Der 6.Dezember „last christmas“

Der 6. Dezember 

Du liebe Seele,
heute begehen wir den Todestag eines guten und barmherzigen Bischoffs, dessen Eltern ihm wohl ein emenses Vermögen hinterlassen haben sollen, das dieser, laut vieler Legenden, froh und munter an Bedürftige, insbesondere an Kinder, großherzig verteilte.
Er gilt wegen seiner Zivilcourage und seiner Güte als einer der beliebtesten Heiligen des Christentums. Das ist das Gute, wenn man reich ist, man kann auch viel Gutes tun. Der gute alte Nikolaus.
Ich hoffe wirklich, daß Du heute morgen etwas Kleines in Deinem Stiefel gefunden hast, wie in Kindertagen.
Früher war die Adventszeit irgendwie magischer, oder?
Früher …

Last christmas …

Erinnerungen

Die Adventszeit scheint in vielen Menschen Erinnerungen an vergangene Zeiten hervorzurufen. Das Lied „last christmas“ der Popgruppe Wham ertönt seit 1984 jedes Jahr von Neuem und tut sein Übriges dazu.

Der Inhalt dieses Songs ist sehr traurig, es geht um verschenkte Herzen, die zurückgegeben wurden, um eine Brosche, Flashbacks, um Tränen und um Kummer, in diesem Fall Liebeskummer im verschneiten Bergdorf an Weihnachten.

Ist Dir schon mal aufgefallen, daß Weihnachten die perfekte Zeit für Dramen aller Art zu sein scheint? Die gesammelten Erwartungen an ein  harmonisches Familienfest liegen in der Luft, über Jahre verdrängte Konflikte sind gegenwärtig, brodeln an der Oberfläche und die Athmosphäre ist oft angespannt.
Dann fällt ein falsches Wort oder die Gabel liegt am falschen Platz und:
es knallt. Nicht selten fliegen ganze Familien auseinander.
Hilfe!

Nach 50 erlebten Weihnachten kann ich mit Gewissheit schreiben,
und das in großem Respekt vor diesem Fest der Liebe:

Die Advents-und Weihnachtszeit ist HOCHSENSIBEL 

Warum das so ist?
Nun, meine Beobachtungen dahingehend bringen mich zu dem vorläufigen Endergebnis, daß unsere gesammelten Erinnerungen dabei eine große Rolle spielen.
Elfefantengehirne, die hochsensible Menschen auszeichnen,
sind dabei Segen und Fluch zugleich.
Hochsensibel zu sein in einer höchst sensiblen Zeit.
Das klingt nach einer Herausforderung, oder?

Wie geht es Dir?
Wurden in Deiner Familie auch schon Weihnachten gesprengt?
Bist Du vorsichtig geworden oder gar froh,
wenn der ganze Rummel vorbei ist?
Wie ist das mit den Erinnerungen
an vergangene Weihnachten?

Erinnerungen

Es kann eine Melodie sein, ein Duft oder ein spezieller Geschmack,
ein Wort oder eine Geste. All diese Ereignisse können in unserem Gedächtnis Erlebnisse und Erfahrungen wieder hervorholen.
Unser Langzeitgedächtnis leistet da Enormes. Erinnerungen gehören zu unserem Lebenslauf, sie machen uns als die Person aus, die wir heute sind. Die Frage ist nur, wie wie mit ihnen umgehen.

Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Weihnachten denkst?

Das kleine Problemchen mit den Erinnerungen ist, daß sie ein Eigenleben entwicklen können, wenn man nicht gut auf sie achtet.
Ich kenne Menschen, die in ihren Erinnerungen immer die Helden sind, und wiederum andere, die anscheinend eine perfekte „als mich jemand verletzt hat“- Datenbank zwischen den Ohren haben.

Solange unsere privat gefühlt empfundenen Erinnerungen aus der Vergangenheit unsere Gegenwart und wenn es ganz schlecht läuft unsere Zukunft bestimmen, wird Weihnachten weiterhin die große Bühne für das perfekte Familiendrama bieten.
Es sei denn, ja, es sei denn, wir beide nutzen die nächsten Tage um aufzuräumen in unserem Gedankenpalast.
Welche Erinnerungen sind hilfreich, schön und bereiten Dir ein Lächeln auf Deinen wunderschönen Mund und dürfen weiterhin einen Platz in den vorderen Reihen Deiner Sammlung haben?
Und welche dürfen sich getrost in hintere Gefilde begeben und Dich nicht mehr bei jedem Auslöser zum äußersten Triggern?
Es wäre doch traumhaft mit einem aufgeräumten Weihnachtserinnerungsgehirn dieses Jahr Weihnachten zu feiern, oder?  Ohne Altlasten eine neue Erfahrung und damit völlig neue frische Erinnerungen zu kreieren?
Bist Du dabei?

Last christmas ist vorbei,
und kommt auch nicht mehr zurück.
Du liebes Menschenskind,
heute am Todestag des
Heiligen großherzigen Nikolaus
möchte ich Dich einladen,
darüber nachzudenken,
ob es Zeit wird
DEIN Weihnachten zu feiern,
wie es nur DEIN Weihnachten sein kann.
Hochsensibel und liebevoll !

Ich beende diesen blog-Artikel mit der schlichten und einfachen Frage:
Woran wird sich die Welt erinnern, wenn Du nicht mehr hier bist?
Noch ist Zeit.

Bis morgen !

❣️Deine Gerda❣️

Beim Schreiben dieses Artikels höre ich gerade ein Lied über „Tattoos auf der Haut“, auch so eine Art Erinnerung für viele Menschen, nur für immer sichtbar, interessant, oder?

 

Wie sich eine Erinnerung verändern kann, habe ich mehrmals im eigenen Leben erfahren. Ein Weihnachten in meiner Jugend endete in einem zunächst gefühlten Desaster bei mir, da ich einfach nicht das Geschenk bekam, was ich, meinen Möglichkeiten entsprechend, lang und breit in meinem Umfeld kommuniziert hatte. Aus einer sehnsüchtig gewünschten Stereoanlage mit Doppelkassetendeck einer bestimmten Marke wurde am Heiligen Abend ein beleuchteter Globus.
Heute kann ich über dieses Erlebnis nur schmunzeln und meinen Eltern für ihr Wohlwollen, mich erdkundemässig ganz nach vorne zu bringen,  danken. Die ersten Jahre nach diesem Heiligen Abend war meine Erinnerung eine ganz andere, fühlte ich mich (wie so oft) nicht gesehen und gehört. Dieses Erlebnis wurde mit der Zeit immer milder erinnert und die Enttäuschung deutlich abgeschwächt.
Es geht auch anders herum, da könnte ich auch genug Geschichten erzählen, aber nicht heute.

PS:
Es berührt mich wirklich sehr, daß Du meinen blog liest, und das jeden Tag. Vielen Dank für Deine Lebensszeit.

Erinnere Dich heute zum Nikolaustag an das Wunder Deines Lebens, und wie kostbar Du für diese Welt bist.

4 Antworten auf „Der 6.Dezember „last christmas““

  1. Liebe Gerda, ja, woran soll man sich erinnern, wenn ich nicht mehr da bin?!

    Ich hoffe, dass sich alle an unsere gemeinsame Zeit an Heilig Abend erinnern. Es sind immer kleine Rituale, die jedes Jahr wieder da sind.

    Vor vielen Jahren hatte in in meiner Deutschabschlussklausur das von mir gewählte Thema :
    Wie feierst du jetzt Weihnachten, und wie willst du es später feiern?
    Ich habe damals frei vom Herzen weg geschrieben. Heilig Abend mit den Eltern, meiner Schwester und den Großeltern. Es war soooo schön.
    Ja, und solange ich meine eigene Familie habe, findet es genauso statt:
    Heiligabend mit der ganzen Familie bei mir im Wohnzimmer, und ich bin glücklich.
    Hoffentlich nehmen meine Kinder davon etwas mit und lassen mich später in Gedanken daran teilhaben.

  2. Liebe Gerda wieder wunderschön geschrieben. Mir ging es ähnlich als kleines Kind wie dir mit der Stereoanlage. Ich habe mir jedes Weihnachten ein Auto gewünscht und jedes Weihnachten lag eine Puppe unter dem Weihnachtsbaum. Das hat mich damals sehr beschäftigt und ich war immer sehr traurig, bis mir bewusst wurde dass meine Mutter ja sehr wenig Geld hatte und die Geschenke quasi vom Amt gekommen sind.
    Ansonsten gibt es für mich heute nichts schöneres als den Heiligen Abend mit meiner Partnerin und meinen Kindern zu verbringen natürlich mit einigen Ritualen und ich weiß zumindest von meiner Tochter dass sie etwas enttäuscht ist wenn eines der Rituale geändert wird ❣️

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