ABER, ABER: “…solange Du Deine Füße unter meinen Tisch stellst!“

Du liebe Seele,

Ich hoffe, Du konntest die letzten Tage etwas Luft holen
und Dich ein wenig regenerieren.
Heute möchte ich mit Dir ein Möbelstück betrachten.
Eins, das Du kennst.

Eine waagrechte Platte, die in der Regel auf vier Beinen
oder einer anderen Stütze ruht.
Auf diesem Gebilde kann gegessen, gearbeitet, operiert,
verhandelt oder geschrieben werden.

Ich bitte Dich also heute zu Tisch.


Tische

Ob Dich jemand über den Tisch gezogen hat oder Du einen anderen unter den Tisch getrunken hast. Ob Du gerne reinen Tisch machen möchtest oder lieber alles unter den Tisch kehrst.
Tische haben einen Platz in all unseren Leben.
Nicht Wenige kennen die Redewendung: „solange Du Deine Füße unter meinen Tisch stellst“ aus früheren Zeiten, oder?

Tische.

Schreibtische, Esstische, Küchentische, Campingtische, Nachttische, Stehtische, Couchtische, Operationstische, Verhandlungstische, Ladentische, Schminktische. Tische, Tische, Tische …

Diese Tische sind alle im Außen und sichtbar.

Der Tisch von heute ist im Innen und unsichtbar.
Es geht um nichts Geringeres als …

Die innere Tafelrunde

Im Laufe der letzten Jahre und in der tiefen Auseinandersetzung mit den Themen Hochsensibilität und meiner empathischen Veranlagung bin ich manchmal mit ihr in Berührung gekommen.
Manche Kommunikationstrainer nennen es auch das Innere Team oder die innere Showbühne.

Es gibt Situationen im Leben, da brauche ich einen Rat, eine Richtungsweisung, eine Antwort, eine Idee, eine Lösung oder einen Trost. Da es sich hierbei meistens um hochkomplexe Fragestellungen handelt, mag ich meine Liebsten manchmal nicht damit belästigen.
( ja ich weiß, ihr hört mir immer gerne zu. Danke!)

Dann kommt meine innere Tafelrunde zum Einsatz:
Wie?

Ich nehme mir einen Moment oder einen Moment länger Zeit um ruhig zu werden, tief durchzuatmen, inneren Halt zu gewinnen und stelle mir einen runden wunderschönen gläsernen Tisch vor.
Nach und nach kommen meine Seelenanteile in ein schönes helles Zimmer mit großen bodentiefen offenen Fenstern.
Meerblick versteht sich von selbst.

In der Mitte des blitzeblankes runden Glastisches stehen liebevoll angerichtet kühle und warme Getränke und ein paar appetitliche Snacks. Um den Tisch herum stehen 12 unterschiedliche Stühle für jedes Mitglied meines Teams angemessen.

Und dann kommen sie herein, eine nach der anderen:
Darf ich Dir sie vorstellen?

An meiner inneren Tafelrunde nehmen zur Zeit regelmässig Platz:

  1. Mein heutiges ich
  2. Mein inneres Kind
  3. Meine innere Kriegerin
  4. Meine innere Anwältin
  5. Meine innere Bänkerin
  6. Meine innere Polizistin
  7. Meine innere Weise
  8. Meine innere Freundin
  9. Meine innere Mutter
  10. Meine innere Alte
  11. Meine innere Ärztin
  12. Mein Tod 

Es sei noch erwähnt, dass alle Tischgäste zu meinen allerhöchsten Wohl an diesem Tisch zusammensitzen und jede einzelne Stimme das gleiche Gewicht in der Entscheidungsfindung hat.
Manchmal gibt es eine Wortsammlerin, die am Ende alle Argumente sortiert und eine Zusammenfassung der Stimmen gibt.
Hochsensible Menschen tun sich manchmal schwer mit Entscheidungen. Das ging mir auch so, lange Jahre mit wachsendem Frust. So viele wunderschöne Einladungen und Erlebnisse sind mir durch die Lappen gegangen (auch wieder so eine Redewendung),
nur weil ich mich entscheiden konnte wollen mochte.
Heute, nach etlichen Sitzungen an dieser Tafel und mit viel Übung gelingt es mir in Sekundenschnelle alle zusammenzurufen um mir zu helfen, Dinge zu entwirren und Sachverhalte aufzuklären.
Zu entscheiden!

Bei scheinbar wichtigen Entscheidungen (wie Ehepartner, Wohnort,  Arbeit oder was wirklich wirklich wichtig für mich  ist …) habe ich auch immer noch die Möglichkeit einen oder zwei echte Menschen zu Rate zu ziehen, die mir liebevoll und konstruktiv zur Seite stehen.
Das tut auch immer sehr gut.

Sollen wir mal reinhören? Sie treffen sich gerade jetzt in dieser Minute zu einem Austausch über das nächste Jahr, über Wünsche und über Vorhaben in meiner Zukunft.
Auf der Sitzungseinladung stand:

Im Jahr 2020 entscheidet Gerda sich – für sich !! 

Was möchte Gerda denn im nächsten Jahr tun oder lassen?
Endlich in Angriff nehmen oder wirklich beenden?
Welche Entscheidungen wollen gefällt werden? (wie Bäume?)

Doch nun: hört, hört !  (besser lest, lest!)

Nächster Punkt auf der Liste ist Gerdas Gesundheit,
jede von uns hat ein für sie typisches Statement vorbereitet:

  1. Mein heutiges ich: 
    Ich möchte 2020 mehr für meine Gesundheit tun! 
  2. Mein inneres Kind:
    Ich finde, wir sollten viel mehr spielen, malen, toben und träumen!
  3. Meine innere Kriegerin:
    Auf in den Kampf, wen können wir bekämpfen? Zucker, Kohlenhydrate?
  4. Meine innere Anwältin:
    Wir brauchen eine Rechtsgrundlage, wir haben ein Recht auf Vorsorge!
  5. Meine innere Bänkerin:
    Was wird uns das kosten? Bioregional? Fitnessstudio? Vitamine? 
  6. Meine innere Polizistin:
    Achtung, Achtung: nicht zu vorschnell loslegen, erstmal zum TÜV!
  7. Meine innere Weise:
    Wir wissen doch genau, was wir brauchen um gesund zu bleiben! 
  8. Meine innere Freundin:
    Wir bleiben bitte in Balance, alles in Maßen, nur kein Stress! 
  9. Meine innere Mutter:
    Wir sparen nicht beim Essen, Essen hält Leib und Seele zusammen!
  10. Meine innere Alte:
    Wir sind und bleiben zerbrechlich und in Gottes Hand. Alles ist gut! 
  11. Meine innere Ärztin:
    Wir sind uns doch wohl einig: mehr Kilometer, weniger Kilogramme!
  12. Mein Tod :
    Wir haben noch etwas Zeit, alles in Ordnung zu bringen ! 

Dann verlassen sie, wie sie gekommen sind diesen unglaublichen Ort
in der Mitte meines Herzens. Ich könnte sie Dir in den schillerndsten Farben beschreiben, sie sind herrlich anzuhören und anzusehen.
Ich liebe jede einzelne von ihnen. Sie sind mir so kostbar geworden.

Für Dich mag da kein roter Faden zu sehen sein oder die Verwirrung komplett. Gerade, wenn Du noch nicht oft an solchen Sitzungen teilgenommen hast, erscheinen die ersten Begegnungen diffus. Das ändert sich jedoch, je besser Du Dich mit allen Deinen Anteilen anfreundest und ihnen (vielleicht zum ersten Mal in Deinem Leben) wirklich zuhörst. Denn da sind sie sowieso.

Für mich ist klar, wohin die Gesundheitsreise im Jahr 2020 für mich geht. Du wirst sicher darüber lesen.

Also,
in diesem
Sinne grüße
ich Dich heute
vom erfolgreichen
Besuch meiner
inneren Tafelrunde.

In Liebe
und voller
Erwartung
für 2020
❣️Deine Gerda❣️

Habe noch eine angenehme Zwischenzeit, komme gelassen und friedlich ins Neue Jahr, in dem Du selber entscheidest unter welchen Tisch Du Deine Füße stellen möchtest und unter welchen eben nicht!

Ein weiteres Wort, dass ich für mich mit ins Neue Jahr nehmen werde ist neben der Selbstverantwortung das Wort Hingabe.

Darüber schreibe ich demnächst ausführlich. Es verbirgt sich unendlich viel mehr hinter diesen Buchstaben, als zunächst geglaubt.

Was die sichtbare Tafelrunde betrifft, so werde ich in 2020 dafür Sorge tragen, daß es so etwas wie einen runden Tisch für Hochsensible und Empathen geben wird.
Wie und Wo und Wann?

Wir werden sehen!

Hast Du Themenwünsche, Anregungen,
oder ein Feedback für die nächsten Blogbeiträge?
Melde Dich gerne bei mir.

3 Antworten auf „ABER, ABER: “…solange Du Deine Füße unter meinen Tisch stellst!““

  1. Liebe Gerda leider bin ich erst heute dazu gekommen deinen Freitagsgruß zu lesen. Ich bin fasziniert und angeregt ich habe mich bisher noch nie mit meiner inneren Tafelrunde getroffen und werde es so schnell wie möglich versuchen ❣️

  2. Liebe Gerda, diesen Spruch mit den Füßen unter dem Tisch habe ich eine Zeit lang sehr gehasst, und habe es tunlichst vermieden, ihn jemals auszusprechen.
    Aber du hast Recht : ich werde mich mal an meinen inneren Tisch setzen.
    Danke!

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