ABER, ABER- DU musst einfach mal loslassen!

Du liebe Seele,

Heute möchte ich mit Dir ein paar Gedanken und Eindrücke aus den letzten Tagen teilen. Es sind ehrliche und tiefe Einsichten in mein Herz. Ich tue das im Vertrauen darauf, dass DU gut damit umgehen wirst. Rein von außen betrachtet geht es mir sehr gut. Ich habe alles und viel mehr, als ich brauche. Eine wundervolle Familie, ein gemütliches schönes Haus, einen zauberhaften Garten, gute medizinische Versorgung und freien Zugang zu mehreren Kraftorten. Eine Handvoll echter Freunde, kreative Hobbys und sinnstiftende Aufgaben.

Ich kümmere mich intensiv und liebevoll  um die Veränderung meines Charakters, um diese Welt zu einem schöneren, liebevolleren Ort zu machen. Es geht mir richtig gut zur Zeit.

Doch gibt es da diese leise Stimme, eine Ahnung, ein feines Gefühl, eine Gedankenbrise, die durch meinen Gedankenpalast weht, gleichsam einer Feder, die von einem Lufthauch erfasst wird.

Es bewegt mich etwas, ich bin bewegt von einem Thema, dass omnipräsent in meiner Wahrnehmung ist. Etwas wandelt sich, ist in Veränderung, noch diffus und nebulös, aber es ist da!

Es geht ums LOSLASSEN.

Kann ich selber überhaupt bewusst etwas oder jemanden loslassen?

In der Vergangenheit wurde mir immer wieder geraten, ich solle doch einfach mal loslassen. 

Wer rät zum Loslassen?

  • Berater 
  • Arbeitskollegen
  • Coaches
  • Physiotherapeuten
  • Religionen
  • Freunde
  • Familienmitglieder
  • Gelehrte
  • neuerdings sogar die Übungsleiterin beim Funktionstraining

Alle wollen, dass ich irgendwie los lasse.

und: LOS !!

Was soll ich loslassen?

  • Bedenken
  • bisheriges Weltbild 
  • Pläne
  • Kinder 
  • Eltern
  • Zukunft 
  • Vergangenheit 
  • Ängste
  • Traumata 
  • Blockaden 
  • Denkmuster 
  • Glaubenssätze 
  • Anspannungen 
  • Abneigungen
  • Erwartungen 
  • Schuld
  • Wut 
  • Hass
  • Groll
  • Sorgen
  • Verletzungen

Das alles kann man  anscheinend loslassen,

und : LOS !!

Wie soll ich loslassen?

  • einfach nicht mehr daran denken
  • Abstand nehmen
  • Grenzen setzen
  • Beziehungen beenden
  • Meditation
  • Gebet
  • Beobachterstellung einnehmen
  • Abhärten
  • Rituale
  • Sorgen in imaginären Tresor schliessen, Schlüssel wegwerfen und fröhlich meiner Wege ziehen
  • Ablenken mit positiver Musik, Podcasts hören
  • Selbsthilfe-Ratgeber lesen
  • Loslass-Gruppe bei Facebook beitreten
  • ab und zu ein Likörchen oder Schokolade, Serien können helfen
  • Aktiv an etwas Schönes Denken, mentales Training
  • Sport, Yoga, etc.
  • ein neues Hobby anfangen
  • Schutzmauer aufbauen und sich einigeln
  • Zeit in der Natur verbringen
  • Mich um mich kümmern
  • Mich um andere kümmern

Das alles soll helfen beim Loslassen, 

und: LOS !!

Warum soll ich loslassen? 

  • ich kann mich entspannen 
  • Ich belaste mich nicht mit mit Dingen, die nicht zu ändern sind 
  • mein Puls beruhigt sich
  • ich werde gelassener, friedlicher, ruhiger, verträglicher
  • mein Leben wird leichter
  • ich werde fröhlicher
  • Meine Mitmenschen dürfen ihre eigenen Entscheidungen treffen

Das alles und noch viel mehr soll geschehen, beim Loslassen, 

und: LOS !!

Wann soll ich loslassen?

  • wenn es mir zu schwer wird
  • wenn mich eine Beziehung zu viel Kraft und Energie kostet
  • wenn meine Weisheit am Ende ist
  • wenn meine Einflussmöglichkeiten erschöpft sind
  • wenn ich erschöpft vom Kämpfen bin
  • wenn ich einsehen muss, dass jemand anderes besser helfen kann

Eigentlich täglich, wenn nicht sogar stündlich, oder? 

und: LOS !!

Mir ist schwindelig vom ganzen LOS- LASS- LOS !
Als würde mich das Leben mit einem LASSO immer wieder einfangen, nur damit ich wieder etwas zum was LOS LASSEN habe.
Hilfe !!
Bekomme ich am Ende meines Lebens einen Preis dafür, was und wen ich wann und wie LOS gelassen habe?

Ist das mein Los? Ein Leben voller Loslassübungen?

Moment mal.
Was, wenn ich gerne etwas behalten möchte?
Etwas Trauer oder Wut vielleicht?

Was, wenn mir einiges gar nicht gehört?
Mein Mann, mein Leben, meine Meinung?

Was, wenn ich gar nicht weiss, an wem oder was ich  bewusst oder unbewusst oder festhalte?
Was, wenn mich jemand oder etwas festhält, von dem ich gar nichts weiß?

Keine Sorge, liebe Seele, wir kriegen die Kurve noch.

Zu Beginn dieses Blogbeitrages habe ich über diese feine Wahrnehmung, die leise Stimme meines Herzens, meine Intuition geschrieben. Ich wage nun den vorsichtigen Versuch, eine andere Perspektive auf das omnipräsente Thema des  LOS LASSENs zu präsentieren.

Vielleicht ist alles viel leichter als bisher gedacht.
Leben darf auch leicht sein, oder?

Hier sind meine sieben Erkenntnisse aus diesem sonnigen Himmelfahrtswochenende an einem Kraftort meiner Wahl:

1. Ich kann nur etwas loslassen, was ich vorher festgehalten habe

2. Ich habe einen freien Willen, das zu behalten, was ich behalten möchte

3. Ich kann nur etwas loslassen, was mir auch gehört

4. Ich kann nur loslassen, wenn ich bewusst das Festhalten spüre

5. Es gibt Dinge im Leben, die zu mir gehören möchten, die umarmt und integriert werden können, damit der Umgang mit mir und anderen gnädiger wird

6. Manchmal hält  etwas oder jemand anderes an mir und meiner Seele so fest, dass im Moment noch kein Loslassen meinerseits möglich ist

7. Loslassen braucht Zeit und Heilung ist ein Prozess

Das Einzige, was wir als lebendige Wesen auf diesem unglaublich schönen Planeten, wirklich alle und ohne jede Ausnahme  LOSLASSEN müssen, ist —— unser Leben ——
dann, wenn die Stunde dazu gekommen ist. PUNKT!
Und selbst das ist in den allermeisten Fällen nicht bewusst steuerbar.

Nicht mal das finale LOSLASSEN liegt in meiner Hand.
Beängstigend und beruhigend zugleich.

Es könnte sein, dass wir mit jedem erfolgreichen LOSLASSEN hier für dieses Finale üben.

Ich bin zutiefst überzeugt worden, dass ich zuerst einen Zugang zu meiner Anspannung finden darf, um die Entspannung zu fühlen. Ziehe nur kurz Deine Stirn kraus, und entspanne sie wieder. Du wirst staunen, wie angespannt DU durch den Tag läufst. Oder ziehe Deine Schultern mal an Deine wunderschönen Ohren und lass sie wieder fallen. Keine Entspannung ohne Anspannung.
Wenn ich gar nicht bemerke, wie traurig ich bin, warum soll ich mich dann freuen?
Wenn der emotionale Zugang zu mir als Person oder meine Fähigkeit, mich selber zu reflektieren begrenzt ist, kann ich schwer feststellen ob ich gerade im Festehalte- oder Loslassmodus bin.
Wenn ich nie die Freiheit meines Geistes erlebt habe, gibt es keinen Grund für mich, etwas zu verändern.

Auf jeden Fall ist ein gnädiger Umgang mit mir und anderen von Vorteil, wenn es noch nicht geschafft wurde, alles loszulassen. Im Bewusstsein, dass wir Menschen sind, die menschlich agieren und reagieren, könnte es uns in der nächsten festgefahrenen Lebenssituation helfen, eben nicht zu sagen: „ABER, ABER- jetzt lass einfach mal los“, sondern milde auf den Weg zu schauen und zwar ganzen Weg.
Ich möchte vorschlagen, statt dessen zu sagen: 

„ABER, ABER- jetzt schau doch mal, wie weit DU schon gekommen bist, trotz allem, was festgefahren und angespannt war.
DU schaffst diese Etappe auch.
DU siehst gut aus,
weiter so !!“

Das wäre ein wunderbarer Umgang miteinander, oder?

Jede Seele, die in der Liebe heranreift, lässt los. Sie macht es, wenn sie dazu bereit ist. Das ist ihr Wesen. So wurde sie erschaffen. Mit jeder Bewältigung scheinbar auswegloser Situationen in Deinem Leben oder dem gelungenen  Zusammenleben mit Menschen, die Dich zur Weißglut bringen, durchgestandene Erkrankungen, durchtrauerte Verluste oder der Chance bedingungslose Liebe zu schenken, wo sie nicht im Ansatz verdient ist, da hat die Seele große Chancen zur echten Liebe heran zu wachsen und zu reifen.
In jeder Krise steckt diese Chance.
Und dann, eines Morgens wachst DU auf und etwas ist anders. DU kannst wieder atmen, auf Deinen Lippen ist sogar ein kleines Lächeln, die Sonne scheint, die Welt ist schön.

Vielleicht hast DU auch das eine oder andere losgelassen, aber nicht weil DU es wolltest oder solltest oder musstest. Sondern, weil DU es einfach hinter Dir gelassen hast, die Zeit reif war, Deine Prioritäten eine Neusortierung erfahren haben, DU schlichtweg einzelne Menschen, Orte oder Dinge nicht mehr zum Überleben benötigst.

DU bist erleichtert und froh, am Leben zu sein.
Es ist nur eine Idee, eine leise Ahnung. Aus langjähriger Erfahrung mit diesen feinen Tönen der Liebe kann ich jedoch getrost sagen:
es könnte etwas Wahres und Echtes dran sein.

In diesem nachdenklichen Sinne
wünsche ich uns ein entkrampftes und entspanntes
menschliches Miteinander im tiefen Wissen verbunden,
dass wir alle am Tag unserer Zeugung dazu bestimmt wurden.
Zum ? ___________

Genau so.
Deine Gerda

Wenn DU Erfahrungen, Fragen oder Ideen zu diesem Thema hast, bin ich mehr als interessiert.

Teile sie gerne mit mir. 

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