Der 3. Fastentag mit einem Blumengruß aus der Mitte meines Herzens

Du wundervolle und wertvolle Seele,
heute ist Freitag,
und der 3. Tag
unserer besonderen Fastenreise.
Ich hoffe, daß es Dir gut geht.

Heute möchte ich Dich mitnehmen in ein Märchen voller Metaphern, und unendlichen Anspielen auf die Themen, die hochsensible und feingeistige Wesen ein Leben lang begleiten.  Eine Geschichte über Mut und Mitgefühl, über Duft und Erinnerungen, über Versuchung und Rettung. Und über die dritte Blume im Bunde.


Die Rose und Gerda …

Seht! Nun fangen wir an.
Wenn wir am Ende der Geschichte sind,
wissen wir mehr als jetzt …“ 

Nun, das hoffe ich auch für uns beide, denn mein Herz läuft über von dem, was ich Dir heute schreiben möchte.
Meine Intention für diesen Freitagsgruß ist eine Einladung an Dich, Du liebe Seele, einmal von Deinen Bedenken und Deine Ängsten zu fasten.

Anhand einiger Stationen meines absoluten Lieblingsmärchens
(wahrscheinlich, weil es das Einzige ist, in dem die Heldin Gerda heißt) von dem mit an höchster Wahrscheinlichkeit grenzendem hochsensiblen und  sehr begabten Hans Christian Andersen,
der Schneekönigin von 1844.

Es lohnt sich, das ganze Märchen aufmerksam zu lesen, es gibt so viel
zu entdecken, von Anfang bis Ende. Damit ich mich nicht wieder in Einzelheiten und Details verliere kommen hier nun die fünf Ereignisse auf der Abenteuerreise von Gerda, die meines Erachtens ein großes Vorbild für mich in Sachen Fasten von Angst und Unsicherheit, von Feigheit und Selbstsucht ist.
Es ist ein Märchen und doch hat es zutiefst mit Dir und mir zu tun, mit Erwachsenwerden, mit Courage und Freundschaft, mit Hoffnung und mit Ablenkung, mit den Verzerrungen im Spiegel der Zeit und mit der Eiseskälte, die ansteckt und uns von der Ewigkeit trennen will.
Es handelt auch von Intuition, von Freundlichkeit und von Durchhalten, von dem Zauber einer Reise, die einen verändert und von Rosen. Von Düften, die uns an Zuhause oder an jemanden, den wir gut riechen können, erinnern.
Es ist die Geschichte von Scherben und von Herzen, von guten und bösen Mächten, von Manipulation und von Tapferkeit, von Glauben und von Familie 

Amen, ich sage euch:
„Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder,
werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen.“
Die Bibel, Matthäus 18,3 

  1. Ereignis: Gerda weint
    Als Kay, ihr bester Freund von der Schneekönigin entführt wird, weinte Gerda bitterlich und lange. Den ganzen Winter lang.
    Erst im Frühling spricht sie über ihren Kummer und die Sorge, dass Kay ertrunken und tot sein muss. Zuerst wendet sie sich an die wärmenden Sonne, die das nicht glaubt und dann unterhält sie sich mit den Schwalben, die es auch nicht für wahr halten.
    Nach diesen beiden ungewöhnlichen Gesprächen glaubt die kleine Gerda auch nicht mehr, das Kay tot ist.
    Womit trägst Du Dich schon so lange herum?
    Was erscheint Dir in Deinem Leben tot zu sein?
    Wer ist Dein Sonnenschein?
    Oder für wen könntest Du eine Schwalbe mit dem nötigen Überblick einer hoffnungslos erscheinenden Lage sein?

    Gerda fastet von ihrer festen Überzeugung, daß Kay tot sein muss, und gewinnt neuen Glauben.
  2. Ereignis: Gerda weint
    Mit dem festen Entschluss in ihrem Herzen, daß alles gut wird, macht die kleine Gerda sich also auf, um ihren Freund zu retten. Sie will den Fluss fragen, landet unglücklicherweise in einem Boot ohne Schuhe und rauscht flussabwärts. Starr vor Schreck fing sie an zu weinen. Diesmal waren es die Sperlinge, die sie vom Ufer aus trösteten. Mit der Zeit gewöhnte sich das kleine Mädchen an die Fahrt auf dem Wasser, waren an den Ufern doch prächtige Blumen, alte Bäume und allerlei Tiere zu beobachten.
    Gerda hat sich schnell an die Lage angepasst, hat ein Fasten von Seekrankheit und Angst um ihre Schuhe über Bord geworfen.
    Kannst Du Dich auch schnell an neue Situationen gewöhnen und das Beste aus scheinbar wiedrigen Umständen machen?
    Da Gerda selber nichts machen konnte, erklärte sie sich bereit mit dem Fluß zu schwimmen, in der Hoffnung, dieser würde sie zu Kay tragen.
    Kennst Du jemanden, der gerade gegen den Fluss des Lebens ankämpft und einen Sperling braucht, der vom Ufer aus ruft:
    Hier bin ich , lass los?

    Gerda fastet von den sinnlosen Versuchen, gegen den Strom anzukommen und vertraut, daß sie ihr Ziel durch Hingabe erreicht.
  3. Ereignis: Gerda weint
    Gerda wird von einer alten Dame gerettet und abgehalten, abgelenkt mit allen Tricks, um nur nicht nach Kay zu suchen. Durch eine kleine Unachtsamkeit der Alten erinnerte Gerda sich an die Rosen, die sie im Prachtgarten ihrer Gastgeberin so schmerzlich vermisste. Ihre heissen Tränen auf der Erde brachten die Rosen wieder hervor, und diese wurden auch augenblicklich in ein Gespräch verwickelt, mit der Frage, ob sie denn glauben würden, dass Kay tot wäre.
    Gerda hat sich ablenken lassen, hat das Wesentliche aus den Augen verloren, hat Tage und Wochen mit dem Spielen und dem Besuch bei der alten Dame verbracht, bis sie sich an das Wesentliche erinnerte.
    Das ist ein Klassiker unter uns Hochsensiblen Wesen. Wir lassen und sehr schnell von unsren Zielen ablenken, weil es unterwegs soviel zu sehen und zu erleben gibt. Die Rosen mit ihrem Duft haben Gerda an Zuhause und an Kay erinnert. Ihre geweinten Tränen waren echt.
    Bist Du auch leicht abgelenkt oder kommt Dir beim Lesen dieser Zeilen jemand, den Du magst, in den Sinn, der sich gerade meilenweit von seinem erklärten Ziel befindet?
    Gerda fastet von ihrer Ablenkung und ihrer Freude, um sich auf die weitere Suche zu machen, egal wieviel Zeit sie verloren hat, geht sie weiter.
  4. Ereignis: Gerda weint
    Als ob die Kleine nicht schon genug durchgemacht hätte. Nein, jetzt wird sie auch noch von einer Räubertochter gefangen gehalten, die einen Spass daran fand, ihr mit Messerstichen zu drohen.
    Doch in dieser schier ausweglosen Situation erfährt sie echtes Mitgefühl und große Unterstützung für die Rettungsmission.
    Mit einem Rentier inklusive Sitzkissen, Pelzstiefelchen und  und großen wärmenden Fausthandschuhen, Schinken und Brot macht sie sich auf nach Lappland zur Schneekönigin. Diesmal weinte sie Freudentränen vor Glück. Dieses Räubermädchen, das anfänglich so roh und garstig zu Gerda war, entpuppte sich als großer Segen. Gerda ist ihrer vorbehaltlosen kindlichen Art treu geblieben und hat darauf verzichtet, quasi gefastet, um ihr Leben zu betteln oder einen hoffnungslosen Streit gegen die Räuber anzufangen. Durch ihre Ehrlichkeit erreichte sie das Herz des Räubermädchens und wurde unterstützt, versorgt.
    Befindest Du Dich auch gerade in Gesellschaft einer Räuberbande, möchtest Du am liebsten weglaufen, weißt aber,
    daß es nicht gelingen wird?
    Ist Dir jemand bekannt, der unter Räubern leben muss, und auf Rettung und Unterstützung von Dir wartet.
    Gerda fastet von dem zum Scheitern verurteilten Versuch, sich selber retten zu wollen, und erfährt Hilfe und Unterstützung durch Mitgefühl, durch Empathie der Räubertochter.
  5. Ereignis: Gerda weint
    Das letzte Mal, zumindest in diesem Märchen, weint Gerda, als sie endlich nach unsäglichen Strapazen im Schloss der Schneekönigin ankommt und ihren Freund Kay wieder sieht. Dieser war gerade dabei, das „Eisspiel des Verstandes“ zu spielen. Könnte er es schaffen, mit bestimmten Holzstückchen das Wort EWIGKEIT zu schreiben, würde die Schneekönigin in frei lassen, ihm die ganze Welt schenken und obendrein noch ein paar neue Schlittschuhe. Als die kleine Gerda ihren eiskalten Freund Kay endlich wieder sah, fiel sie ihm um den Hals und weinte heiße Tränen. Diese Tränen waren es, die das kalte Herz ihres Freundes wieder auftauten und die beiden wieder vereinten.
    Bist Du vielleicht gerade kurz vor einem Ziel und hörst Stimmen,
    die Dir sagen, daß Du besser aufgeben und wieder nach Hause gehen solltest, daß es zu gefährlich ist, Dich einzusetzen?
    Daß alles keinen Sinn mehr hat?
    Bist Du müde und erschöpft von der langen gefährlichen Reise
    und möchtest am liebsten aufgeben?
    Oder ist da jemand in Deiner Nähe, der kurz davor ist, alles hinzuschmeißen?
    Gerda hat sich geweigert, kurz vor dem Sieg aufzugeben, sie hat quasi das Zurückweichen und die Angst vor der gemeinen Schneekönigin gefastet und ist zum Ziel gekommen.

 

Du liebe Seele, 
ich wünsche Dir
ein wunderbares Wochenende.
Sollte ein Freund Deine Hilfe,
eine Freundin Deinen Beistand
brauchen und es Dich etwas kosten
zu helfen, dann denke an Gerda aus
diesem Märchen, wie sie entschieden
und mutig ein Fasten ausrief und
ihre Vorbehalte und Angst beiseite legte,
um ihrem Freund beizustehen, auch wenn sie
echt viel geweint hat, aber das ist ja
nichts Neues, oder?

Wer braucht Deinen Beistand,
wen hättest Du fast vergessen?

Herzliche und mutige Grüße
kommen heute von

❣️Gerda ❣️

Größere Liebe hat niemand als die,
dass er sein Leben hingibt für seine Freunde !
Die Bibel Johannes 15,13

Über die Rose gäbe es Enzyklopädien zu füllen, sie gilt als Königin der Blumen und soll die älteste Kulturpflanze weltweit sein. Ein Symbol, der Liebe und des Schmerzes, der Schönheit und des Duftes.
Weißt Du mehr?

Unser Strauss wird bunt: Passion, Versorgung und Freundschaft haben wir bereits, doch die nächste Blume wird oft verkannt und hat es in sich. Die Narzisse.

Du wirst stauen …

An diesem Wochenende haben wir etwas Zeit, es die ersten drei Blumen zu bestaunen, über die eine oder andere Fastenfrage nochmal in der Tiefe nachzusinnen und gegebenenfalls auszuprobieren.
Wir beide treffen uns am Montag hier wieder.
Du liest von mir.

Eine Antwort auf „Der 3. Fastentag mit einem Blumengruß aus der Mitte meines Herzens“

  1. Ja, ja, das ständige Weinen aus verschiedenen Gründen… das kenne ich auch zur Genüge. Und wie so oft habe ich festgestellt, dass Tränen den Zustand transformieren können und danach ist alles anders. Nicht immer besser, aber einfach anders…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.