Der 13.Dezember: „Mama Mia Maria“

Der 13. Dezember


Hallo du liebe Seele,

Heute möchte ich mit Dir ein paar Gedanken über Maria teilen.
Maria ist maßgeblich an der biblischen Weihnachtsgeschichte beteiligt.

Mein Verhältnis zu ihr hat sich im Laufe meines Lebens sehr verändert.
Kaum eine andere weibliche Figur hat auf der Erde soviel Ehre und gleichzeitig soviel Häme bekommen, wie sie.

Maria 


Maria

Hinter dem dreizehnten Türchen verbirgt sich eine kurze Betrachtung über Maria als Mutter von Jesus. Ein Mutterherz steht heute also im Mittelpunkt dieses Freitags. Mütter haben gerade in der Adventszeit eine besonders herausfordernde Zeit. Ich erlebe in meinem Umfeld sehr traurige und hoffnungslose Mütter, die alles in allem nur eins möchten: daß es ihren Kindern gut geht, sie erblühen und zu geraden friedlichen zufriedenen Erwachsenen werden mögen.
Gerade im Zeitalter von Patchworkfamilien und Alleinerziehenden Müttern und Vätern ist die Herausforderung, gerade an Weihnachten umso größer. Wer feiert wann mit wem, wer schenkt wem was und wo bleibe ich in dem ganzen Organisationsmarathon? Der Schmerz und die Sehnsucht nach einer (scheinbar) heilen Familie bricht sich Bahn.
Und mitten drin im Dilemma der Erwachsenen?
Unsere Kinder.
Ich bin manchmal zutiefst erschrocken und erschüttert, wieviele Lasten und Sorgen auf den kleinen Schultern von Kindern liegen,
weil ihre Eltern selber zutiefst verunsichert und verlassen wurden.
Das ist sehr sehr traurig .
Ich habe große Hochachtung vor jeder Mutter. Vor jeder Frau, die Verantwortung für andere übernimmt.

Maria

Wie schon eingangs erwähnt, hat sich meine Sicht auf Maria sehr gewandelt, was letztlich auch mit meiner Mutterschaftsentwicklung zu tun hat.
Als kleines Mädchen war sie für mich so etwas wie eine Heldin, wenn nicht die Heldin überhaupt. Wenn so ein großer Gott, der in unserer Dorfkirche wohnt sie aussucht, muss sie etwas ganz Besonderes sein.
Die Rolle von Maria im Krippenspiel inne zu haben, einmal die Auserwählte zu sein und dann noch das Jesus-Kind im Arm zu halten.
Ein Mädchentraum. Alle Augen sind auf Maria gerichtet.
Kinder brauchen Träume, auch wenn sie zerstört werden, wie es bei mir der Fall war. Diese „Ich wollte so gerne die Maria spielen-Wunde“ ist verheilt, es hat Jahre gedauert. Trotzdem war der Traum zauberhaft.

Als ich älter wurde begegnete mir Maria  immer mal wieder in den biblischen Geschichten als Mutter von Jesus, später als treue Begleiterin bis zum bitteren Ende. Immer noch als Heldin, doch mit erheblich weniger Ergeiz ihre Rolle haben zu wollen.
Ich bekam mit, wie anscheinend schlaue und große Männer Gottes sich über sie stritten. Die einen machten sie zu Heiligen und verehrten sie, die anderen bekämpften sie und was sie verkörperte.
Maria hat das Potential ganze Kirchen zu spalten und zu entzweien.
Dabei ist sie erstmal nur und als ob das nicht reichen würde,
die Frau, die Gott erwählt hat, seinen Sohn auf diese Welt zu senden.
Nicht mehr und nicht weniger. Eine junge Frau mit dem Herzen und den Augen einer Mutter.

Maria

Heldinnen werden von Menschen gemacht.
Im Spätsommer 1997 starben gleich zwei meiner insgeheimen Idole.
Der „Engel der Armen“ und die „Königin der Herzen“.
Mutter Teresa und Lady Di starben im Abstand weniger Tage.
Das waren weltweite Trauertage.
Es liegt mir fern sie mit Maria vergleichen zu wollen, obwohl es schon einige Parallelen gibt. In dieser Zeit wurde ich auch mit Lehren konfrontiert, die den Umgang mit Maria als Mutter Gottes scharf kritisieren und somit auch die, die sie als Heilige verehrten.
Das hat mich damals wirklich schockiert.
Maria, Maria. 
Nun, ich kann von mir nicht behaupten, dass ich eine Feministin bin, doch an dieser Stelle muss ich mir eingestehen, dass es fast immer Männer waren, die sich über die Rolle und Stellung von Maria stritten, und das mit einer Leidenschaft, die mir teilweise Angst einjagte.

Maria

Heute, nach tiefen Auseinandersetzungen mit dem was ich glaube und wie mein Christsein sich im Alltag wiederspiegeln sollte, komme ich zu folgenden Erkenntnissen bezüglich Maria.

Maria wurde als junges Mädchen mit einer Aufgabe, einem Ruf Gottes konfrontiert und sagte JA.
Maria wurde als junge Frau mit Obdachlosigkeit, Armut, und Flucht konfrontiert und sagte JA.
Maria wurde immer wieder mit großen Problemen im Familienleben konfrontiert und sagte JA.
Maria wurde im Leben mit Jesus mit vielen Zeichen und Wundern konfrontiert und sagte JA.
Maria wurde mit Leid, Schmerz, Angst und Demütigungen
konfrontiert und sagte JA.
Maria wurde mit dem grausamsten und schlimmsten Tod ihres Sohnes konfrontiert und sagte JA.
Maria wurde eingeladen bis zum bitteren Ende ihres Kindes zu bleiben und sagte …

Maria

Ich bin mir sicher, daß sie auch NEIN hätte sagen können, aber sie hat zu jeder Konfrontation, die ein Mutterherz nur treffen kann ein eindeutiges deutliches JA gefunden.
Weißt Du und das bewundere ich an ihr.
Als Maria als Mutter.

Eine Mama, die bis zum bitteren Ende bleibt, egal was vorher war
und mit keiner Ahnung davon, wie es mit ihr weitergehen wird.
Ihr JA zu diesem Kind im Stall von Bethlehem zieht sich durch die ganze Lebensgeschichte von Jesus.
Und ob er seine Mutter herausgefordert hat?
Ja, und das nicht nur einmal.
So sind Kinder, sie bringen in uns alles hervor, was nicht auf einer ewigen und bedingungslosen Liebe gegründet ist. So auch bei Jesus und seiner Mutter Maria.

Ein Mutterherz wie das von Maria ist selten zu finden und deshalb gehört sie für mich nach wie vor zu meinen Heldinnen.

Du liebe Seele,
heute an diesem
Freitag möchte
ich alle Mütter ehren.
Im Glauben, daß sie immer
ihr Bestes geben und wollen
für ihre Kinder,
auch wenn es nach aussen hin
anders erscheinen mag.

 

In Lukas 1 lesen wir einen Lobgesang von Maria,
dem kann und möchte ich gerne zustimmen:

Maria aber sprach:
»Mein Herz preist den Herrn,

alles in mir jubelt vor Freude über Gott, meinen Retter!
Ich bin nur seine geringste Dienerin,
und doch hat er sich mir zugewandt.
Jetzt werden die Menschen mich glücklich preisen
in allen kommenden Generationen;
denn Gott hat Großes an mir getan,
er, der mächtig und heilig ist.
Sein Erbarmen hört niemals auf; er schenkt es allen,
die ihn ehren, von einer Generation zur andern.

Jetzt hebt er seinen gewaltigen Arm und
fegt die Stolzen weg samt ihren Plänen.
Jetzt stürzt er die Mächtigen vom Thron
und richtet die Unterdrückten auf.
Den Hungernden gibt er reichlich zu essen
und schickt die Reichen mit leeren Händen fort.
Er hat an seinen Diener Israel gedacht
und sich über sein Volk erbarmt.

Wie er es unsern Vorfahren versprochen hatte,
Abraham und seinen Nachkommen für alle Zeiten.«

In Liebe

❣️Deine Gerda❣️

PS1:
Mir ist völlig klar, daß das Leben komplex und schwer ist, dass Mütter verzweifeln und Dinge tun und lassen, die unmenschlich erscheinen.
Jeden Tag werden Kinder abgetrieben, getötet, misshandelt, gequält und missbraucht, vernachlässigt und geschlagen, alleine gelassen und verlassen. Das stimmt, und vielleicht gehörst Du zu einem solcher Kinder. Gerade hochsensible Kinder bedeuten eine enorme Aufgabe für eine Mutter, eine Familie.
Es tut mir sehr sehr weh, solche Geschichten zu hören und ich wünsche Dir Heilung und Wiederherstellung für Deine Kindheitswunden.
Und allen Müttern, die das hier lesen: Der Himmel sieht eure Herzen und dass ihr das ihr es versucht, jeden einzelnen Tag versucht,
die Mutter zu sein, die eure Kinder brauchen.
Danke für euer JA zu jeder Konfrontation des Lebens.

PS2:
“Mama mia Maria“ bedeutet soviel wie „Meine Mama Maria“.
Wer hätte nicht gerne so eine Mama, die bleibt bis zum Ende?
Nun, Jesus hatte sie, und er hat sie auch wirklich gebraucht.

PS3:
Natürlich hatte Jesus auch einen Vater, beziehungsweise zwei.
Ich werde ihm auf jeden Fall noch ein Türchen reservieren, versprochen.

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