Auf ein Wort heute: AMBIGUITÄTSTOLERANZ

Du liebe Seele,
heute möchte ich mit
dir ein paar Gedanken
teilen, die mich schon sehr
lange in meinem
Gedankenpalast
beschäftigen.

Heute möchte ich mit dir über das wunderschöne, hochsensible  und klangvolle Wörtchen:  AMBIGUITÄT nachsinnen.
Nie gehört oder gelesen?

Worterklärungsversuch 

Aus dem Psychologischen Wörterbuch Dorsch :

Ambiguitätstoleranz
ist die Fähigkeit,
andere Meinungen und Sichtweisen
zu akzeptieren,
sowie
Mehrdeutigkeiten und Widersprüche
in Situationen und Handlungsweisen
zu ertragen,
ohne sich unwohl
zu fühlen
oder aggressiv
zu reagieren.“

 

Na super!

Aber eins nach dem anderen.

Hochsensibel oder empathisch zu sein, bedeutet für mich manchmal an einem Tisch mit verschiedensten  Menschen zu sitzen und ein Stückchen Kuchen zu essen, oder zwei.
Verschiedene Menschen, aus unterschiedlichen Generationen, mit völlig diversen Lebens- und Weltanschauungen.

Das geschieht 
Wir alle sind soziale Wesen und ab und zu läßt es sich nicht vermeiden, eben an so einem Tisch unter bunten Wesen zu verweilen oder zu feiern. Quasi mittendrin.

In der Vergangenheit ist es mir oft so ergangen, dass ich mit unglaublichen körperlichen Symptomen auf andere Meinungen oder Lebensweisheiten meiner Tischgenossen reagiert habe.
Nicht selten krampfte sich mein Magen zu einem Knoten zusammen, oder mir liefen buchstäblich eiskalte Schauer den Rücken herunter.
Gänsehaut oder Augenzucken waren an der Tagesordung.

Du kennst die Themen: 
Politik, Ungerechtigkeit in der Welt, Glaube, Ernährung, Nachbarn,
die Verwandtschaft, Fussball oder ein Virus und der Umgang damit, die Gesundheitspolitik, Schule, Gemeinde, Rente, Straßenverkehr oder
oder oder …
Das Fernsehprogramm, das Wetter oder die Queen von England.
Jeder am Tisch hat sich seine ganz eigene Meinung irgendwann mal gebildet und vertritt diese auch  mehr oder weniger leidenschaftlich.

Das ist gerade für die harmoniebedürftigen Hochsensiblen sehr schwer bis gar nicht zu ertragen, denn was für Normalsensible ein hitziges Streitgespräch ist, welches nach dem Schlagabtausch mit einem gemeinsamen Getränk herunterspült und gespielt wird, ist für uns eine mittlere Katastrophe.
Gerade dann, wenn es um einen sensiblen Bereich in unserem bisherigen Leben geht.

  • Worauf reagiert dein Körper, wenn am Tisch lebhaft und laut debattiert und diskutiert wird?
  • Was bringt dich aus der Fassung?
  • Welche Meinungen und Lebenseinstellungen findest du unmöglich?
  • Wie steht es um deine Ambiguitätstoleranz?

Fragen über Fragen!

Ich bekenne dir heute, dass meine Ambiguitätstoleranz so ziemlich gegen Null ging, und dass bis weit in meine 40er Jahre.

Es ist mit Sicherheit
gut und wichtig, einen eigenen festen Standpunkt zu einzelnen Lebensfragen zu haben. Jeder von uns hat seine sensiblen Bereiche, in denen er besonders anfällig ist, eine konträre Ansicht oder Handlung für unnormal und abartig zu erklären.
Da gibt es bei mir auch immer noch knallharte Grenzen.
Sprich mich gerne darauf an, wenn du mehr wissen möchtest.

Soviel zum Tischgeschehen
Die Gäste sind satt und sinnig wieder losgezogen, du hast das Geschirr gespült und sitzt jetzt eigentlich ganz gemütlich auf deinem Sofa. Und dann geht es los. Aus einem dir nicht verschließbaren Grund drehen sich deine Gedanken immer und immer wieder um diese Gespräche am Tisch. Deine Gäste schlafen längst in ihren Betten in süßer Ruh`
Und bei dir rattert das Gehirn. Es glüht schon fast.

Warum?
Weil du, hochsensibel wie du bist, so gerne verstehen möchtest, wie die anderen zu ihren Einstellungen und Annahmen gekommen sind.

ACHTUNG!!

Wenn du nicht Acht auf dich gibst, besteht die bereits so häufig beschriebene Gefahr einer Überreizung deines sensiblen Nervensystems, weil Denken dich soviel Energie kostet.

In der Auseinandersetzung mit diesem Thema habe ich für mich einige hochsensible Erkenntnisse gewonnen, die da wären:

  1. Ich habe in mir auch diese Widersprüche und Mehrdeutigkeiten.
  2. Ich wünsche mir auch, dass meine Meinung akzeptiert wird.
  3. Jeder Mensch kommt zu seiner eigenen Meinung, seinem Standpunkt.
  4. Ich fühlte mich sehr oft unwohl und traurig, unverstanden.
  5. Trotz unterschiedlichen Sichtweisen können Menschen zusammen ein Stück Kuchen essen, oder zwei.

 

Mein Fazit

Ambiguitätstoleranz

Hochsensibel zu sein, kann bedeuten mit sehr hohen ideellen Werten und einem tiefen Verständnis von Wahrheit geboren zu werden.
Werden diese Werte und ethischen Prinzipien dann mit Füßen getreten, kommt es nicht selten zu körperlichen Symptomen, sogar dann, wenn die Situation selber schon längst vergangen ist.

Anzuerkennen, dass in mir selber auch diese Widersprüche zu finden sind, ich mir gegenüber auch wenig Toleranz gezeigt habe, war der erste Schritt auf meiner Reise zur:

Ich sehe dich, ich höre dir zu und versuche wirklich dich zu verstehen. Ich weiss, dass du deine Meinung und deine Standpunkte aus deinen eigenen Quellen beziehst und mit Argumenten stützt, die mir und meinem Wesen völlig fremd sind. Trotzdem werde ich alles tun, um dir das Gefühl zu geben, dass ich dich sehr wohl ernst nehme und an dir interessiert bin. Wir können über fast alles reden.
Du bist du und ich bin ich!“

Nun
ich mag immer noch keine lauten Diskussionen über Probleme, an denen ich nichts ändern kann. Ich bekomme immer noch einen Kloß im Hals, wenn eigentlich Courage gefragt ist und ja: manchmal wird mir richtiggehend übel, wenn ich höre wie wir miteinander umgehen und übereinander reden.

Du liebe Seele,
ich wünsche dir ein schönes Wochenende,
mit etwas Zeit über deine Ambiguitätstoleranz
nachzudenken.

Mit den herzlichsten Grüßen

❣️Deine Gerda❣️

Wir sind gemeinsam unterwegs, hochsensibel, authentisch und verletzlich. Das ist tröstlich, oder?

 

Hochsensibel und mittendrin

Wenn du meinen Ratgeber schon gelesen hast, würde ich mich sehr über ein persönliches Feedback von dir freuen. Ich bin offen für Wünsche, Anregungen und Gastbeiträge für Band 2.
Es geht weiter !

Wenn du mir bei Gelegenheit eine positive Sternenbewertung bei AMAZON geben würdest, würde das Buch schneller gefunden und Hoffnung in hochsensible Häuser bringen!

Danke für deine Lebenszeit ! Lebe bunt und gesund und munter!

2 Antworten auf „Auf ein Wort heute: AMBIGUITÄTSTOLERANZ“

  1. Was für ein Wort, liebe Gerda ❣️ über den Klang alleine, mußte ich jetzt erst mal nachdenken…
    Ambiguitätstoleranz ist bei mir persönlich ambivalent. Wenn sich mein Gegenüber die Mühe macht, seine Gefühle und Ansichten in angebrachte, passende Worte zu kleiden, kann sie manchmal auch höher werden als von mir erwartet und ein wahres, ach siehst du, kommt dann leise in meinen Kopf.

    Mit mitte dreißig ungefähr, habe ich mich mal gefragt, ob ich wohl alles menschliche begreifen kann, wenn mein Gegenüber es mir erklärt?! Damals habe ich mich mit der Psychologie intensiv beschäftigt und zwar mit dem Opfer- Täterverhalten.

    Allerdings habe ich bei lautstarken Konflikten meine Grenzen und überall da, wo keine Worte mehr zum Ausdruck gebracht werden, sondern nur noch Taten in Form von Gewalt.

    Diese Ambiguitätstoleranz fühlte sich für mich immer wie eine Spirale an, die nach unten oder oben dreht oder zusammen und auseinander. Oder wie eine Mikroskop, daß man in verschiedene Sehstärken einstellen kann, ganz nah oder weit weg. Wie ein Telemikroskop gibt es sowas wohl?
    Ich, wartend auf Lebkuchen, wünsche auch allen ein schönes Wochenende❣️
    Ambiguitätstoleranz, herrlich ❤️❤️

    1. Liebe Lauretta, genauso❣️
      Sobald ich irgendwo Lebkuchen oder ein telemikroskop entdecke, werde ich dir Bescheid geben ❣️
      Schönes Wochenende, du Liebe

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