Der 15.Dezember „Die vier Kerzen“

Der 15. Dezember 


Du wunderbare Seele,

Heute leuchtet die dritte Kerze. Es wird heller. Weihnachten rückt näher. Das Fest der Liebe ist zum Greifen nahe.
Ein schöner Gedanke.

Wie viele hochsensible Menschen gehen auch die vier Kerzen der folgenden Geschichte durch Lebensphasen, die sich alles andere als lebendig anfühlen.

Was sie erleben?

Vier Kerzen

Am Adventskranz brannten vier Kerzen. Draußen lag Schnee
und es war ganz still. So still, dass man hören konnte,
wie die Kerzen miteinander zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße FRIEDEN.
Mein Licht gibt Sicherheit, doch auf der Welt gibt es so viele Kriege.
Die Menschen wollen mich nicht.“
Ihr Licht wurde kleiner und kleiner
und verglomm schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte:
„Ich heiße GLAUBEN. Aber ich fühle mich überflüssig.
Die Menschen glauben an gar nichts mehr.
Was macht es für einen Sinn, ob ich brenne oder nicht?“
Ein Luftzug wehte durch den Raum,
und die zweite Kerze verlosch.

Leise und sehr zaghaft meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort:
„Ich heiße LIEBE. Mir fehlt die Kraft weiter zu brennen;
Egoismus beherrscht die Welt. Die Menschen sehen nur sich selbst,
und sie sind nicht bereit, einander glücklich zu machen.“
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind ins Zimmer.
Erstaunt schaute es die Kerzen an und sagte:
„Warum brennt ihr nicht? Ihr sollt doch brennen und nicht aus sein.“
Betrübt ließ es den Blick über die drei verloschenen Kerzen schweifen.

Da meldete sich die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:
„Sei nicht traurig, mein Kind.
So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen
immer wieder anzünden.
Ich heiße HOFFNUNG.“

Mit einem kleinen Stück Holz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und erweckte Frieden, Glauben und die Liebe wieder zum Leben.

Ein Kind der Hoffnung

Diese Geschichte ist für mich eine wunderbare Analogie zu Zeiten in meinem Leben als feinsinniges Wesen auf diesem Planeten.
So wie Du mich seit dem Frühling dieses Jahres begleitest, kannst Du Dir vorstellen, daß ich ohne Mühe ein Buch darüber schreiben könnte.
Über den Kranz, wie er gebunden wurde, die Hände, die das Grün geschnitten haben, den Draht, der ihn zusammenhält, die  Kerzen, wie sie aus heißem Wachs gegossen und liebevoll in Regal des kleinen Dekoladens präsentiert von mir erstanden und mit kreativer Hand in den Kranz eingearbeitet wurden. Von der Liebe zum Detail.

Über die Wichtigkeit der Stille in meinem Leben und wie sehr ich um den Frieden in meinem Herzen gerungen und gekämpft habe, mich so zu lieben, wie ich bin. Über Flüsterzeiten.

Ich könnte Dir auch meine Galubenskrisen beschreiben, davon gab es einige oder über meine Sinnfragen, ob sich der ganze „Zirkus“ überhaupt noch lohnt. Die Frage nach dem Sinn meines Lebens, und die ehrliche Auseinandersetzung mit dem was ich wirklich wirklich glaube.
Oft haben Menschen mein Glaubenslicht ausgepustet.

Keine Kraft mehr andere zu lieben, schon gar nicht mich selber. Mit dieser Kerze habe ich sehr oft Bekanntschaft gemacht. Sich ungeliebt zu fühlen ist für mich eins der furchtbarsten Zustände überhaupt.
Und obwohl mein Verstand es weiß, daß ich es wert bin geliebt zu werden, scheinen hochsensible Menschen (wahrscheinlich alle lebendigen Wesen) zwingend auf dieses Gefühl, bedingungslos geliebt zu werden, angewiesen zu sein, um zu überleben.
In dem Moment, wo ich mir selber gestatte mich wirklich zu lieben und zu glauben, daß ich aus der unendlichen Liebe des Himmels hier auf die Erde gekommen bin, um diese Liebe zu leben, kehrt Ruhe ein.
Diese Quelle zu verlassen bringt mich in ernste Schwierigkeiten.
Frag meine Familie und Freunde.

Dann kommt das Kind in mir. Wenn mein inneres Kind, das kleine Mädchen Gerda kein Zuhause gefunden hat, wird es immer wieder aus den Tiefen meines Herzens dafür sorgen, daß ich mich um sie kümmere. In der Auseinandersetzung mit dem kleinen Mädchen habe ich viel über mich und meine Schatten erfahren. Das war eine Grundvoraussetzung für meine Befreiung. Einfach war es nicht, aber absolut lohnenswert.
Kinder stellen Fragen, ich bin ein Fan von Fragen und das Kind zeigt offen und ehrlich seine Emotion. Es ist betrübt.
Ich kenne Tage, da ist „betrübt“ mein zweiter Vorname, da könnte ich nur weinen . Darüber, was ich höre, lese, sehe oder empfinde.

Nun sind wir bei der vierten Kerze angekommen, wenn alles verloren scheint, und einem die Hoffnung, daß iregendetwas besser werden könnte, verloren geht, hat man ein echtes Problem.
Wenn jeder Tag dem anderen gleicht, Du alles versuchst und alles gibst, doch nichts ändert sich. Dann kann es passieren, daß deine letzte  Hoffnung  auf Besserung sich verabschiedet.
Nur wer diesen Ort kennt, dort verweilt hat und sich dem dunklen, kalten und erbarmungslosen Zustand fern aller Hoffnung gestellt und einigermaßen heil auf Knien kriechend wieder herausgekrabbelt ist, ahnt wovon ich hier schreibe.
Wenn dann keine Kerzen-Menschen da sind, die Dir den Weg nach Hause leuchten, wird es schwer, sehr schwer.

Heute

Heute am dritten Advent
wünsche ich Dir Hoffnung
auf ein Leben im Frieden
mit Deiner unverwechselbaren
Art und Weise, die Welt zu sehen.
Und die Gewissheit, daß Du aus einer
ewigen Quelle geliebt und angenommen bist.
Ich wünsche dir den Glauben, der der Verstand übersteigt.
Glauben an Dich und an das Kind der Hoffnung.

In Liebe
und gemeinsam
mit Dir unterwegs

❣️Deine Gerda❣️

 

Wenn Du erfahren möchtest, wie ich meinen Frieden mit mir und meiner Hochsensibilität gefunden habe, mein Glaube geprüft und geläutert wurde, die kleine Gerda ihre Heimat fand und was mir in den tiefsten Tälern Hoffnung gegeben hat, kannst Du entweder die älteren blogbeiträge lesen, hier dabei bleiben oder mir schreiben.

Nur soviel: Jesus ist als kleines Kind der Hoffnung auf diese Welt gekommen, ER ist der Grund für Weihnachten und seine Geburt läutete für die ganze Welt eine neue Zeit ein.

Ich weiß nicht, welche Kerze auf dem Adventskranz Dich heute besonders anspricht, was ich aber in meinem Herzen weiß, sind diese Tatsachen aus der Bibel, hier Jesaja 42,1-4.

„Siehe, mein Knecht, den ich stütze,
mein Auserwählter,
an dem meine Seele Wohlgefallen hat:
Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt …
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen;
er wird der Wahrheit gemäß das Recht kundtun.
Er wird nicht ermatten und nicht niedersinken“ 

Wenn Du heute Deine Kerzen anzündest, denke an jemanden, der nur noch dieser glimmende Docht ist, mit guten Gedanken oder einem Gebet.

Heute leuchtet die dritte Kerze. Es wird heller. Weihnachten rückt näher. Das Fest der Liebe ist zum Greifen nahe.
Ein schöner Gedanke.
Oder?

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