ABER,ABER: „ich möchte doch nur irgendwo…“

…DAZUGEHÖREN !

Du liebe Seele,

hochsensibel zu sein geht nicht selten mit dem ohnmächtigen Gefühl einher, nirgends wirklich dazuzugehören, anders zu sein, unverstanden und aussen vor. Selbst in einer vertrauten Gesellschaft von netten Leuten  besteht die reale Möglichkeit, daß sensible Wesen sich furchtbar fühlen.
Einsam und ignoriert, sogar unsichtbar.

Wenn Dir dieses Phänomen bekannt vorkommt, dann habe ich heute interessante  Nachrichten für Dich !


Was da alles drin steckt?!

Dazugehören, irgendwo hingehören, dabei sein, mich einbringen, mithelfen, mitmachen, an etwas Größerem teilhaben, verstanden, gesehen und wenn es gut läuft, auch anerkannt, bestätigt und gefördert zu werden.
Wer wünscht sich das nicht?

Ein sehr menschliches und zutiefst natürliches Bedürfnis, diese Sehnsucht in uns. Ob Familie, Freundeskreis, Nachbarn, Verein, Gemeinde, Nachbarschaft, Chor oder Arbeit.
Etwas Verbindendes beruhigt und stützt.
Eine Partei, Initiative oder eine Stiftung.
Etwas Sinnstiftendes und dem Allgemeinwohl dienend.
Eine Selbsthilfegruppe, ein Gebetskreis, ein Schulelternrat.
Etwas Gemeinsames, weiterbringendes, helfendes.

Vegetarier, Veganer, Flexitarier.
Hosenträger, Brillensammler, Taubenzüchter.
Insulaner, Kleingärtner oder Camper …

Eins steht fest:
Jeder von uns möchte gerne seinen Interessen gemäß irgendwo DAZUGEHÖREN.
Mit anderen sich auszutauschen, ein Teil von etwas Größerem zu sein, sich und seine Gaben gewinnbringend einbringen oder einfach nur zur Freude und zum Zeitvertreib. Nähe erleben.
Wie erfüllend und erbauend werden Zeiten erlebt, die man mit Gleichgesinnten verbringen kann.
Mit Menschen, die die gleiche Sprache sprechen, dieselben Werte vertreten und zueinander stehen.

Herzlichen Glückwunsch an jede wundervolle Seele, die einen solchen Platz, eine solche Runde hier auf der Erde gefunden hat.
Das ist ein großes Geschenk.

Irgendwo DAZUGEHÖREN!

Seit ich denken kann, war und ist das auch immer einer meiner tiefsten Sehnsüchte gewesen. Im Rückblick mit viel Gnade betrachtet, habe ich viel dafür getan, um diese Zugehörigkeit erleben zu dürfen.
In etlichen Gesprächen mit feinsinnigen Wesen habe ich leider ebensoviele traurige und erschütternde Geschichten über dieses Phänomen gehört und auch mitgefühlt, wie groß die Anstrengung und die Opferbereitschaft ist, um dieses große Verlangen nach Gemeinschaft und nach Sinn, nach Freude und Unterstützung zu stillen.

Hochsensibel zu sein, heißt in den allermeisten Fällen auch hohe ethische Werte zu vertreten und ein grosses Maß an Loyalität an den Tag zu legen. Wenn wir uns zu etwas entscheiden, dann sind wir zu 100% da, und wir bleiben. Wir bleiben auch noch lange an Arbeitsstellen, in Beziehungen, in Vereinen und Gemeinden, in Zusammenkünften verschiedenster Art und Weise – selbst wenn unser Herz längst etwas anderes sagt, der Körper uns Symptome schickt und alle Versuche von warnenden Worten liebender Mitmenschen eine deutliche Sprache sprechen, nämlich zu gehen. Doch – wir bleiben.
Weil wir uns dazu entschieden haben, und …
das ist vielleicht der Hauptgrund:
Wir möchten einfach so gerne DAZUGEHÖREN !!

Nun, Du wunderbarer Mensch, wenn Du das hier gerade liest, darf ich Dich (mal wieder) von einer Illusion befreien und Dich mit voller Absicht ent-täuschen?

In dem Moment, in dem Du Dich entscheidest, Dir und Deinem wunderbaren hochsensiblen Herzen endlich Raum zu geben, ihm zuzuhören und nach etlichen selbtbetrügerischen und selbstverteitigenden Argumenten dann nach Jahren des Aushaltens und Durchtragens diese unsägliche Beziehung, diese furchtbare Nachbarschaft, diese energieraubenden Familiengroßfeste, den kräftezehrenden Verein oder die Gemeinde, die einfach nicht mehr zu Dir und Deinem Verständnis von Gott und der Welt passt,
verlässt … merkst Du vielleicht, daß Du nie wirklich dazugehört hast.

Das ist aber hart, Gerda!!
Wirst Du jetzt vielleicht denken und es stimmt. Und doch kommen diese Zeilen direkt aus meinem Herzen. Es ist, wie es ist.
Wir hatten doch auch gute Zeiten. Die hatten wir. Und dafür sind wir sehr dankbar. Doch wie haben wir uns im aufeinander Zugehen und durch Anpassen an die anderen immer mehr selber verloren. Wir haben uns nicht mehr zugehört, unsere Bedürfnisse hinten angestellt, fühlten wir uns anfangs auch gut dabei. Doch dann ist es nach langem Ringen und Abwägen, nach Hoffen und Selbstverdammnis endlich zur Entscheidung gekommen, zu gehen.

Einige stecken immer noch drin. Mittendrin und doch nicht dabei.
Wenn Dich diese Zeilen betreffen oder antriggern, kommt jetzt die gute Nachricht.

Es ist ein langer Weg und kein einfacher, aber: und das schreibe ich hier aus vollster Überzeugung als eine die sehr viel gegeben hat um dazuzugehören!
Heute bin ich an einem Punkt in meinem Leben angelangt, an dem ich zu allererst mal zu mir gehöre. Von diesem festen Standpunkt aus, zu wissen, wer ich bin, was ich mag, welchen Sinn und Unsinn ich sehen kann, wer mir ähnlich ist, habe ich eine große Freiheit in meinem Herzen, Menschen in meine hochsensible Welt einzuladen und im natürlichen Verlauf dieses Prozesses sind viele von den vermeintlich zu mir gehörenden Menschen einfach gegangen.
Das ist in Ordnung und völlig normal.
Dafür sind andere hinzugekommen und die die wirklich zu mir gehörten  sind geblieben.
Wenn das nicht tröstlich ist.
Ich gehöre immer noch zu einer kleinen Herde, klein, aber Herde.

Angesichts der wissenschaftlich abgesicherten Tatsache , daß es pro 100 Menschen ungefähr 15 echt Hochsensible gibt und davon vielleicht nur 6-8 überhaupt von ihrer Persönlichkeitsstruktur wissen
und, jetzt wird es noch entlastender:
Anhand der neusten Zusammenfassung mehrerer Untersuchungen kommt weltweit auf die gleiche Anzahl nur ein/e ( 1 pro 100) Empath/ in.

Diese einfache aber brutal ernüchternde Information, hätte sie mich 30 Jahre eher erreicht, wäre mir unendlich viel seelischer und körperlicher Schmerz erspart geblieben. Vielleicht jedenfalls.
Mit meiner Art, die Aussenwelt für wahr zu halten, meiner Gabe oft größeren Zugang zu Emotionen anderer zu haben, als die betroffenen Personen selbst und mit den unaufhörlichen Informationen und Eindrücken im Umfeld von Menschen bin ich schlichtweg, trotz großer Sehnsucht meinerseits, für das „Mittendrin in einer großen Gruppe sein“ nicht geschaffen worden. PUNKT !

Zudem kommt noch mein eingebauter Spezialeffekt, jedem Menschen  helfen und dienen zu wollen, damit die Gesamtsituation (in meiner Wahrnehmung) besser, leichter und klarer wird.
Völlig unverstanden und verwirrt, wenn Leute dann lieber in ihrer unglaublich traurigen und furchtbaren Lage bleiben möchten, blieb ich in der Vergangenheit ausgelaugt und enttäuscht einsam zurück und hatte fast niemandem, mit dem ich über mein Dilemma reden konnte.

Ich möchte DAZUGEHÖREN !!

Aber wozu eigentlich?
Gibt es diese Art von Zusammentreffen mit anderen, die mir das Gefühl geben, ich sein zu dürfen ohne wenn und aber?
Ehrlich? Wann hast Du Dich das letzte Mal in einer Gemeinschaft von Menschen so richtig von Herzen dazugehörig gefühlt? Fragst Du Dich auch manchmal, ob es solche Begegnungen gibt?
Ich glaube:

Es gibt sie.
In der Tiefe verstanden zu werden mit meiner merkwürdigen
und oft komplizierten Art und Weise, meine Welt zu betrachten.
Es gibt sie.
Meistens unerwartet spontan und erst im Nachhinein betrachtet.
Es gibt sie.
Am Frühstückstisch mit meinem Mann, beim Spaziergang mit unserm Hund, beim Zubettbringen unseres Kleinen, oder beim Espresso mit unserem Großen, bei Madame Floh mit meiner Besten, beim Kaffee mit meiner anderen Besten, beim Telefonieren mit meiner großen Schwester einer anderen Mutter oder beim Schnüstern mit meiner Kleinen derselben. Beim Lesen Deiner Kommentare oder Mails.
Es gibt sie.
Immer wieder und, Gott sei Dank, auch immer öfter.
Auffällig in meiner Dazugehörreihe ist sicherlich die Tatsache, dass außer mir meistens nur noch eine andere Person dabei ist.
Bei diesen Begegnungen fühle ich mich dazugehörig und verbunden.
Mich auf eine Person einzulassen ist ein Fest für meine Seele und ein Genuss für meinen Geist.

In größeren Gruppen und bei Veranstaltungen mit vielen Leuten kann ich auch dabei sein, mich einlassen (mit guter Vorbereitung immer besser sogar) und teilweise auch Spaß und Freude haben.
Nur DAZU gehört ein hoher Kraftaufwand vorher und die Inkaufnahme eines langen Nachklangs hinterher. Das gilt es abzuwägen.

ABER:
Es gibt sie ganz sicher. 

Viel entspannter und aufbauender ist es für mich in einer Truppe von sensiblen Menschen zu sitzen, die annähernd so ticken wie ich, die meine Sprache sprechen und mit den gleichen Lebensthemen kämpfen. Und selbst dort, wo doch eigentlich jeder die gleichen Persönlichkeitsmerkmale haben sollte, selbst dort passiert es, dass man sich hier und da missversteht und nicht derselben Meinung ist.
Das ist menschlich, weil wir alle individuell und unvergleichbar sind.
Die Frage ist, ob es gelingt, sich trotz aller Unterschiede und aller Erfahrungen mit Gruppen oder Vereinen zu gehörig zu fühlen und das Gleichgewicht zwischen geben und nehmen, zwischen empfangen und teilen, zwischen reden und schweigen, zwischen besorgt  und versorgt sein zu halten. Denn wenn es hier lange Zeit zu einem Übergewicht kommt, leidet die Seele, die doch nur eins auf dieser Welt möchte:
Irgendwo DAZUGEHÖREN!

Du hast in diesem Beitrag immer neue Wörter entdecken können,
die alle ihre Buchstaben im Hauptwort versteckt haben.

So ist es oft, es steckt einfach viel mehr drin, als zunächst gedacht.

Du, lieber Mensch gehörst auf jeden Fall zu denen, die meinen blogbeitrag von heute bis zu Ende gelesen haben. Ebenso scheinst Du zu denen zu gehören, die sich für das Thema Hochsensibiltät und Empathie interessieren, sonst wärst Du gar nicht hier gelandet.
Das ist doch schon mal was, oder?

In diesem Sinne,
wünsche ich Dir
viele Augenblicke der
Zugehörigkeit in
dieser Woche.

Verbunden mit Dir!
❣️Gerda❣️

PS:
Egal in welcher Phase Deines „ Ich möchte so gerne irgendwo irgendwie DAZUGHÖREN „ -Lebens bist.
Jede echte Begegnung auf Augen.- und noch besser auf Herzhöhe ist immer ein Geschenk und eine Bereicherung. Bei mir ist es seit einigen Jahre wirklich so, daß ich nicht mehr danach suche, anscheinend finden diese wundervollen Momente mich. Und zwar fast immer dann, wenn ich zu 100% zu mir gehöre. Ganz bei mir bin. Auch wenn mein Leben von aussen kleiner und ruhiger geworden zu sein scheint, habe ich diese Erlebnisse, zutiefst mit Gott und Menschen verbunden zu sein, und das auf eine Weise, die ich ( bisher) in der lauten Welt noch nicht gefunden habe. Manchmal ist diese Verbindung so stark, dass ich jemanden anrufe, der mein Ohr braucht , oder es klingelt an Tür und ein Lieblingsmensch hat Lust auf einen Kaffee.
Einfach so.

Bleiben wir in Verbindung- oder?

2 Antworten auf „ABER,ABER: „ich möchte doch nur irgendwo…““

  1. Liebe Gerda ich bin tatsächlich heute erst dazu gekommen diesen Beitrag zu lesen und er trifft wie so viele vorherige wieder mal voll mein Herz und meine Seele. Auch hier finde ich mich zu einem Teil wieder und erkenne immer mehr wie sehr ich mich in den letzten eineinhalb Jahren verändert habe und immer mehr zu mir finde ❣️❣️

    1. Liebe Leo , danke für Deine herzliche und liebevolle Meldung ❣️❣️
      Du hast die Gabe besonderen „emos“ das Gefühl zu geben ein Stück nach Hause zu kommen ❣️Danke❣️Du machst das großartig!

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