Das Drehbuch – (m)deines Lebens

 „Das Drehbuch ist die textliche Grundlage eines Films, Theaterstücks oder Serie. Es enthält Figuren, Dialoge, Requisiten, Wetter, Tageszeitangaben und mehr …“

Das Drehbuch

Heute möchte ich Dich zu einem Wortspiel einladen, verbunden mit der Frage nach dem Drehbuch Deines Lebens.
Was steht im Script? Welches Szenario bietet Dir Dein Leben?
Welche Sprache spricht Dein Lebensbuch?
Wer ist der Hauptdarsteller, der Held, der Antiheld?
Ist Dein Leben:
Drama, Thriller, Krimi,  Komödie, Mystery, Horror, Fantasy, Horror, Romanze oder Science-Fiktion?


Oder ein anders Genre?

Weltanschauungen und Lebensauffassungen gibt es viele. Die einen denken und glauben, unser Schicksal ist bei der Zeugung festgelegt.
Im Buch des Lebens steht Seite für Seite, wie unser Leben verläuft. Ohne Einfluss unsererseits. Schicksal?
Die anderen bezeugen, dass sie schon mehrere Male hier waren und ihre Seele wandert von Leben zu Leben um sich zu erfahren und zu lernen. Seelenwanderer?
Wieder andere denken, sie sind ganz alleine für ihr Leben verantwortlich, nach dem Motto: „jeder ist seines Glückes Schmied“ Realist?

Christen, Moslems, Juden und wie sie sich alle nennen und glauben.
Jeder Mensch kommt in seinem Lebensbuch auf die Seite, an die Stelle, die eine Entscheidung verlangt, wie er oder sie ihr Leben leben möchte. Was er glaubt oder eben nicht glaubt.

Du hast Dich für nichts entschieden?
Auch das ist eine Entscheidung.
Je nach Glaubensauffassung lebst Du, lebe ich. Wir wähnen die Wahrheit auf unserer Seite und deshalb streiten wir und ereifern uns. Jeder hat gerne Recht. Und jeder hat ja auch Recht, seiner Meinung nach. Was die einen lieben, hassen die anderen. Des einen Gebot ist des anderen Verbot.
Ein universelles Drehbuch für´s  Menschsein scheint es nicht zu geben.

Keine Panik, hier kommt jetzt kein Aufruf zur Bekehrung, obwohl ich natürlich glaube, dass das Christentum für seine Leute die besten Drehbücher schreibt. Abgesehen von einigen Flops bei Inquisisatoren, Sklavenverkäufern, Hexenmördern, Kreuzrittern, Zwangsmissionaren und Kinderschändern, allesamt Massenmörder im Namen ihrer Kirche.
Diese Drehbücher wiesen wohl die eine oder andere Fehleinstellung auf. Einige viele Flops. Auch in den anderen Weltanschauungen und Religionen  lassen sich Übel und Grauen in nicht geringer Menge finden.
Was ist denn nu ?

Also doch kein Drehbuch?

Ich habe Dir ein Wortspiel versprochen. Spiele können Spass machen, knifflig sein, herausfordern, anstrengen oder beruhigen. Alles ist möglich und je nach Sichtweise auf das Leben, wird sich die eine oder andere Gefühlsregung zeigen. Versuche es trotzdem zu geniessen.
Vielleicht wirst Du am Ende sogar überraschst sein.

Es war mal wieder soweit!

Wie sooft im Halbschlaf zwischen den Welten wandelnd, befinde ich mich mitten im Zuschauerraum eines kleinen Theaters. Ein wunderschönes altes Theater mit roten Klappsitzen und niedlichen Tischchen an den Rückenlehnen für ein Gläschen. Hinter dem dunkelgrünen Samtvorhang  ahne ich ein knochiges Eichenparkett, uralte Bretter, die schon manche Welt bedeuteten. Das ganze erinnert mich an Gelsenkirchener Barock. Sehr gemütlich und rustikal.
Jenseits der Bühne vernehme ich ein buntes Treiben. Es wird sich eingesungen, Texte werden rezitiert. Lampenfieber und Anspannung liegen in der Luft. Zu gerne würde ich da mal Theatermäuschen spielen. Geht leider nicht, denn ich sitze allein in der Mitte des Zuschauerraumes, neben mir auf dem Klappsitz fällt mein Blick auf ein dickes Buch:

MY LIFE STORY

Meine Lebensgeschichte? Wow. Ich nehme das Buch zitternd in die Hände und schlage es auf. Sofort fangen die Worte auf den Seiten an lebendig zu werden. Erinnerungen an gute Tage, traurige Stunden, Schrecksekunden und Unendlichkeitserlebnisse. Bis zum heutigen Tag ist alles fein säuberlich aufgeführt im gängigen knackigen Drehbuchformat. Alles aufgezeichnet, bis heute.

Heute:

Dann geht das Licht im Theater aus. Das kleine Leselicht mit grünem Lampenschirm auf dem winzigen Tisch vor mir glimmt friedlich. Musik schwillt an, der Vorhang hebt sich. Scheinwerfer werden nach und nach zu Spotlichtern. Eine Lichtshow mit atemberaubenden Regenbogeneffekten und Spährenklänge von der Sorte Sternengesang versetzen mich ins pure Staunen. Ich bin überwältigt, eine Einzelvorstellung? Nur für mich? Werde ich gleich meine Zukunft sehen oder bin ich gestorben? Träume ich?

Dann plötzlich: Licht aus, Musik aus.
Dunkelheit und Stille!

SPOT auf mich! Und auf das Drehbuch!

Alles dreht sich

Die Bühne ist leer. Ich sitze da wie angewurzelt fest in meinen Theaterstuhl gedrückt mit meinem Drehbuch auf dem Schoß und werde angestrahlt. Mein Magen dreht sich, ebenso mein Gehirn.
Nach einer gefühlten Ewigkeit schlage ich die Drehbuchseite von heute auf. Heute ist der Tag, die Stunde, um Entscheidungen für meine Zukunft zu treffen.
Ich lese :

Innen/Tag
Theater am Livingpoint

Gerda sitzt gespannt in ihrem Theatersitz und schaut in ihr Drehbuch. Geblendet von den hellen Lichtstrahlen fängt an zu lesen:
Gerda:
(räuspert sich, liest leise, aber deutlich)
Willkommen beim Zukunftscasting. Heute darfst DU Dich entscheiden, wen und was Du mitnehmen willst in dein Morgen, wer hier im Heute bleibt und wen oder was Du getrost in die Vergangenheit los lassen darfst.
Willkommen an Deinem Point of life.

Licht aus/ Musik ab (Playlist beim P.A.)

Kandidat 1.:
Emo betritt unsicher, ein wenig verlegen tapsend die Bühne.

Licht an/ Musik aus

Emo:
(Holt tief Luft und legt los)
Hallo und guten Tag, ich bin die Emo, deine Gefühlswelt.Ich bin da, wenn Du Deinem Erleben eine Emotion zukommen lässt. Ich bin die, durch die Du weinst, lachst, wütend oder zärtlich bist. In mir ist die ganze Fülle Deiner Gefühle.
Es wäre eine Ehre für mich, Dich weiterhin zu begleiten und auf Deinem Weg in mehr Balance zu unterstützen…
Emo nickt, verbeugt sich und stellt sich auf den markierten Kreis in die Bühnenmitte.
Sie wartet. Holt tief Luft.

Gerda nickt ihr freundlich zu und entgegnet ihr ohne Zögern:
Gerda:
(etwas lauter und sehr gut zu verstehen)
Liebe Emo, aus ganzem Herzen ein JA von mir. Ohne Dich ist meine Zukunft nicht auszudenken. Du bist dabei.
Emo hüpft einmal um ihre Achse und nickt abermals, verbeugt sich und geht links ab.

Gerda grinst, applaudiert und lehnt sich etwas entspannter zurück.
Pause

Licht aus/ Musik ab

Kandidat2:
Ratio betritt im Stechschritt die Bühne

Licht an/ Musik aus

Ratio:
(Spricht mit fester akzentfreier lauter Stimme)
Gerda, rational gesehen ist es stastitisch evident erwiesen, dass Du ohne mich nicht weiter kommst, Du brauchst meinen kühlen Kopf, meine Analysis, meine Berechnungen und meinen klaren Sachverstand. Ohne mich bist Du verloren …

Drehbuchauszug ENDE

So ging es weiter und weiter. Intuitiv und aus der Mitte meines Herzens habe ich entschieden, was ich glauben möchte, wie meine Auffassung vom Leben und von der Liebe ist. Was ich über den Tod denke und ob ich an einen Schöpfer glaube.
Ich darf in meinem Leben das Drehbuch füllen und führen. Mit Menschen, Orten und Dingen die zu meinem zukünftigen Ich passen. Charaktereigenschaften, Hobbys, Nahrungsmitteln, Verträgen, Newslettern, Chats, Blogs, Serien, Tieren und Pflanzen, Kleidern, Schuhen, Büchern und …

Nun bist Du an der Reihe

Ab und zu bekommst Du eine Einladung ins Theater um Dir anzuschauen, wer und was sich auf Deiner Lebensbühne so tut. Du wirst erschrocken sein und erleichtert, froh und traurig, stolz und demütig und vielleicht bist Du auch überrascht zu sehen, dass vieles einfach nicht mehr zur Dir und Deiner Zukunft passt.
Das können lila Alpenveilchen oder weiße Satin-Leggings sein. Ein alter Groll auf Deinen Mathelehrer oder die zweihundert Newsletterabbos auf deinem E-Mail-Account. Du ahnst es schon, oder?
Dabei herauskommen kann, muss aber nicht, dass sich Dein zukünftiges Leben auch um Dich dreht. Nicht nur- aber auch!!
Und was das Recht haben dürfen betrifft:
Ich überlege mir jedesmal, was mir wichtiger ist: Die Liebe und die Beziehung zu dem Menschen, der mir gerade seine Sicht und seine Weltanschauung um die Ohren schlägt –   oder meine Meinung, mein Recht zu behalten. Im Vertrauen und unter uns: meistens habe ich ja doch am Ende Recht (kleiner Scherz) und kann mich ganz entspannt auf die Liebe verlassen.
Das größte ABER ist die Liebe.

Ein universelles Drehbuch für´s Menschsein gibt es wohl nicht.
Doch ich wäre nicht ich, wäre da nicht eine Idee.

IN NECESSARIIS UNITAS
IN  IN OMNIBUS CARITAS
IN DUBIIS LIBERTAS

(Im Notwendigen herrsche Einmütigkeit,
im Zweifelhaften Freiheit,
in allem aber Nächstenliebe
Rebublica Ecclesiastica 1617 )


In diesem liebevollen Sinn,
Dreh´ Dein Lebensbuch mal in die Richtung, die für Dich ab heute stimmig ist.
Liebevoll mit Dir und Deinen Nächsten!

Deine Gerda

 

Der Verstand kommt nächste Woche ins Spiel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.