Fastentage: Einen Moment Zeit für „den neusten“ Klatsch

Du wunderbare Seele,
ich hoffe, Du hattest ein
panikarmes, angstfreies,
gesundes Wochenende.
Hochsensibel zu sein
in diesen Tagen, ist besonders,
in vielerlei Hinsicht.

Die nächste vorösterliche Woche möchte ich den „Krachern“ in der floralen Szene widmen. Angesichts der vielen sensiblen Wesen, die gerade ordentlich mit einem unsäglichen, tagtäglichen Phänomen zu kämpfen haben, wende ich mich heute einem knallroten und sehr  filigranem Gewächs zu, das auf Feldern und Wiesen blüht.

Lust auf ein wenig Klatsch?

Der Klatschmohn
wird unter Botanikern Papaver rhoeas, Mohnblume oder Klatschrose genannt.
Hier sind einige Fakten, die allesamt zu meiner Ahnung passen, dass  Klatsch nicht die stabilste und feinste Art ist, Freunde zu gewinnen, oder sich gar dazu eignet, ein langes und gesundes Leben zu genießen. Ich las in einigen Kräuterbüchern unter anderem von dünnen, behaarten, verzweigten Stängeln, von rauen, borstig behaarten Laubblättern, die lazettenähnlich umrissen, bis hinzu scharf gesägten Blattabschnitten variieren können. Die Blüten stehen einzelnd.
Die Kronblätter sind zusammengeknautscht, und weisen im unteren Bereich einen großen schwarzen Fleck auf (manchmal weiß umrandet).  Die knallroten Blüten sind von Weitem zu erkennen und ähneln knitterigen Pergamentpapier.

Klatschmohn oder Tratschrosen stellen nur wenig Ansprüche an ihren Nährboden. Die einzige Eigenschaft, die eine Umgebung für das Erblühen aufweisen muss, ist Offenheit. Denn auf einer geschlossenen Pflanzendecke oder einer Rasenfläche kann er sich nun mal nicht durchsetzen. Sie bilden keine tiefe Wurzeln und duften auch nicht.
Nach der Blüte kann es passieren, dass über 2000 neue Klatschmohnsamen durch den Wind an alle Enden der Erde getragen werden. Findet ein winziger Same einen offenen Boden, egal wo, beginnt das Klatschmohnwachstum erneut.
An Schutthalden, Straßenrändern, Bahngleisen oder Baugruben, eben überall da, wo es rauh, trocken und wenig einladend aussieht.
Und übrigens: wenn die Blätter im Wind aneinander klatschen, gibt es ein lautes Geräusch, daher wohl der Name.
Soweit meine ersten oberflächlichen Recherchen.

Symbolik

Bei den frühen Griechen wurde einem Brautpaar Mohnblüten  als Fruchtbarkeitssymbol in die Haare  gesteckt.
Im Christentum stehen roter Mohn und Getreideähren
für das Blut und den Leib Christi.
In Großbritannien gedenkt man mit der Mohnblume den gefallenen Soldaten aus dem ersten Weltkrieg, indem eine Blüte ins Knopfloch gesteckt wird, an besonderen Gedenktagen.
Auch symbolisiert der Klatschmohn Schlaf, Vergessen, Tod, Versuchung, Selbstverlorenheit, Liebeskummer, Trost …
und Vergänglichkeit, denn, auch wenn sie heute noch wundervoll in ihrem leuchtenden Rot zwischen allen anderen aufblüht, wird sie unweigerlich morgen schon alle ihre Blätter verlieren und vergehen.


Du fragst Dich jetzt
zu Recht, was der Klatschmohn oder die Tratschrose im Bezug auf ein hochsensibles Leben bedeuten könnte?
Ich mich auch.

Nur soviel:
Seit Beginn meiner langen Reise eine heile, lebensfreudige selbstdenkende und erfüllte hochsensitive Frau zu werden, sind mir einige Tests unterkommen, die klären sollten, ob ich ES (eine HSP oder Hochsenesible Person) denn nun wirklich wirklich bin.
Dabei viel eine Frage mir wieder und wieder ins Auge, denn nahezu in allen verfügbaren Testverfahren erscheint mir die Reaktion eines sensiblen empathischen Wesen auf Tratsch und Klatsch sich elementar von den weniger Seniblen zu unterscheiden.
Ich komme später noch genauer darauf zurück:


Was ist eigentlich mit Klatsch gemeint?

Entweder
ist Klatsch ein übles, gehässiges, Gerede hinter jemandes Rücken ;
der die Neugier des Zuhörenden stillt mit Neuigkeiten aus dem zumeist privaten Bereich anderer Menschen.
Oder
aber Klatsch ist eine nette Plauderei über weniger wichtige private Dinge, bei einem Smalltalk an der Coctailbar oder beim Kaffee trinken.
Ebenso
kann Klatsch ein lautes Geräusch sein wenn, Du Deine beiden Hände zu einem Beifall instruierst oder jemandem eine Ohrfeige gibst.
Du kannst eine Klatsche erleben, wenn Dein Fussballverein verliert,
Fliegen haben Angst vor Klatschen. Du kennst Klatschtanten, KlatschonkelKlatschblätter oder Klatschseiten.
Meine Wahrnehmung  in diesen Zeiten ist jedoch leider die, dass Klatsch fast zu einer Normalität geworden ist und ich frage mich natürlich nicht erst seit dem global stattfindendem Virusklatsch, warum empathische Menschen so hochallergisch darauf reagieren
und warum gerade wir uns in diesen Krisenzeiten eine Klatsche nach der anderen einfangen, im digitalen Zeitalter, wo sich die Verursacher  letztlich nicht wirklich finden lassen wollen.
Was bewegt einen Menschen zu Klatsch und Tratsch?
Fragen über Fragen.

Klatsch in Zeiten der Veränderung 
In meinem kleinen Dorf in dem ich aufgewachsen bin, gab es mehrere Klatschtanten. Wenn man also die neusten Nachrichten wissen wollte, wußte jeder, an wen man sich zu wenden hatte.
„Hast Du es schon gehört?“ „Nein?“, “Ach !“ „Na denn hör mal her …“
Ob in der Schule, später am Arbeitsplatz oder in der Gemeinde, beim Sport oder in der Familie. Ich wußte einfach genau, wer mir den neusten Klatsch brandheiß liefern konnte, mit markanten Unterschied, daß ich es mir selber aussuchen konnte, ob ich die neusten Gerüchte hören
und glauben wollte, oder eben nicht.
Nun, das hat sich im Zeitalter von Blitzklatsch an allen Orten und in Echtzeit sehr verändert. Die Klatschtanten haben sich zu Klatschmonstern entwickelt, denn ob neuerdings beim Frisör oder in der Stadtverwatung, beim Arzt oder in der WhatsApp-Gruppe:
Überall und ständig klatscht mir der Klatsch ins Gesicht und wenn es schlimm kommt, ich nicht wachsam bin, glaube ich manches davon sogar.
Übles, gehässiges Gerede über Politiker, Prominente, über Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, über Leute, die sich trauen, ihre Meinung zu sagen, über Ärzte und in unserem aktuellen Fall, Klatsch über den Virus, der die Welt zu einer Unterbrechung zwingt. Sie machen mir schwer zu schaffen, schlagen mir auf den Magen und lösen Kopfweh aus. Habe ich eigentlich ein Grundrecht auf Nichtanklatschung? Du weißt, wovon ich schreibe, oder?
Manche Informationen sind schlichtweg Klatsch oder Fake und viel zu viel, zu oft und zu verwirrend für alle hochsensiblen Menschen ohne eingebaute Vorfilter. Sogar beim Bäcker auf dem Tresen liegen die gängigen großen Tageszeitungen mit den neusten Schlagzeilen.
Diese schlagen wortwörtlich direkt in mein Blickfeld und schreien
nach Beachtung. Klatschmohnwiese beim Brötchen holen.
Hilfe !! Oh, Corona.
.

 

Ups, schon wieder ist es passiert, verdüddelt im Strom der Emotionen.
Dabei wollte ich noch über sooo viel schreiben, über Opfer und Täter von Klatsch und Tratsch. Obwohl, ich schrieb schon darüber mit der „Geschichte der drei Siebe“, oder dem Beitrag über die „Macht der Worte“ ( Bettfederstory).
Du erinnerst Dich?


Du liebe Seele,

mein Fastenanliegen heute,
Du ahnst es schon!
Einen Tag fasten von
Klatsch und Tratsch,
und das nicht nur
über Corona.

Herzliche Grüße,
und bleib gesund !

❣️Deine Gerda❣️

PS1:
Auch wenn wir es gerne sehen würden, einen Vasenplatz bekommt der knallrote Klatschmohn mit Sicherheit nicht, bei nur einem einzigen Blühtag ist das wohl keine gute Idee. Lassen wir ihn da wo er steht.


PS2:
Hier sind aber noch einige Statements  aus den oben erwähnten Tests:

  • Im Gespräch mit Menschen spüre ich schnell, wenn ihr Gesagtes nicht mit ihren Gefühlen übereinstimmt.
  • Mit Lügen kann ich sehr schlecht umgehen.
  • Ich bin tendenziell zu gutgläubig.
  • Ich bin ein guter Zuhörer, Menschen erzählen mir gerne ihre Sorgen
  • Es ist mir lästig und unangenehm, wenn in meiner Gegenwart schlecht über andere Menschen geredet wird.
  • Ich denke viel über das Leben nach und mache mir Gedanken um das Wohl anderer Menschen.
  • Ich habe eine ausgeprägte Betrachtung von Gesamtzusammenhängen.
  • Ich bin vielfältig interessiert.
  • Ich habe einen starken Wunsch nach einer liebevollen Welt.
  • Mein ausgeprägter Wunsch ist es Konflikte ruhig und freundlich zu klären.
  • Stimmungen anderer nehme ich nicht nur wahr, sie beeinflussen mich oftmals.
  • Ich fühle mich oft für Geschehnisse verantwortlich
  • Veränderungen in meinem Umfeld beunruhigen mich.
  • Ich habe mir schon in etlichen Lebenssituationen ein dickeres Fell gewünscht.
  • Ich habe eine große Liebe zum Detail, ich nehme die Dinge sehr genau.
  • Ich kann Smalltalk wenig abgewinnen, ich führe lieber tiefe Gespräche.

Hast Du Dich in dem einen oder anderen Statement wieder erkannt?
Reagierst Du auch hochallergisch auf Klatsch? Wie entlarvst Du Fakes? Und wie fühlst Du Dich, wenn über Dich geklatscht wird?
Wie sorgst Du für eine ausgewogene Nachrichtenmenge?
Da ist sie wieder, die die Fragen stellt.

PS3:
Zur versprochenen Frage, bezüglich der hochsensiblen Reaktion auf Klatsch und Tratsch:

„Spürst Du instinktiv oder intuitiv, wenn jemand Dir etwas erzählt,
oder Du eine Information, eine Berichterstattung oder eine Neuigkeit zu hören, zu lesen oder zu sehen bekommst, ob die Botschaft
(die Wahrheit des Inhaltes) mit der Darbringung des Boten (Gestik, Mimik, Tonfall und Herzenseindruck) übereinstimmt oder nicht,
ohne eine logische Erklärung dafür zu haben?“

Diese Frage wirst Du nahezu in allen internationalen
(deutsch/englisch/niederländischen) Tests und Selbsteinschätzungen,  ob Du ES nun bist oder nicht, finden!

Und morgen?
Du liest von mir.

Vielleicht eine kleine Geschichte über die Teufelskralle aus Afrika?

2 Antworten auf „Fastentage: Einen Moment Zeit für „den neusten“ Klatsch“

  1. PS2? Ja, da finde ich mich auch größtenteils wieder.

    Ich liebe Mohn, insbesondere zusammen mit Kornblumen. Danke für das schöne Bild! Bei diesem Anblick geht mein Herz auf!

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