Der Berg der Wahrheit! Liebe freut sich nicht über die Ungerechtigkeit!

Du liebe Seele,
Um vorweg etwaige Verwirrungen vorzubeugen:
Du liest eine weitere Episode der fortlaufenden Geschichte durch das Land der Empathie  in der Kategorie:
Was würde die Liebe tun.

Liebe freut sich nicht an der Ungerechtigkeit,
sie freut sich aber an der Wahrheit!

Zusammen gehen wir weiter, weiter in die Nacht hinein.
Wir haben keine Angst. Wir gehen einfach. Noch völlig überwältigt von unserer Lektion im Nachtragen klammern wir unsere Finger um die Griffe unserer geschenkten Schatzkoffer. Das Erlebnis im Hinterhof hallt noch nach.
Vom Nachtragen ins Vortragen kommen?
Frag mich, wie das gehen soll.
Apropos gehen …

Wohin sollen wir gehen ?

Die Wüste ruft!


Ungerechtigkeit

Nach einer gefühlten Ewigkeit in der rabenschwarzen Nacht unter einem frostigen, aber sternenklaren Himmel macht die Stille uns ein Angebot. Diese Lautlosigkeit der glasklaren Wüstennacht lädt uns ein: einfach weiter gehen, nicht nachdenken, nicht nachfühlen, nicht – alles nicht. Es gibt Momente, die laden Dich und mich auf einen uralten Pfad, einer Wüstenwanderung ein. Tagsüber ist es sengend heiß und nachts eiskalt.

Die Wüste

Es gibt Zeiten im Leben, da funktioniert man einfach, nicht anhalten, nicht innehalten, nicht festhalten und schon gar nicht aufhalten lassen.
Tagsüber im heißen Rennen im Job, im Pflegen der Angehörigen, im Terminstress, im Sorgen machen, im Alltag gestalten, im Kranksein, in der Sinnsuche, im Zweifeln,  im Familienzusammenhalten, im Planen, im Machen, im Tun, im …
Und Nachts kommt die Kälte der Nacht, die Stille.
Keine Frage: eine Wüstenzeit.

„Augen zu und durch; das Leben ist kein Picknick; Ich habe Dir nie einen Rosengarten versprochen; das Leben ist eins der härtesten;
was uns nicht tötet, macht uns nur härter; nur die Harten kommen in den Garten …“
Was sind Deine Lieblingstips für jemanden, der gerade eine Wüstenzeit  durchmacht oder welche hat man Dir gegeben?
Das ist doch total ungerecht, wir sind so fröhlich und hoffnungsvoll gestartet und nun straucheln wir hier mitten in der Nacht durch diese eisige schwarze Wüste, dazu diese aufdringliche Totenstille.

Nur gut, dass wir zu zweit sind,
sind wir doch noch, oder?

Es gibt Momente, an die erinnerst Du Dich Dein Leben lang, es gibt Momente, auf die wartest und träumst Du Dein Leben lang. 

Die große Stille

In dieser Nacht wird es genau diesen magischen einen Moment geben!
Dank des sternenklaren Himmels erahnen wir in der Ferne vor uns eine Anhöhe, einen Hügel, einen Berg. Auf dessen Gipfel lodert ein Licht, gleichsam einem Leitfeuer. Wir haben ein Ziel. Wie von Geisterhand bewegen sich unsere müden Füße fast schwebend durch den Sand. Wir wissen nur, dass wir in Bewegung bleiben müssen, Stillstand ist Rückschritt, nur keine Schwäche zeigen, wenn es nur nicht so bitterkalt  wäre und so finster. Mit Abstand am schlimmsten ist allerdings diese bleierne Stille, die uns wie ein schwerer alter Lodenmantel umhüllt. Wir sind nicht in der Lage auch nur einen Ton herauszubekommen.
Durst, Kälte, zugeschnürte Kehle, Hunger, pechschwarze Nacht.
Über uns die Milchstraße .

Der Berg ruft

Nach mehreren gefühlten Ewigkeiten, jedoch ohne weitere Zwischenfälle haben wir den Gipfel erreicht. Tatsächlich, ein einladendes Lagerfeuer erwartet uns. Ein Dreinbein ist darüber aufgestellt, drumherum laden gemütliche Holzstühle mit weichen Fellen und Decken zu einer nächtlichen Wanderpause ein. Und was ist das? In unsere Nasen steigt ein angenehmer Duft: Mitternachtskaffe!!
Ich liebe den Duft von Kaffee. Selbst die Dunkelheit scheint nicht mehr so finster zu sein. Die Stille wird durch das lodernde Knistern des Feuers unterbrochen und langsam weicht die Eiseskälte einer angenehmen Wärme. Wir brechen unser Schweigen, denn erst jetzt fällt uns auf, dass jemand in einem der Holzstühle sitzt, scheinbar auf uns gewartet hat. Ein alter Mann mit einem freundlichen lebenserfahrenen Gesicht, eingehüllt in eine tiefgrünblaue Wolldecke, reicht uns einen großen blauen Emalie-Becher duftendem Kaffee. In seinem Mundwinkel eine Art Pfeife, dessen milder Zimt-Orange Rauch sich perfekt mit dem Aroma meines herrlichen Heissgetränkes vermischt. Was für ein Fest für meine Nase. Ein wenig betört finden wir uns nach einigen Minuten in Kuscheldecken eingemummelt am Feuer sitzend. In unseren Händen ein mit Camembert und Salat belegter  Sesambagel in der einen, den herrlichsten frischgebrühten Arabiaca-Kaffee in der anderen, lehnen wir uns erschöpft zurück. Ein Blick in den atemberaubenden sternenklaren Himmel lässt uns kurz aber tief durchatmen.

Ungerechtigkeit 

„Willkommen auf dem Berg der Wahrheit! Ihr seid den uralten Pfaden bis hierher gefolgt um das Geheimnis des größtes ABERs – der Liebe zu lüften. Mein Name ist Justo, der Gerechte. Ich bin hier immer zu suchen, wenn Ungerechtigkeit das Leben der Kinder des Himmels bedroht.Ihr seid hierher geführt worden, um die Wahrheit zu erfahren! Noch einen Bagel?“
Wir sind hellwach, sollte das der alles lüftende Moment sein?
Klar wollten wir noch einen Bagel und bitte noch mehr von diesem aufmunternden Trank. Die Anspannung der letzen Tage fällt langsam ab. Hellwach und voller Fragen nehmen wir das Angebot gerne an.
Wir kommen gar nicht dazu uns vorzustellen, so aufgeregt sind wir.

„Und ob wir ungerecht behandelt wurden und nicht nur wir.
Anscheinend ist Ungerechtigkeit eine Pandemie, eine Seuche, eine unheilbare immer mehr fortschreitende Krankheit, die überall Umsicht greift. Die ganze Welt ist einfach nur noch ungerecht.
Echt, Justo !“ platzt und sprudelt es auch schon aus uns heraus.
Die vergangenen Tage haben ihre Spuren auf unseren Seelen und in unseren Herzen hinterlassen.

Doch bevor auch nur eine einzige Silbe unserer gefühlten 10.000 persönlich erlebten Ungerechtigkeiten, ganz zu schweigen von den 100.000 globalen Ungerechtigkeiten über unsere Lippen kommen kann, richtet  Justo das Wort an uns und wir beide wissen, dass wir ihm zuhören sollten.

Mein Name ist Justo, der Gerechte! Seit Anbeginn der Zeiten bin ich auf meinem Berg und warte! Ich warte, dass die Zeit der Zeichen sich erfüllt. Einst hatte ich einen großen prall gefüllten Ledersack voller Schriftrollen mit Briefen unserer Propheten in meiner Obhut. Nach und nach kamen die Menschen hierher und berichteten mir von den ungeheuerlichsten Ungerechtigkeiten auf allen Erd-und Himmel-und Unterirdischen Gebieten. Es gibt nichts, keine menschlichen Abgründe, keine Gräueltaten, kein Elend oder Machtmissbrauch, wovon ich nichts gehört hätte. Ihr braucht mir nichts zu erzählen.
Von Anbeginn der Menschheitsgeschichte gibt es sie, die Ungerechtigkeit. Nun, jedesmal, wenn Leute, wie ihr, hier oben bei mir angekommen sind, wurde eine dieser Rollen verlesen und anschliessend ins Feuer geworfen. Eine Rolle nach der anderen. So wurde Inhalt meines Rollenbeutel immer weniger und der Berg unter uns immer heißer!“

Der Vulkan

Erst jetzt bemerken wir, dass uns immer wärmer wird. Wir sitzen schon längst nicht mehr in der Wolldecke und ich habe schon meine Jacke ausgezogen. Schriftrollen, Propheten, sitzen wir hier am Ende auf einem Vulkan? In der Sekunde, als wir abermals das Wort ergreifen wollen, legt Justo wieder los:

Nun, ihr beiden, wenn eure Rolle verlesen wurde, habe ich nur noch zwei – und dann, dann ist der ganze Spuk vorbei.
Der Berg wird brennen, die Erde wird brennen und ich werde frei sein. Endlich. Dann brauche ich mir euer ewiges Gejammer von den immerwährenden Ungerechtigkeiten nicht mehr anhören.
Viele haben versucht, euch auf den uralten Pfad zurückzubringen. Viele haben euch gesagt, ihr sollt stille werden und vertrauen. Viele haben euch geraten euch Selbst und euren Nächsten so zu behandeln, wie ihr selbst behandelt werden möchtet. Es waren Hunderte, wenn nicht Tausende.
Aber ihr habt nicht gehört. Und jetzt geht es dem Ende zu. Noch drei Rollen, und das Experiment „Mensch mit freiem Willen“ ist endgültig gescheitert. Aus finito!! Und dann ist Ruhe. Endlich kann ich nach Hause. Ich bin Justo, der Gerechte!“

Wir sind erstarrt, der spinnt doch komplett, was für ein Freak. Von wegen Weltuntergang. Wir können uns nicht rühren. Der Duft von Kaffee-Zimt-Orange von vorhin ist mittlerweile zu einem penetranten Gestank geworden und es wird immer heißer unter uns. Merkwürdiger Weise ist immer noch tiefschwarze Nacht.
Geht diese Nacht den nie vorbei? Fragen über Fragen …

Bist Du noch bei mir?

Weltuntergang

Aber, was wenn er Recht hat? Gerade als wir fragen wollen, bekommen wir folgende Worte zu hören:

Ich bin Justo, der Gerechte, ihr seid hier her auf den Berg der Wahrheit gekommen, nun zieht:“
Uns wird ein alter vergilbter Ledersack mit drei Schriftrollen entgegen gehalten, und ich nehme wahllos eine davon heraus. Fühlt sich alles echt an, also sind wir definitiv nicht in einem Traum gefangen.
Justo nimmt mir die Rolle ab, entknotet das Lederband und entwickelt den Brief, des Propheten, wie er es nennt.
In einem feierlichen und gleichsam ehrfürchtigen Ton liest er uns klar und deutlich vor:

Dies ist das Wort, euer Wort! Bewahrt es in euren Herzen und wenn Ihr davon hört, dass es eintrifft. Dann kommt hierher und findet wonach ihr so verzweifelt sucht:
Gerechtigkeit, Friede, Ruhe und Sicherheit!!

Dann ging alles ganz schnell !
Justo nimmt den Brief und wirft ihn vor unseren staunenden Augen ins Feuer. „Halt, nein!“ kommt es gleichzeitig aus unseren Mündern, doch es ist zu spät. Der Brief verglimmt und der Berg brodelt. Unter uns. Weg hier, nur weg hier, den Berg hinunter ins Tal. Wir lassen alles hinter uns und laufen. Wir rennen, ein Blick zurück, zeigt Justo am Feuer, er scheint zu frieden. Wir rennen – schon wieder!

Das ist alles!
Langsam geht die Sonne auf über der Wüste, es wird endlich hell.
Justo gab uns rasch zu verstehen, dass unsere Reise jetzt weitergeht.
Und wieder laufen wir, es ist hell und heiß und wieder ist es still.

Die Reise geht weiter.

Ich weiß nicht, wie es Dir beim Lesen dieser Episode gerade ergangen ist? Ich weiß nur, dass es ungerecht zu geht, in Deinem Leben, in meinem Leben. Auf der ganzen Welt.

Die Liebe freut sich nicht über die Ungerechtigkeit,
sie freut sich über die Wahrheit. 

Irgendwann wird jeder von uns auf den Berg der Wahrheit gerufen werden. Ich wünsche Dir sehr viel Mut und jemanden an Deiner Seite, der mit Dir geht.

 

Wie es mit uns weiter geht und was es mit dem Tal dieses Berges auf sich hat, liest Du hier demnächst, auch wer der Geist aus der Höhe zu sein scheint, auch was das Werk der Gerechtigkeit ist und wer in dem Palast gewohnt hat.

Nur so viel:
Es könnte anders sein, als Du es erwartest.
Keine Angst vorm Tal der Wahrheit.

Du liebe Seele,
von Herzen
DANKE
dass Du noch da bist.

Deine
Gerda

 

Es gibt Momente, an die erinnerst Du Dich Dein Leben lang, es gibt Momente, auf die wartest und träumst Du Dein Leben lang.
Dies ist einer solcher Momente.

Das sind die ersten Töne eines Liedes von Barbara Streisand aus einem meiner Leiblingsfilme.
Yentl.

Was sind Deine Momente des Lebens ?

PS:
Meine persönliche Meinung zum Thema Weltuntergang?
Ich glaube ganz fest, dass wir noch Zeit und genug Verstand haben, den Turnaround noch zu schaffen. Ich glaube an das Menschsein.

An Gerechtigkeit, Ruhe, Sicherheit und Liebe.

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