ABER,ABER : „Du willst so bleiben wie Du bist?“ Du darfst.

Hallo liebe Seele,
heute möchte ich mit Dir eine echte Herzensweisheit teilen.
Sie hat sich über die letzten Monate zu einem schier wundersamen und total entspannendem Werkzeug in meiner Sammlung von Überlebensstrategien entpuppt.
Dafür bin ich mehr als dankbar.

Wahrheit ist unteilbar 

Es ist die schlichte, aber unglaubliche Erkenntnis, dass ich Dir das Recht gebe, einfach so zu bleiben wie Du bist. Du hast deine Wahrheit, ich habe meine.
Ich sehe Dich, Du bist eine geliebte einmalige wunderschöne und sehr vielschichtige Seele, die ihre eigne Wahrheit gesucht und anscheinend gefunden hat. Du gibst an jedem einzelnen Tag des Jahres Dein Bestes, um in dieser Welt klar zu kommen.
Ich sehe Dich. Deine Kämpfe und Deine Siege. Deine Verletzlichkeit, und Deine Schutzmauer, Deine Kraft und Deine Schwäche, Deine Ruhe und Dein Umgetriebensein. Deine Sehnsucht, dazuzugehören und deine Liebe zur Einsamkeit.. In Dir steckt mehr als Du zunächst denkst.
Es gibt soviel zwischen schwarz und weiß.
Ich sehe Dich mit meinem Herzen.
Du willst so bleiben, wie Du bist?
Du darfst!

Was diese Erkenntnis mit blinden Männern und einem Elefanten zu tun hat?

Eine Geschichte 

Es waren einmal sechs weise Gelehrte. Sie alle waren blind.
Diese Gelehrten wurden von ihrem König auf eine Reise geschickt
und sollten herausfinden, was ein Elefant ist.
Und so machten sich die Blinden auf die Reise nach Indien.
Dort wurden sie von Helfern zu einem Elefanten geführt.
Die  Gelehrten standen nun um das Tier herum und versuchten,
sich durch Ertasten ein Bild von dem Elefanten zu machen.

Als sie zurück zu ihrem König kamen, sollten sie ihm nun über den Elefanten berichten. Der erste Weise hatte am Kopf des Tieres gestanden und den Rüssel des Elefanten betastet. Er sprach:
Ein Elefant ist wie ein langer Arm.“
Der zweite Gelehrte hatte das Ohr des Elefanten ertastet und sprach: „Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein großer Fächer.“
Der dritte Gelehrte sprach:
Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule.“
Er hatte ein Bein des Elefanten berührt.
Der vierte Weise sagte:
Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe
mit ein paar Haaren am Ende“,

denn er hatte nur den Schwanz des Elefanten ertastet.
Und der fünfte Weise berichtete seinem König:
Also ich sage, ein Elefant ist wie ein riesige Masse,
mit Rundungen und ein paar Borsten darauf.“

Dieser Gelehrte hatte den Rumpf des Tieres berührt. Der sechste Gelehrte, der den Stoßzahn untersucht hatte, sprach:
Ein Elefant ist ein hartes hornähnliches Gebilde.
Nach diesen widersprüchlichen Äußerungen fürchteten die Gelehrten den Zorn des Königs, konnten sie sich doch nicht darauf einigen, was ein Elefant wirklich ist.
Doch der König lächelte weise:
„Ich danke Euch, denn ich weiß nun, was ein Elefant ist:

Ein Elefant ist ein Tier mit einem Rüssel, der wie ein langer Arm ist,
mit Ohren, die wie Fächer sind, mit Beinen, die wie starke Säulen sind, mit einem Schwanz, der einer kleinen Strippe mit ein paar Haaren daran gleicht und mit einem Rumpf, der wie eine große Masse mit Rundungen und ein paar Borsten ist und wahrscheinlich mit Stoßzähnen bestückt.“

Die Gelehrten senkten beschämt ihren Kopf, nachdem sie erkannten, daß jeder von ihnen nur einen Teil des Elefanten ertastet hatte und sie sich zu schnell damit zufriedengegeben hatten.

                                                        (Verfasser unbekannt)

Was fühlst Du?

Weißt Du, jeder von uns fühlt nur den Teil der großen gesamten Wahrheit oder der Wirklichkeit, den er zu fühlen bekommt. Und dann geht es auch noch danach, wie Du und ich das Gefühlte  bewerten, gemäß unseren Erinnerungen und unserem zugänglichen Wissen.

Ich bin mir zutiefst und immer mehr bewußt, dass ich keine Ahnung habe, wie Du eine Begegnung mit mir wahr nimmst.  Ein gemeinsam geschauter Film, ein Mittagessen oder ein anderes Erlebnis. Ich kann dafür sorgen, daß ich alles in meiner Macht stehende tue, damit Du meinem elefantösen Wahrheitsanspruch folgen kannst.  Dafür bin ich in wichtigen Gesprächen oder Zusammenkünften immer bereit, alle mir vertrauten Mittel der Kommunikationslehre  einzusetzen. Ich bin wirklich bemüht, dass Du das Gehörte  auch so verstehst wird, wie ich es meine. Ob das dann auch wirklich klappt, liegt nicht mehr in meiner Macht.
Jeder möchte verstanden werden, zumindest bei hochsensiblen Menschen ist es ein Grundbedürfnis, eine tiefe Sehnsucht gesehen  und geliebt zu werden.
Dafür tun wir einiges.

Das ist eine elefantöse Lebensaufgabe, oder?
Für das echte Verständnis einer Aussage ist aber leider und immer der Hörer oder der Empfänger der Nachricht zuständig. Das ist das große Problem bei der ganzen Sache.
Ich kann fast nichts tun, damit Du mich in der Tiefe verstehst.
Kein Wunder, ich verstehe mich ja oft selber nicht.

Erkenntnis

In dem Moment, als mir diese schlichte, aber brutale Wahrheit vom Hirn ins Herz gerutscht ist geschah etwas Zauberhaftes.

Du willst so bleiben wie Du bist? Du darfst. Deine Ansicht. Dein Gefühl. Dein Elefantenanteil. Deine Wahrheit.Deine Wirklichkeit. Deine Wahl. Deine Idee vom Elefanten. Deine Realität.

Jeder von uns hat scheinbar nur Zugang zu seinem gefühlten Teil der Wahrheit. Soviel steht schon mal fest.

Momente, in denen Menschen von Herzen versuchen , den anderen wirklich in der Tiefe zu erfassen und zu verstehen , sind extrem selten.

Sooft setzte ich voraus, dass Du die gleichen Assoziationen zu meinen Vokabeln hast, wie ich. Das ist ein Irrtum. Sorry für die ganzen Erwartungen und Enttäuschungen auf beiden Seiten . Es ist erschreckend zu begreifen, wie unterschiedlich wir sind.
Und gleichsam eine Befreiung für uns alle, die so sehr bemüht sind, endlich ernstgenommen und verstanden zu werden, oder?

Der Elefant

Woran denkst Du bei dem Anblick eines Elefanten?
An Porzellan? An eine Kinderserie? An ein dickes Fell? An ungebändigter Kraft? An Elefantengedächnis? An Afrika? An Dumbo? An Kinderlieder? An Herdentiere? An Lastenträger? An Trompeter? An Marschmusik, einen ostfriesischem Komiker oder ?
An Trampeln?

Der Elefant ist in vielen Kulturen und Religionen ein heiliges Tier.
Ihm werden ein großes
 Herz, Einfühlungsvermögen und Mitgefühl zugeschrieben. Weise Entscheidungen, ein guter Instinkt, Bodenständigkeit, Familiensinn und jede Menge Lebenserfahrung schaffen ihm eine sichere Gelassenheit und die Ausstrahlung von großer innerer Ruhe und Kraft. Mit seinem Rüssel findet er nicht nur die besten Kräuter, er kann sogar duschen damit. Seine riesigen Ohren scheinen eine Menge zu hören. 

Der Elefant ist in vieler Hinsicht ein respekteinflössendes Tier , allein von seiner enormen Gestalt und Größe her, von seiner inneliegenden Stärke und Macht , die er gut zu dosieren weiß. ( so hoffe ich doch) 

Nicht zu vergessen, das viel beschriebende  „dicke Fell“  des Dickhäuters , hinter dem sich eine ausgeprägte sensitive Empfindsamkeit und ein feines Mitgefühl versteckt.
Was mir noch auffällt ist die graue Farbe. Anscheinend möchte der Anblick eines so majestätischen Tieres uns ermahnen in Grautönen zu denken. Zwischen Schwarz und Weiß gibt es weit mehr als fünfzig Abstufen von grau.

Einen Elefanten zu betrachten oder zu erfühlen lässt mich persönlich zu folgenden Erkenntnissen kommen:

Um ein Wesen in seiner mannigfaltigen Schöpfung vollends zu erfassen, braucht es weit mehr als meine fünf Sinne.
Die blinden Weisen haben Äußerlichkeiten beschrieben. Das war das, was sie fühlten.
Der König hat diese Informationen gesammelt und sich dann selber ein Bild gemacht.
Für mich steht fest, dass jedes Wesen soviel komplexer und vielschichtiger ist, wie es auf die ersten zehn Blicke erscheinen mag.

Scheinbare elefantöse Unterschiede scheinen sich überhaupt nicht auszuschliessen bei diesen sanften Riesen,  sondern eher zu vereinen.
Nichts scheint so, wie es zunächst scheint, da lohnt es sich, andere Weise zu befragen, oder?

Am Ende dieses Blogartikels ergeht an Dich und mich die Einladung bei der Beurteilung eines Wesens uns nicht mit dem ersten Gefühl zufrieden zu geben.

Vielmehr im Herzen zu bewahren, daß alle Eigenschaften in jedem Lebewesen zu finden sind, vielleicht anders verteilt, und der jetzigen Lebenssituation angepasst.
Du bist Du und ich bin ich.

Stärke und Schwäche
Ruhe und Bewegung
Wachen und Schlafen
Hören und Trompeten
dickes Fell, dünnes Fell
in der Herde, am Rand der Herde

Je nach Lebensabschnitt und so wie es richtig erscheint.

In diesem Sinne,
elefantastische Grüße
und alles Liebe

von Gerda

 

PS1:
Schreibe mir gerne Deine Gedanken zum Thema Elefant, ich bin sehr daran interessiert von Dir zu lesen.

PS2:
Ein weise Frau aus einem fernen Land hat mir mal eine Lebensweisheit mit auf den Weg gegeben: „ Gerda, bete um ein dickes Fell und ein weiches Herz“
Da ist was Wahres dran, oder?

PS3:
Natürlich ist dieser Beitrag mit einem zwinkernden Auge zu sehen, denn ich kenne mich und Dich mittlerweile zu gut, als dass wir uns mit dem Status Quo unserer Persönlichkeitsentwicklung zufrieden geben würden, oder ?
Würde mir jemand, dem ich nach einem Jahr das erste Mal wieder begegne glaubhaft  erklären, ich hätte mich ja überhaupt nicht verändert, würde ich eine mittlere Sinnkrise bekommen.
Ich will nicht so bleiben wie bin, obwohl ich es darf. Ich möchte es einfach nicht. Und das ist auch okay.

                                               Das größte ABER ist die Liebe! 

 

 

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