ABER-ABER, … ich habe keine Zeit !

Heute ist Mittwoch, der ABER-Tag. Während ich diese Zeilen schreibe, weiß ich von geliebten Menschen, die gerade Unglaubliches durchmachen. Ich fühle zutiefst mit Euch, und mit Dir, falls Du zu ihnen gehörst und gerade mal wieder Antworten auf Fragen bekommen hast, die gar nicht gestellt wurden. Jedes Herz ist individuell und leidet für sich, doch vielleicht habe ich eine leise Ahnung davon, wie es Dir geht.
Es ist, wie es ist. Heute!
Auch wenn mir die Worte fehlen und mein Gehirn auf Reset schalten möchte, weil es zu klein ist, schreibe ich, weil ich schreiben möchte und eines meiner ABERs Dir sicher bekannt vorkommt. In einem stimmen wir wahrscheinlich überein:
Es gibt Zeiten im Leben ohne Sinn. Leider.

Wie oft hören wir uns diese Worte sagen: „Ich habe keine Zeit, zu viel zu tun, Termine, Zeitdruck, ein Tag jagt den anderen.“
In meinem Wohnzimmer hängen beleuchte Tannenzapfen aus dem Advent. Echt. Ich denke, sie bleiben. Geht ja fix bis Dezember. Ergeht das nur mir so, dass ich denke, die Welt dreht sich immer schneller, weswegen mir auch manchmal schwindelig ist. Ohne Witz, könnte doch sein, oder?
Oder liegt es daran, dass ich bald die 50er Marke erreiche?
Wie geht es Dir mit der Zeitgeschwindigkeit?

In Gesprächen mit der älteren Generation höre ich immer wieder ernstes Entsetzen darüber, dass wir trotz aller technischer Errungenschaften wie fließend Wasser, Heizung oder Mikrowelle, anscheinend immer weniger Zeit haben.
Dieses Entsetzen packte mich Anfang des Jahres, als mein Handy dank neuer Funktion an einem Sonntagmorgen mir meine tatsächliche Bildschirmzeit von durchschnittlich 2:14h anzeigte. Hilfe, über zwei Stunden von meiner Lebenszeit am Handy, pro Tag. Ich war geschockt. Bin es noch.
Wer ist der Chef über meine Zeit? Klar, für die meisten von uns, die jeden Tag acht und mehr Stunden ausser Haus arbeiten, ist die freie Zeit begrenzt. ABER, wenn Du ehrlich bist, liegst Du manchmal auch Abends im Bett und ärgerst Dich, dass Du so lange durchgezappt hast, obwohl Du Deinen Schlaf brauchst?Mir geht es öfter so, dann denke ich darüber nach, wieviel Zeit ich verschwendet habe mit Dingen, die mich weder erfreut, weitergebracht oder entspannt haben..
Zeit, die ich sinnvoller und gewinnbringender hätte verbringen können … hätte hätte …


Kennst Du Momo? Momo und die grauen Herren?
Als Kind habe ich die Geschichten von Michael Ende so geliebt, besonders Momo, sie war so tapfer und so herzlich. Von Momo stammen folgende Zitate:
Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.“
„Die ganze Welt ist eine große Geschichte und wir spielen darin mit.“

Momo ist klug und mutig.

Klug u
nd mutig zu sein in Bezug auf Zeit bedeutet für mich, folgendes:

Anhand des Eisenhowers-Prinzips werden anstehende Aufgaben in Wichtig und Dringend unterteilt:

1. Wichtig und dringlich: sofort selber erledigen
2. Wichtig, nicht dringlich: terminieren und selbst erledigen
3. Weder wichtig noch dringlich: nicht bearbeiten
4. Nicht wichtig, aber dringlich: delegieren

Gehört auf einem Antistress-Seminar.

Mit etwas Übung und Gnade für verwöhnte Familienmitglieder klappt es mit der Zeit immer besser, denn oh Wunder, ich muss ja nicht immer alles selber machen. Wie hochmütig kann man sein, das zu denken. Ein anstrengendes Leben.


Das oben beschriebene Prinzip kann wirkliche Entlastung für Deinen Alltag bringen.

Einmal integriert wird das Leben leichter. Gerade für die unter uns, die wir bei vielen Terminen zu Migräne oder anderen stressbedingten Symptomen neigen, hat diese Methode sich als hilfreich erwiesen. Mir ist klar, dass es Stressphasen gibt, z.B. bei plötzlicher Erkrankung eines Familienmitgliedes, Renovierungen, Feiertage aller Art, auch Urlaub kann zur Zeitfalle werden, weil wir uns Zuviel vornehmen oder auf Knopfdruck uns erholen wollen müssen. Kleine Kinder in jungen Familien, alte Eltern in erwachsenen Familien. Das sind Stresszeiten. Wenn sich diese Zeiten jedoch ohne Erholungsphasen zwischendurch über längere Perioden hinziehen, ist die Gefahr eines echten Burnout gross.
Wenn Du bereits einen hattest, weisst Du leider, wovon ich schreibe. Das wünsche ich niemandem.
Ich gehe davon aus, dass ich und Du jeden Tag 24 Stunden Zeit haben.
Wie verbringe ich diese 1440 Minuten Lebenszeit?
Wo und mit wem? Womit beschäftige ich mich?
Was benötigt meine Aufmerksamkeit?
Wann bin ich DA wo ich bin?
Wann lebe ich in der Gegenwart?

Mein Leben wurde Jahrzehnte lang entweder vom BEDAUERN über die VERGANGENHEIT oder von ANGST über die ZUKUNFT geprägt.
Ich habe eine stattliche ABER-Sammlung. Zehntausend Gründe, etwas nicht zu tun, nicht zu erleben, nicht auszuprobieren, nicht zu vertrauen, nicht zu schauen, nicht zu nicht zu nicht … Vor lauter ABER jetzt nicht, jetzt noch nicht, jetzt lieber nicht, jetzt gar nicht oder nicht so, sind schlappe 18257 Sonnenaufgänge ins Land gegangen. Ganz ehrlich.
Einige ABERs hatten sicher ihre Berechtigung, ABER, die allermeisten hatten ihren Grund darin, dass ich mich wie in einer Zeitschleife gefangen fühlte.

Mit Sprüchen: „Lebe im Jetzt“
konnte ich nichts anfangen.
Wie geht es Dir mit: „Lebe in der Gegenwart?“
Sicher müssen Dinge im Voraus geplant und abgesprochen werden und natürlich möchte ich aus der Vergangenheit das Beste integrieren und lernen. Schöne Erinnerungen sind wundervoll.

Heute, sind wir hier – das weiß ich jetzt!
Du und ich. Mehr haben wir nicht. Und egal, ob Du gerade glücklich und oben auf bist oder den Rest deines Verstandes gerade zu verlieren glaubst. Wir sind hier – es ist wie es ist.
Wir sind so wie wir sind, wir sind die Richtigen. Ja!

Wie ich Stück für Stück lernen durfte, das JETZT-Geheimnis zu lüften und was sich seitdem in meinem Leben getan hat, erzähle ich Dir gerne bei einem Wortspiel .

Für Heute danke ich Dir von Herzen für Deine Lebenszeit .
Das ist sehr kostbar für mich und nicht selbstverständlich.

Deine Gerda

PS: Im nächsten Wortspiel gibt es eine ANTWORT.

Eine Antwort auf „ABER-ABER, … ich habe keine Zeit !“

  1. Liebe Gerda!
    Auf dem Punkt getroffen. Ich wünsche dir, dass du so schön im Fluss bleibst und diesen Blog, deine Herzensangelegenheit weiter leben kannst. Ganz viele Menschen, noch eingeschlossen, dürfen daran teilhaben. Ein Geschenk. Vielen Dank dafür!

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