ABER, ABER – ist das nicht viel zu …?

Hallo Du liebe Seele,
heute möchte ich Dich mit jemandem bekannt machen.
Es gibt ihn seit Menschengedenken, er läßt Träume platzen wie Seifenblasen in der Sonne, er nimmt jedem Segler den Wind, er macht Dir weiß, daß Träume eh nur Schäume sind, er …
Darf ich vorstellen?

Hier kommt der Schrecken der Träumer, der Wecker der Naiven, der Ernüchtener der Gutgläubigen, der Zerstörer aller mutigen Ideen.

Applaus für Mister Skeptikus,  auch bekannt als
Advocatus Diaboli !

ABER, ABER– gehören zu seinen Lieblingsvokabeln.

Heute erwartet Dich der Versuch, Deinen Blick auf den Skeptiker in Dir und die Advocaten Diaboli in Deinem Umfeld milde und erwachsen zu betrachten.
Es wird nicht leicht für uns, also bitte sei nicht zu skeptisch beim Weiterlesen.

„Irgendwann bin ich in meiner Arbeit an einen Punkt gekommen, an dem ich deutlich gemerkt habe, daß ich mich einfach nicht mehr so sehr um meine vielen Skeptiker kümmern kann, denn sie rauben mir einfach zu viel Energie, Zeit und Kraft. Seit diesem Tag konzentriere ich mich auf die Menschen, die mir zuhören und das begrüßen, was ich mit ihnen teilen möchte. Wenn einem Menschen durch meine Arbeit zu einem gesünderen entspannteren Leben geholfen werden kann, hat es sich  schon für mich gelohnt.“( Zitat frei übersetzt Dr. Joe Dispenza)

 

 

Wer kennt das nicht?

Du brennst voller Begeisterung für etwas und erzählst es freudestrahlend einem Freund.
Du bist fünf Jahre alt und malst den schönsten Regenbogen, den Du je mit Deinem Malkasten gemalt hast und zeigst das Bild Deiner Mama.
Du möchtest Dich beruflich verändern und wagst es, in der Familie davon zu erzählen.
Du hast vor, Dein Haus verkaufen, um eine Weltreise zu machen und berichtest es Deinen Freunden.
Du erwägst es tatsächlich Deine Zähne begradigen zu lassen, obwohl Du schon über 40 bist.
Du wünscht Dir Geigenunterricht zu nehmen.
Du planst, ein Kind aus Papaneuguinea zu adoptieren.
Du würdest gerne einen Marathon laufen.
Dein Herz schlägt für Sterbende und Du hast vor in die Hospizarbeit einzusteigen.
Du nimmst Dir vor, kein Fleisch mehr zu essen .
Du willst Dein Auto verkaufen und ab sofort nur noch Rad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen.
Du …

Du weißt schon, wer oder was jetzt kommt, oder?

Und als ob Du Dir als hochsensibles Wesen nicht schon genug Gedanken machen würdest, bevor es überhaupt zu einer Veränderung in Deinem Leben kommen kann, sind sie da. Garantiert!!

Wenn es dann nach einem Gedankenthriathlon über Monate oder Jahre endlich gelungen ist, die eigenen innewohnenden Skeptiker, die mit so klangvollen Namen wie Zweifel, Misstrauen, Bedenken, Unglauben, Zurückhaltung, Vorurteile oder Unsicherheit an die Herzentür klopfen, zu besänftigen, die Friedensverhandlungen gut ausgegangen sind, und Du eigentlich fröhlich und gestärkt Deiner Wege ziehen könntest –
dann kommt Mister Advocatus Diaboli auf Deine Lebensbühne und räuspert sich, damit auch ja alle Anwesenden hören, wie dumm und naiv, wie gutgläubig und enthusiastisch Du doch immer noch bist.

Kennst Du solche Lebensmomente, in denen ein Mensch mit einem Satz Dein ganzes hart erarbeitetes Vorhaben, Deine Kompfortzone zu verlassen und nun endlich Deinem Herzen zu folgen, torpediert?
Mit einem Einwand, einer Position des Zweifelns, nicht selten mit einer geradezu theatralischen Überheblichkeit?

ABER, ABER– ist das nicht
zu unüberlegt
zu früh
zu spät
zu teuer
zu billig
zu alt
zu neu
zu zu …?

Wie soll das alles funktionieren?
Da muss es doch einen Haken geben,
oder : so einfach, wie Du Dir das vorstellst, geht es nun auch nicht!

 

 

Es ist völlig klar, daß diese Art und Weise angebrachter Skepsis weder ermutigend noch aufbauend oder hilfreich für Dich ist.
Und doch verlangen sie nach Gehör.
Wenn Du schlau bist, hörst Du Dir alles gut an, bedenkst die Argumente aufrichtig und bedankst Dich freundlich.
Die Entscheidung aber triffst Du und Du trägst auch die Konsequenzen, die aus dieser Entscheidung heraus entstehen.

Gesunde Skepsis

Heute möchte ich den Versuch wagen, Dir drei Arten der gesunden angebrachten Skepsis vorzustellen. Diese Versionen sollten zumindestens angehört werden, wenn sie zum einen aus Deinem Inneren kommen und zum anderen von Menschen, die Dich lieben und wirklich das Beste für DICH wollen.
Das ist ein Thema für sich: wer darf in Dein Leben sprechen?

1. Advocatus Diaboli bei neuen Erfindungen

Bei der rasenden Entwicklung neuer Erfindungen, insbesondere der sog. Neuen Medien ist eine gesunde Skepsis nicht nur wichtig, sondern sehr wichtig.
Nicht alles, was Neu ist ist auch gut für mich.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß hier die Sache mit dem Haken ganz praktisch zu sehen ist. Im Zeitalter des Internets kann ein Häkchen oder nicht Häkchen Dein ganzes Buisness zerstören, ohne Witz. Ein Klick zu viel am falschen Platz und Du hast … da könnte ich Dir Geschichten erzählen.
Nicht alles, was Neu ist ist auch gut für die Menschen.
Manchmal frage ich mich, wie es sein kann, dass wir immer bessere Medizinische Geräte zur Diagnostik und zur Behandlung haben, aber gleichzeitig immer mehr Leute an Stresssymptomen erkranken.

In keiner Zeit auf der Erde hat es soviel neue Erfindungen und technische Errungenschaften auf alles Gebieten gegeben.
Nicht alles was neu ist, ist auch automatisch gut.
Vieles schon, die große Kunst liegt in der Unterscheidung.

2. Advocatus Diaboli nach Enttäuschung und Missbrauch

Diese Art von Skepsis ist völlig legitim und menschlich. Gerade wenn Dein Vertrauen oder Deine Gefühle oder sogar Deine Seele von einem geliebten Menschen zerrüttet oder missbraucht wurden, liegt es in der Natur unseres Seelenschutztes dieser Person erstmal mit gesundem Abstand und dem nötigen Misstrauen zu begegnen. Vergebung heißt nicht, daß ich gut heiße, was mir angetan wurde. Auch nach einem versöhnenden klärendem Gespräch kann und darf es dauern, wieder völlig vertrauen zu können.
Wie das gelingen kann? Nur durch Gnade!

In manchen Fällen ist der Vertrauensbruch leider so groß, daß einginge Menschen sich nie davon wirklich erholen – und ihr Leben lang skeptisch bleiben und auf der Hut sind.

3. Advocatus Diaboli und der professionelle Blick

Der dritte Fall einer gesunden Skepsis ist der Blick eines Profis.
Zum Beispiel bei dem Wunsch ein eigenes Haus zu besitzen ist es wirklich ratsam zuerst die Profis zu befragen. Das können in diesem Fall andere Hausbesitzer sein oder ein Besuch in der Verbraucherzentrale.
Gerade was die Finanzierung eines solchen Projektes betrifft, gibt es enorme Unterschiede in der Beratung.
Profis können aber auch ganz andere Menschen sein.
Bei chronischen Erkrankungen oder beim Umgang mit Demenz, in allen Lebensbereichen, die sich deutlich vom Normalbürger (wenn es so etwas überhaupt gibt) sind Betroffene oft Profis durch Erfahrung.
Ob durch fundierte Ausbildung, Erfahrung oder Berufung. Der skeptische Blick eines Profis kann bei einer Entscheidungsfindung sehr hilfreich sein und vor manchem bösen Erwachen schützen.
Es ist erwachsen und überhaupt keine Schande, jemanden zu fragen, der sich mit einer Sache auskennt.

 

 

Du liebe Seele,
heute habe ich Dir einiges über die Skepsis erzählt. Wie bei allen Tugenden, um die Ritterspiele vom Wochenende nochmal aufzugreifen gilt auch für diese:
Skeptisch zu sein ist gut, wenn es Dich beruhigt und Dich dazu bringt, Dich mit Dingen auseinanderzusetzen und Deine Entscheidung zu festigen, Dir Klarheit zu verschaffen, Dir Sicherheit zu geben und Dich zu stärken.

Ein neues Handy?
Der Versuch einer neuen Kontaktaufnahme mit einem lieben Menschen, der Dich enttäuschst hat, weil die Beziehung aber wichtig ist?
Oder der Kauf des alten Resthofes von 1904, der viel Potential hat, aber erst dem Blick des Profis standhalten muss, bevor Du Dich weiter verliebst.

Entscheidungsphasen

Abschließend sei zu sagen, daß während einer Entscheidungsphase gerne alle Skeptiker in Dir und um Dich herum ihre Meinung kundtun können. Solltest Du dich aber entschieden haben für ein Haus, für den neuen Job, für den neuen Ernährungsstil, für die neue Art zu Leben, DANN gilt es eine skepsisfreie Saison einzuläuten und Deine Entscheidung zu feiern. Es ist furchtbar für Dich und Deine Seele, eine gefällte Entscheidung immer und immer wieder in Frage zu stellen.

Was gar nicht bedeuten soll, daß Du und ich ab und zu unser Leben skeptisch betrachten, um zu sehen, wo neue Entscheidungen zu fällen sind. Einiges passt echt nicht mehr zu uns, oder?
Aber bitte nicht als alltägliches Verhaltensmuster entwickeln. Das ist nicht nur sehr anstrengend für Deine Seele, es ist unglaublich nervenzerreibend mit jemandem zusammenzuleben, der ständig alles anzweifelt, sei es den Partner, das Haus, die Hobbys oder das Leben.
Also bitte tun wir unseren Lieben den Gefallen:
Skepsis? Ja! Entscheidung? Ja! Geniessen? Ja!

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es sowieso nicht, dafür sind wir Menschen auf einem unsicheren Planeten in unsicheren Zeiten.


Eine Ausnahme scheint es jedoch zu geben und das ist der eigentliche Grund für diesen Blog.

Das größte aller ABER zu allen Zeiten an allen Orten ist die Liebe. Wenn Liebe ihren Zauber entfaltet, kann kein Skeptiker der Welt Dich hindern, das zu tun oder zu lassen, bei dem Dein Herz höher schlägt und die Vernunft Pause macht.
Die Liebe hat so viele Gesichter und bietet einen unendlichen Schatz an Geschichten die erzählt und Liedern, die gesungen sein wollen.

Und auch, wenn mir die digitalen Medien, die neuen diagnostischen  Erfindungen, alle Enttäuschen und sämtliche Profis in Sachen Liebe erzählen würden, ich solle ihr etwas skeptisch begegnen:

Ich würde sie immer wieder wählen:
Die Liebe meines Lebens!

 

In diesen Sinne
herzliche Grüße
und bis bald

Deine
Gerda

Solltest Du auch durch Erlebnisse mit dieser oder anderen Arten der Skepsis geprägt worden sein, freue ich mich über ein Zeichen von Dir.

Solltest Du zu allerdingszu der Sorte Skeptikern gehören, die nicht an Hochsensibilität oder Feingeistigkeit glauben, die Neurosensivität und Reizfilterungsstörungen für Märchen halten, für die Empathie ein Virus ist – dann bitte ich Dich wirklich, Dich sehr skeptisch mit Deiner Skepsis zu befassen.
Du könntest viele schöne sinnhafte Momente verpassen.

PSI:
Der skeptische Blick auf dem unteren Foto gilt nicht meinem Schatz, eher das Fehlen einer professionellen Selfiemachunterweisung.
Aber da bin ich dran.

PSII:
Advocato diaboli steht so ungefähr für den Anwalt des Teufels oder einer Methode zum Erlernen von Gegenargumentationen. Hier lohnt sich Deine eigene Forschung auf jeden Fall.

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