mich richtig,
Experten aller Länder sind sich über die Wichtigkeit des Rohstoffes  Bambus für den Fortbestand des Planeten sicher.
Keine Frage, der kann an einem Tag über einen Meter wachsen.
Wir stellen also fest:
Mister Bambus ist großartig und phänomenal !!

Nur bitte nicht in unserem kleinen, mit so viel Liebe und Freude angelegten, schönen, ostfriesischen Bauerngarten.
Hier nervt er nur.
Und das gewaltig.
Ich mag ihn nicht.
Nicht hier.

Warum?
Weil er einfach nicht hier her gehört. Er passt nicht zu uns, so sehr wir uns auch um Inklusion oder wenigstens Integration gerungen haben. Mister Bambus ist frech und behindert die anderen Blumen und Büsche beim Wachsen. Er gefährdet permanent die Sicherheit meiner Kinder, denn seine Wurzeln graben sich unerlaubt und massiv unter die Gehwege und machen aus ihnen lebensgefährliche Stolperfallen.

Kurz geschrieben, nach mehreren Jahren der intensivsten Bemühungen ihn hier ins System, in die heilige Ordnung, ins Gartenkonzept einzugliedern, müssen wir den traurigen und einzig logischen Entschluss fassen, der da heißt:
Mister Bambus muss gehen, am besten in diesem Frühling noch.

1500 verschiedene Bambusarten wachsen mittlerweile auf allen Kontinenten der Erde, mit Ausnahme der Antarktis .
Bis heute, denn so wie ich dieses Gewächs kennengelernt habe, in dieser Stärke und diesem eisernen Willen immer weiter zu wachsen und zu wachsen werden sicher bald auch die Pinguine und Eisbären,
an den immer kleiner werdenden Polen Bekanntschaft mit ihm machen. Mister Bambus wird sich durchsetzen und was für Pandabären eine Delikatesse ist kann den tierischen Polbewohnern auch nicht schaden, oder?

Du liebe Seele,
was hier etwas überspitzt und lustig klingt, ist für den Lebensweg eines Menschen mit feinsten Antennen und einer filigranen Auffassungsgabe ein Paradebeispiel für die Wichtigkeit des physischen Ortes, dem Platz, wo Du lebst, liebst und leuchtest.
Übertragen wir das Dasein unseres Bambusses auf die Tatsache, dass es den allermeisten Mitmenschen, Mitarbeitern, Kollegen, Partnern und  Freunden von hochsensiblen feinsinnigen Menschen genau so ergeht wie uns mit Mister Bambus können wir folgende Hypothese aufstellen:
„Wir nerven einfach nur !“ 
Echt!

Warum ?

Weil Du und ich, mein lieber Freund, meine liebe Freundin sehr viel mehr  Mister und Misses Bambus gleichen, als es zunächst erscheint.
In einem Umfeld, einer Gesellschaft, einem Team oder einer Lebensgemeinschaft, in denen Empathie, unbedingte Wertschätzung, Nächstenliebe, Emotionalität und Mitgefühl als Charakterschwäche gesehen und empfunden werden, wird logischerweise alles menschenmögliche getan, um eben genau diese Eigenschaften zu bekämpfen.
Du möchtest wirklich nicht wissen, was wir alles unternommen haben um die Ausbreitung unseres Bambusses zu stoppen.
Ich möchte es auch gar nicht schreiben.
Nur soviel. Trotz Einsatz aller legal verfügbaren Massnahmen ist es uns nicht gelungen unseren Bambus zu vertreiben. Es ist eine Illusion zu glauben, daß wir die Sache „Bambusfreier Bauerngarten“ irgendwann als erfolgreich abschliessen werden können.
Hier und da sind schon wieder winzigste hellgrüne Ableger von ihm zu sehen. Na Prima!


Heute
habe ich Dir eine Wunderpflanze vorgestellt, die je nach Standort ein Segen für die Menschen sein kann oder ein Fluch.
Fühlst oder spürst Du auch manchmal, wie genervt die Menschen in Deiner derzeitigen Umgebung von Dir sind?
Du mit Deinen Allüren und Macken, wenn  Dir mal wieder alles zu viel wird und Du Dich zurückziehst, wenn Dein Kopf ausgerechnet Freitag Mittag nach einer Stresswoche mit einer Migräneattacke das Wochenende begrüßt, oder wenn Du Dich einfach weigerst noch mehr schlechte Nachrichten zu sehen oder zu hören.
Reagiert Dein Umfeld genervt auf Dein ewiges Mitgefühl und Deine Emotionen, die Dich überwältigen beim Lesen der Tageszeitung, wenn über das „Tier der Woche
im Tierheim geschrieben wird, und DU heulst. Geht niemand mehr mit Dir ins Kino, weil Deine Kommentare und Dein Schluchzen einfach nur peinlich sind. Kann niemand verstehen, warum Du jetzt schon Panik vor den Ostertagen schiebst, weil Du alle Verwandten besuchen sollst und überhaupt keine Lust dazu verspürst? Verdrehen Deine Leute die Augen, wenn Du beim Anblick eines Krokusses am liebsten vor Staunen auf die Knie gehen würdest um seiner Schönheit die Ehre zu geben?
Lacht keiner über Deine Witze, Deine Art von Humor? Versteht wirklich niemand, dass Du nun aber echt kein Fleisch mehr essen möchtest?


Spätestens an dieser Stelle merkst Du, daß Du als Wunderpflanze Bambus mit all Deinem Können und Deinen Eigenschaften einfach nur in der falschen Umgebung bist.
In einem Bambuswald würden wir beide gar nicht auffallen, weil alle um uns herum Superheldenpflanzen wären.

Was tun in der Zwischenzeit ?

Erstmal anerkennen, daß es ist wie es ist. Du und ich werden mit Sicherheit noch eine Weile mit allerlei Gegenmaßnahmen rechnen müssen, sobald es um das freie Ausleben unserer Persönlichkeit geht.
Denn genau, wie mein Mann und ich beim Pflanzen des Bambus überhaupt keine Ahnung hatten (geschweige denn, dass wir sie heute hätten) wie man so einen Exoten behandelt, wissen es die meisten Angehörigen, Arbeitgeber, Partner oder Freunde eben wirklich nicht, was eine Hochsensible Person benötigt um zu wachsen und zu gedeihen. Wenn Sie Dich lieben, werden sie sich mit der Thematik beschäftigen, sich Dir zuwenden und zumindest versuchen, Dich verstehen zu wollen. Allein die Tatsache anzuerkennen, daß Du Dir Deine Persönlichkeit nicht ausgesucht hast, kann schon eine enorme Entlastung für alle mit sich bringen.

Was unsere Persönlichkeit im Blumenbeet betrifft habe ich den leisen,  aber sich immer mehr erhärtenden Verdacht, daß dieses Riesengras sich klammheimlich und ohne unsere ausdrückliche Erlaubnis unterirdisch mit seiner Familie nebenan verbunden hat. Ganz ohne Aufsehen und im Verborgenen haben sich die Bambuswurzeln einfach über die wohlbekannte Gartengrenze hinweggesetzt.
Ich glaube, das sollten wir auch tun.
Zumindest solange, bis wir ein kleines Bambuswäldchen
geworden sind.

Was mein Fastentipp zum Tag betrifft: 
Wie wäre es, wenn wir heute einmal bewusst darauf verzichten uns immer wieder für unser Dasein und Sosein  zu entschuldigen und anstatt dessen eine persönliche Gebrauchsanweisung mit Tipps und Tricks für die Hege und Pflege von Hochsensiblen für unser Umfeld
zu kreieren?
Was brauche ich um zwischen all den anderen kostbaren, doch mir so Fremden Charakteren zu erblühen und zu wachsen?
Das wäre doch mal zur Abwechslung eine gute Alternative zur ständigen Absorbierung und Verarbeitung der negativen Energien  unserer genervten Mitmenschen, oder?

Und sollte  Dir irgendjemand etwas schenken wollen, von dem Du keine Ahnung hast, ob es wirklich zu Dir passen könnte, darfst Du heute ein
JA-SAGEN“ -Fasten üben, denn gerade Du und ich dürfen versichert sein, dass es so etwas wie ein gutes charmantes liebevolles NEIN aus unserem Mund geben darf.
Und sei es nur ein Bambusableger!

In Liebe und Vorfreude
auf die Gartensaison 2020

❣️Deine Gerda ❣️

PS 1:
Klar kommt ein kleiner Bambusstiel mit in den Strauss, aber echt nur einer, sonst gibt es nur Streit zwischen den Blumen.

PS2:

Solltest Du Dich mit Deiner filigranen Seele alleine und bekämpft im Garten, der sich „Leben“ nennt fühlen, dann strecke bitte Deine Wurzeln aus in alle Richtungen und  finde andere, die so sind wie Du.
Wie das gehen kann ? Darüber werde ich Dir die nächsten Wochen ausführlich schreiben.
Und bis dahin:
Millimeter für Millimeter, vielleicht sogar im Dunkeln, wo es erstmal keiner bemerkt, ausser vielleicht den Wühlmäusen und den Maulwürfen.
Keine Ahnung, ob die Bambus mögen.

Du liest von mir !

Möchtest Du Hilfe bei der Erstellung Deiner Persönlichkeitsgebrauchsanweisung?

Mailde Dich, schreibe mir einen Kommentar, ruf mich an oder finde einen anderen Kommunikationskanal, aber bitte keinen Tunnel zu meinem Haus graben, die Bambuswurzeln sind ununterwindbar.

Du erreichst mich persönlich per: 

  • mail: gerdaemd@icloud.com
  • tel:  04921/9087631
  • fax: 04921/359966
  • kommentarischOder aber:
  • per Post
  • durch Rauchzeichen,
  • oderTrommeln
  • Brieftauben,
  • per Flaschenpost
    …Funk- oder Morsesignale können im Moment nicht empfangen werden. Aber alles andere dürfte klappen.

Eine Antwort auf „Fastentage: „Hilfe, ich sehe nur noch Bambus!““

  1. Als nervender Bambus im Garten, ja, das trifft wohl den Nagel auf den Kopf. Wenn das so ist, und man die Chance hat, den Garten zu wechseln, dann nehme ich doch lieber den, wo schon ein anderer Bambus wächst. Oder noch besser ganz viele Bambusse…

    Okay, liebe multimediale Gerda, dann schicke ich Dir testweise mal ein paar Rauchzeichen und Trommelklänge… Hörst Du mich?

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