ABER, ABER: „Jetzt komm´mal in die Gänge!“

Du liebe und wundervolle Seele,
seit einigen Tagen beschäftigt
mich ein Aufruf, den ich
jetzt in verschiedenen Kontexten
zu hören, zu lesen und zu sehen
bekommen habe.

Manchmal bin ich etwas störrisch, wenn mein Herz auf sich aufmerksam macht und mir einen Weg nach vorne anbietet!

Jetzt komm´ mal in die Gänge!“

Was kann das nur  bedeuten?

Hochsensibel
zu sein, bedeutet für mich, einem Ereignis, in diesem Fall diversen Begebenheiten in Form von Hinweisen auf den Grund zu gehen!

Heute
lade ich dich auf eine kleine Wortspielerei ein!
Und wer weiß, vielleicht treffen wir beide uns am Ende dieses Beitrages in einem dieser mystischen und geheimnisvollen Gänge, in die wir jetzt kommen sollen.
Ich bin gespannt!

Welche Reaktion hat sich dir als erstes beim Lesen der Überschrift gezeigt? Mir kamen folgende (alte und sehr automatisierte) Gedanken:

Schon wieder Druck? Schon wieder ein Appell? Schon wieder jemand, der mich irgendwo hinschubsen will? Schon wieder so ein Antreiber?
Mache ich nicht schon genug? Sieht denn keiner, was ich alles tue?
Glaubt ihr, ich habe Langeweile? Schon wieder etwas *machen*?

Spätestens beim letzten Gedanken, der mir schon fast das dazugehörige *keiner sieht und liebt mich- Gefühl* präsentieren wollte, habe ich mal kurz, genauer gesagt etwas länger, etwas fangfrische Seeluft geholt. Erstmal durchatmen.

Und dann geschah etwas Wunderbares!
Was wäre wenn diese Aufforderung gar kein Appell wäre?
Denk, denk … Ich wollte doch neue Gedanken denken und nicht immer auf die gleiche automatische Weise reagieren.

Im Tonfall, in der Mimik, Gestik und in der Motivation meines Gegenübers, wie in diesem Fall meinem Herzen, spüre ich doch genau wenn so ein Aufruf erfolgt, ob eine liebevolle Absicht dahinter steckt.

Also gehe ich diesem Angebot mal nach, und zwar Wort für Wort.

Die ersten Worte sind schnell geklärt

Jetzt !!
Der gegenwärtige Augenblick birgt viele Chancen mein Leben zu verändern in sich. Jetzt heißt nicht gleich oder morgen oder wenn ich 20 Kilo abgenommen habe.
Jetzt heißt jetzt. Punkt.
Über das *Leben im Jetzt* machen sich viele Menschen schon ewig Gedanken.
Was bedeutet es für dich, du liebe Seele, im Jetzt zu sein?   

Komm !!
Kommen ist eine Bewegung nach vorne. Ich bin also irgendwo und soll woanders hin kommen. Das ist bei großen Entscheidungen wirklich wichtig zu beachten, ob ich nur weg von etwas oder jemanden will oder ob ich irgendwo anders hin möchte.
Wer kommt, war vorher irgendwo anders. Auch geklärt!
Kommst du auch in die Bewegung nach vorne, in Richtung Zukunft?

mal !!
Klingt für mich wie ein lockeres Angebot, so als ob in den Gängen etwas Neues und Schönes auf mich wartet. So nach dem Motto :
“es kann doch nicht schaden, mal in die Gänge zu kommen, wenn es nichts für mich ist, kann ich ja immer wieder zurück gehen, von wo ich gekommen bin, oder? Nur mal gucken, ob es mir nicht gefällt“.

Fällt es dir leicht einfach mal etwas Neues auszuprobieren, ohne Druck es für dein Weiteres Leben tun zu müssen? Einfach mal machen? 

Fragen über Fragen, bis hierher sind wir gut durchgekommen, doch jetzt wird es etwas komplexer:

in die Gänge!!

Wer oder was huscht bei diesem Wort durch deine wunderbaren filigranen Milliarden von Gedankengängen? 

Zuerst dachte ich an Flure, Korridore, Gänge mit vielen Türen.

An ein wundervolles Hotel, in dem ich zauberhafte Stunden verbrachte.
An eine Klinik, in der mir sehr geholfen wurde, ich Heilung erfuhr.
An eine Behörde, in der ich lange warten durfte, mit einem Anliegen.
An eine Schule, die prüfen sollte, wie klug ich bin und mich prüfte.

An welchen Flur erinnerst du dich lebhaft oder traurig, gespannt?
In welchem dieser Gänge blieb die Zeit für dich stehen?

Dann kamen mir andere Gänge in Bewegung in den Sinn:

Der beschwerliche Gang zum Friedhof.
Der beschwingte Gang zum Altar.
Der unsichere Gang zum Arzt.
Der erste Gang in diesem Jahr zur Lieblingseisdiele.
Der atemberaubende Gang durchs Wattenmeer.

*Wege entstehen beim Gehen*, habe ich mal auf einer Karte gelesen.
Ein Gang kann also auch ein Stück deines Weges sein.

Welcher Gang kommt dir in den Sinn, welcher Weg war für dich emotional so besonders, dass du an ihn zurückdenkst?

Oh je, gar nicht so einfach, du ahnst worauf ich hinaus will?
Das ist super, denn ich bin mir auf einmal gar nicht mehr so sicher, was typisch hochsensibel ist, mich zu vertüddeln und am Ende ganz woanders herauszukommen, als geplant war.

Es sind einfach so viele Gänge im Angebot.
Hilfe!

Sonnenaufgang, Weltuntergang, Rückwärtsgang, Alleingang oder Notausgang. Werdegang, Neuzugang, Denkvorgang oder aber Jahrgang. Alles gangbare Gänge …

Nicht ausser Acht zu lassen die Gänge bei einem Menü,
die die Reihenfolge der Speisen beschreiben.

Etwas in Gang setzen, in Gang bringen.
Einen Gang runter schalten.

Zum Ende dieses Beitrages erinnere ich mich an die Gangarten eines Pferdes. Diese Gangart bestimmt das Tempo, die Geschwindigkeit.
Interessant ist, dass du für die Bestimmung der jeweiligen Gangart nur deine feinen Ohren brauchst, denn jede einzelne Art weiterzukommen hat ihren ganz eigenen Rhythmus, ihren unverwechselbaren Takt.

Jetzt komm´ mal in die Gänge – in deinem Rhythmus, in deinem Takt! 

Schritt- Tempo
bei dieser Art zu gehen hörst du alle Hufe in gleicher Taktlänge.
Ich möchte dir nicht verheimlichen, dass es wohl noch mindestens vier Schrittarten gibt (dafür empfehle ich dir aber dringend den Besuch eines Pferdeblogs). So unterscheidet die Fachwelt zwischen dem versammelten Schritt, dem Arbeitsschritt, dem Mittelschritt und dem starken Schritt.
Mir gefällt natürlich spontan der starke Schritt, weil das Pferd erhaben erscheint und stolzer Brust vorangeht.

Schritt für Schritt kommen wir beide in unsere Gänge.
Wir schreiten!

Auf Trab
Auch beim Trab gibt es verschiedene Stufen der Bewegung.
Ein Pferd im Trab schwebt zwischen den einzelnen Takten.
Er trägt seinen Kopf hoch und geht ruhiger.

Wenn du dich das nächste Mal selber antreibst, dich auf Trab bringst, denke daran dein Haupt zu erheben und zwischendurch zu schweben!

Im Galopp
Der Galopp ist eine Sprungart voranzukommen. Eine Gangart in drei Takten. Linksgalopp, Rechtsgalopp, Kreuzgalopp, Und als ob das nicht reichen würde, nein anscheinend können Pferde auch noch innen und aussen galoppieren.
Bist du auch manchmal müde von der ganzen Galoppiererei? 

 

Du liebe Seele,
manchmal bin ich etwas störrisch, wenn mein Herz auf sich aufmerksam macht und mir einen Weg nach vorne anbietet!

Heute wollte ich dir gerne schreiben und ich hoffe du hast es beim Lesen gespürt.
Heute wollte ich dir gerne schreiben, dass es für dich und mich eine mannigfaltige Auswahl an Gängen in unserem hochsensiblen Leben gibt.
Du kommst in deinem Tempo, in deiner Reihenfolge und in deiner Bestimmung in deine Gänge.

Und ich in meine.
Wundervoll, oder?

Und was das Leben im Jetzt betrifft, halte ich für mich persönlich einen Morgenspaziergang mit unserer kleinen Fellnase für das Wichtigste.

Bis Freitag,
du liest von mir
etwas über
die ewige Herausforderung
sich entscheiden zu dürfen.

Hab einen sonnigen Tag
– alles Liebe

❣️ Deine Gerda❣️

PS:
Wenn du einmal die Gelegenheit  bekommst, eine autofreie Insel zu besuchen, hast du eine gute Chance, all die Takte und Rhythmen von Pferdehufen zu hören und zu spüren.
Das ist sehr beruhigend – und irgendwie … – schön !

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