ABER, ABER: Du darfst Dich doch nicht mit mir vergleichen!

Hallo Du liebe Seele,
Du darfst oder kannst Dich doch gar nicht mit mir vergleichen!
Wie oft hast Du diesen oder ähnliche Sätze schon gehört oder in ratgebenden Medien gelesen?

Heute soll es um das ständige Vergleichen mit Anderen gehen.
Mein Anliegen ist es, Dich auf eine ungewohnt entspannte und angenehm versöhnliche Art im Umgang mit diesem schier nie enden wollenden Angebot an unsere Seele zu erfreuen.
Vorweg schon mal:
Du kannst Dich WIRKLICH nicht mit mir vergleichen.
Ist unmöglich.

Um diesem brisanten und viel Kraft kostendem Thema auf den Grund zu gehen, lade ich Dich von Herzen zu einem Tauchgang ein.
Ein Abenteuer im Strom des Lebens.
Mit dem Kopf unterhalb der Wasseroberfläche.
Hinab in die Tiefen.

Was Tauchen mit Hochsensibilität zu tun hat und warum ich Gleichnisse viel mehr schätze als Vergleiche

Der Vergleich

Bei einem Vergleich werden zwei oder mehrere Sachverhalte, Gegenstände oder menschliche Eigenschaften gegenübergestellt.
Oft finden sich die Worte als oder wie.

Das  Gleichnis

Bei einem Gleichnis werden Sachverhalte durch eine bildhafte Sprache veranschaulicht, die den Leser zum Nachdenken ermutigen sollten, das Gelesene auf andere, eigene Lebensbereiche zu übertragen.

Tauchen

Bei einem Tauchgang befindet sich im Normalfall der Kopf oder sogar der ganze Körper des Tauchenden unterhalb der Wasseroberfläche. Manchmal auch in größere Tiefen.

Soweit zur Begrifflichkeit.

Der Strom des Lebens

Es war an einem dieser besonderen Morgenden zwischen Schlafen und Wachen, einer dieser Tage mit einer weiteren Einladung an mich, einen neuen Blickwinkel zu bekommen:

Ich gehe an einem Flusslauf spazieren, die Luft ist  klar, der Himmel in zartem morgengraurosa getaucht. Es würde ein weiterer, wunderbarer Sommertag werden. Sonnenaufgänge an sich sind ja schon ein Wunder. Doch dieser Morgen ist einer dieser Speziellen, die mit einem Doppelpunkt, einem Achtung!
In den letzen Wochen hatte ich mich mal wieder ordentlich im Vergleichen geübt, mittlerweile schon in der Meisterklasse angekommen, verglich mich unter anderem mit anderen Müttern, die anscheinend viel mehr schafften, mit anderen Frauen, die viel schlanker waren, mit anderen 50 Jährigen, die viel fitter waren, mit Nachbarinnen, deren Fenster viel sauberer waren, mit Patienten, die viel kranker waren, etc.
Netter als ich, geduldiger wie ich, schlauer als ich, bewusster als ich, disziplinierter wie ich, mutiger wie ich, kreativer, ordentlicher, erfolgreicher, sportlicher, eben alles was man so mit wie und als in einem Satz fühlen kann.
So bin ich, ich vergleiche mich ständig, auch mit Dir.
Was unterscheidet uns, was kannst Du besser, was machst Du anders oder wie gelingt Dir Dein Leben scheinbar so mühelos und voller Elan?

Hast Du auch schon den einen oder anderen Vergleichsaward in Deiner Glasvitrine stehen?
„and the Oscar for the world most comparing girl goes to — Gerdi “*
Oh je. Ein Bambi für Mitgefühl wäre mir sehr viel lieber. Allein wegen der Trophäe. (Nein, es folgt keine Bambi-Geschichte) 

Und Dir?

Eintauchen

Gedankenversunken schlendere ich also zu Beginn diesen neuen Tages am Flussufer entlang und denke über meinen Vergleichswahn nach. Wieso falle ich nur immer wieder darauf rein? Das gibt es doch gar nicht. Das muss doch mal aufhören … Denk denk denk …
# Als hochsensibler Mensch tauche ich ständig in irgendwelche Themen ein und nicht selten verfussel ich mich dabei kolossal und gründlich. #
Warum kann ich nicht einfach ich sein und die Kuh die Kuh?
Aber im Vergleich zu den echten Wissenschaftlern denke ich ja gar nicht so viel. Warum glüht mir dann der Schädel wohl so oft?
Mit den großen Denkern kann und darf ich mich auch gar nicht –

Als ob der Fluß meine tiefsten Hirnwindungen verstand, hörte ich in meinem Herzen, (Gott sei Dank war ich im Hören auf mein Herz auch mittlerweile geübt) folgende Worte:

Gerda, Du möchtest immer alles genau wissen, das ist gut.
Es ist völlig normal, dass Du Dich mit anderen vergleichst.
Bis heute. Heute ist Dein Tag!
Ich nehme Dich mit auf den Grund des Lebensstroms,
dort wirst Du alles erkennen und verstehen.
Du wirst den Kern und die Essenz des Lebens
erfassen und endlich durchatmen.“


In diesen Sphären zwischen Wachen und Schlafen kann alles passieren, auch, das Flüsse sprechen und unter Wasser atmen möglich zu sein scheint. Eine andere Welt.
Also tauche ich ein:
Tief Luftholen und Kopfüber hinein in den Strom des Lebens.
Was würde mich erwarten?
Ich bin drin, die Temperatur ist angenehm, das Abwärtskommen gestaltet sich jedoch etwas mühsam.
An der Oberfläche viele Wasserpflanzen, Morast und Schlingalgen.
Ich verstehe, dass an der Oberfläche die verschiedensten Kategorien lauern. Die Schicht ist dicht. Man kommt kaum durch.

Vergleichsphase I:

Durch Persönlichkeitstypen, Geschlechterrollen, Nationalitäten, Generationen, Erbgut, Umweltbedingungen, Alter, Vermögen und verschiedene Lebensentwürfe, Aussehen, Modeverständis und Musikgeschmack läuft der erste Abgleich mit meinen Attributen aus diesen Vergleichsfeldern. Auch ich werde beäugt und beobachtet.
Menschen, auf die ich hier treffe sind ständig dabei, andere mit sich und ihrem aktuellen Lebensmodell zu vergleichen.
Das Tauchen hier ist beschwerlich und die Sicht ist sehr beschränkt, außerdem bleibt man dauernd in den Schlingalgen hängen. Schwierig, sich hier zu entfalten oder in den Schwebezustand unter Wasser zu kommen, den ich so liebe.
Keine Frage, ich muss weiter abtauchen. Tiefer.
Meine Luft reicht noch.

Abtauchen

Durch den ganzen Morast und dem Gestrüpp der ersten Schicht gelange ich nun in eine Ebene mit einer unglaublichen Vielfalt an Flussbewohnern. Flusskrebse, Stöhre, Zander, Barsche, Aale und viele mir unbekannte Arten schwimmen mit und einige sogar gegen den Strom. Einige in Schwärmen, andere als Einzelschwimmer.
Die Ebenen der Einteilungen nach Arten.
Kein Vergleich zu gerade.
# Als feinsinniges Wesen tauche ich immer wieder in andere Welten ab, meine Phantasie ist unendlich und ich habe überhaupt kein Problem damit stundenlang über ein Wort nachzudenken oder in ein Thema abzutauchen, bis ich fast an die  Raum/Zeit-Grenze stoße.
Ich liebe es Abzutauchen, auch in inspirierende andere Welten. #

Vergleichsphase II

Gut oder böse, laut oder leise, klein oder groß, dick oder dünn, intro oder extro, fröhlich oder traurig, lustig oder grimmig, Gefühl oder Verstand, Land oder Stadt, barfuß oder Lackschuh, Torte oder Körnerbrot … So viele Fischarten- so viele Menscharten.
Was bin ich denn für ein Fisch?
Und Du?

Mittaucher in dieser Ebene schauen erstmal vordergründlich auf die unterschiedlichen Arten und sind permanent mit dem Abgleich der Unterschiede und der Einordnung der anderen Fische beschäftigt.
„Ich bin aber netter als der dicke Barsch da und viel eleganter als die zickige Zanderdame. Und der alberne Flusskrebs, ich bin viel lustiger als er. Nur der Zitteraal, der zittert ja satt mehr als ich, wenn ich unterzuckert bin. Und diese Heringeschwärme alle im gleichen Look. Das ist ja gar nicht meins, obwohl Schuluniformen sollen ja Vergleichen entgegenwirken.“ Denk, Denk …  ich bin so anders als die hier alle.
Und auf welche Köder die reinfallen? Werbung, Werbung, Werbung.

Mir wird schwindelig, Luft in den Lungen habe ich noch, meine Augen sind nur total überfordert, so bunt, so vielseitig, so unterschiedlich sind hier die Fische. Auch hier keine Entfaltungsmöglichkeiten. Zuviel los. Ich muss weiter von der Oberfläche weg.
Einzige Chance:
Tiefer tauchen. Da muss doch noch mehr sein.

Tieftauchen

Das Wasser klärt sich etwas, die Lebewesen hier werden immer kleiner, filigraner. Ich kann besser sehen und fühlen, was hier vorrangig zu finden ist. Kleinste Wasser-Lebewesen wimmeln und schwimmen hier umher.

Vergleichsphase III

Bewussseinsstufen, Erleuchtungsgrade oder Meistertitel, Zertifikate, Sternzeichen, Blutgruppen, Religionen in allen Abstufungen, Farben, Zahlen, Edelsteine, Intelligenz oder Allergien oder Lebensbäume oder noch feinere Filter. Das Erstaunliche hier in dieser Ebene ist, je komplexer die Unterscheidungsmerkmale sind, desto größer erscheinen einem die Unterschiede zu werden.
# Hochsensitive Menschen neigen, wie ich auch, nicht selten dazu sehr schnell die Lust an Smalltalk oder (für sie) oberflächlichen Gesprächen zu verlieren. Ich möchte in die Tiefe gehen, Deine Seele sehen. Ausserdem bin ich sehr detailbegeistert, feinste Nuancen, kleinste Veränderungen werden von meinem Körpersystem viel viel früher als bei anderen registriert. Ich tauche tief in Themen und Beziehungen ein, was nicht immer zu meinem Vorteil ist, doch zu mir gehört. #

Diese Wasserebene ist kein Vergleich zu den Fischen über mir.
Die Wesen, die bis hierher getaucht sind, haben einen feinen Filter in ihrem Vergleichssystem, den sie automatisch auf jeden und alles legen, dem sie begegnen. Sie halten sich im Allgemeinen für viel weiter, schlauer, hübscher und erleuchteter als die anderen und legen sich schnell und gerne fest, wenn es um die Einteilung von menschlichen Herzen geht. Sie checken sofort die Lage ab und die Menschen, die ihnen über den Weg laufen oder schwimmen haben meistens wenig Chancen, sich zu zeigen, wie sie sein könnten und was hinter ihren Masken und Mauern für unglaublich wertvolle und kostbare Seelen versteckt sind.
Das ist betrüblich, trotz der viel klareren Sicht hier unten.
Es sind komplizierte feinsinnige Wesen, auf die man hier trifft, und obwohl es jetzt richtig interessant zu werden scheint –
geht mir langsam, aber sehr sicher die Luft aus. Wie tief bin ich gesunken und wie lange halte ich noch durch?
Ich bin verwirrt und langsam bemerke ich auch die Strömung hier unten, die nicht zu verachten ist. Je mehr ich die Menschen um mich herum in irgendwelche kleinste Schachteln packe, desto mehr komme ich von meinem eigenen Weg ab und lasse mich mit dem Strom in eine Richtung treiben, in die ich vielleicht gar nicht möchte.
Wie weit hat mich dieser Vergleichstauchgang vom Kurs abgebracht?
Kennst Du das auch?

Wenn ich das bemerke, hilft nur eins:
Untertauchen und wieder klar werden, aber wie soll das hier gehen?Und was hat das hier mit dem Fluß des Lebens zu tun? Ohne ein Wunder wird das hier der Strom des sicheren Erstickungsstodes für mich. Ertrunken im Fluss des Lebens? Hallo, was für eine Ironie des Schicksals. Da lacht sogar der Flusskrebs.

Tiefer, es geht tiefer.
und die Luft wird weniger, weniger.

Untertauchen

Kaum zu fassen, ich finde mich tatsächlich in einer kleinen  Unterwasserhöhle wieder. Das ist mehr als Glück. Ich bin quasi unter den Fluss abgetaucht. Was für eine Stille. Was für ein Abenteuer.
Und wahrscheinlich komplett vom Weg ab, denn was sich mir hier vor meinen Augen entfaltet ist ein Traum von Licht und den unglaublichsten Farben – eine Tropfsteinhöhle unten am Grunde des  Strom des Lebens?
Ja.
Es herrscht eine majestätische Atmosphäre hier unten.
Ich lebe noch, das ist gut. Und ich bin scheinbar unversehrt, das ist noch besser.
# Menschen mit einer hohen Wahrnehmungsdichte sind schneller überreizt und überfordert von den vielen Eindrücken, die auf sie ungefiltert nach Wichtigkeit auf sie einprasseln. Untertauchen, sich an einen Ort der Ruhe, ohne Außenreize zu begeben ist für uns überlebenswichtig. #

Vergleichsphase IV

Ich denke über die letzten Minuten, länger kann dieser Tauchgang in meiner Wahrnehmung ja gar nicht gedauert haben, nach.
Wieviel Zeit und Energie habe ich verschwendet, gegen meine Vergleichssucht anzukämpfen, anstatt dazu zu stehen, dass ich mich mit anderen vergleiche, auch um mich von ihnen zu unterscheiden und abgrenzen zu können. Zu lernen von ihnen, von Dir?
Dankbar für alle Unterschiede zu sein und in die Freiheit zu kommen, die zu sein, die ich bin. Ich bin im Werden. In Veränderung, im Wandel.
Das ist mein Wesen.
Immer, wenn ich mir die Zeit zum Untertauchen nehme oder durch äußere Umstände dahingehend eingeladen werde, fallen diese filigranen und kleinkarierten Kategorien komplett in sich zusammen.
Dieser Ort ist nun mit Abstand überhaupt kein Vergleich mehr zu den anderen Phasen.

 

Aber was hat es jetzt auf sich mit dem Strom des Lebens und mit der Essenz, dem Ursprung. Was ist es, was uns alle vereint, was ist die Reduktion, die kleinste Einheit, der Göttliche Funke?
Was soll mir dieses Gleichnis sagen für mein Leben?

Fragen über Fragen..
Ich werde nicht eher auch nur ans Auftauchen denken, bis ich zumindest die Idee einer Antwort bekommen habe.
Was haben wir alle gemeinsam? Wo hört diese ewige Vergleicherei auf? Und wie komme ich wieder hoch? Durch das ganze Chaos ?
Was benötige ich um zügig wieder nach oben zu kommen? Gerate ich hier an diesem zauberhaften, doch sehr einsamen und unbekannten Ort jetzt doch noch in Panik, fange ich jetzt an zu hecheln, nach Luft zu schnappen? Bleibe ich für immer hier unten? Ich kann nicht mehr denken, was in diesem Fall ein Geschenk für mich ist.
Ganz ruhig, Gerda, erstmal …

Um wieder aufzutauchen brauche ich?
Richtig. Luft zum Atmen.
Das ist es.
ATMEN
Ganz einfach, ob Menschen, Tiere, Pflanzen oder alles dazwischen, drüber und drunter..
Alles atmet.

Wir sind atmende Wesen. Das ist der Kern, die Essenz!
Alles andere ist obendrauf und drumherum.
Atmen heißt Leben.
Unser Leben auf der Erde beginnt mit dem ersten Atemzug und endet mit dem letzten.
Dann kehren wir alle zurück zu Sternenstaub, im wahrsten Sinne des Wortes.
Das ist alles? So einfach? Kann nicht sein, oder?
Vielleicht ist alles viel leichter, als wir hochkomplexdenkende Wesen es annehmen. Was dann? Was, wenn es leicht ist und einfach zu verstehen? Das wäre im Vergleich zu meinem bisherigen Leben mal ja was ganz Neues.
Es darf auch einfach sein.

Mensch sein

Als Mensch hier auf der Erde zu sein, ist an sich schon ein Wunder, wie die Sonne, die jeden Test der Zeit gelassen hell und heiß zu überstehen vermag. Auch wir Menschen halten was aus.
Zwischen 210 m Tiefe und 4500 m Höhe ist alles zu überleben,
ebenso 35% Blutverlust können wir verkraften.
Folgende Faktenlage, dass wir sogar einige Wochen ohne Nahrung, mehrere Tage ohne Schlaf, viele Stunden ohne Wasser überleben können im Notfall, aber im VERGLEICH dazu ohne Atemluft nicht mehr als drei Minütchen  ohne irreversible Folgen durchhalten, lässt mich zu der glorreichen und gleichsam logischen Erkenntnis kommen, dass ATMEN die Essenz des Lebens sein könnte.
Ganz einfach, oder?
Brilliant!

Auftauchen

Ich nehme also einen tiefen Atemzug und tauche, langsam aber gemütlich wieder auf. Merkwürdig, ich gleite durch dieselben Schichten die gleichen Ebenen und trotzdem nehme ich mein Auftauchen als eine komplett andere Erfahrung, mit völlig neuen Emotionen und Gefühlen wahr. Ich habe meine Einstellung geändert bekommen.
Nicht, dass es mir nicht mehr auffallen würde, wie unterschiedlich alle Wesen hier sind. Es sind die gleichen komplexen, chaotischen, komplizierten, verletzten, witzigen, traurigen, schlauen, dicken, liebevollen und jetzt kommt es:
atmenden Wesen.
Alles atmet, sogar unter Wasser. Und über Wasser noch viel mehr.
Mein Blick hat sich gewandelt. Ich möchte es dem ganzen Universum kundtun, dass ich in der Tiefe unterhalb der Oberfläche des Stromes zu einer Erkenntnis gelangt bin, die mein Leben grundsätzlich unvergleichlich beruhigt und tiefgehend verändert hat:

„Hallo,
ich bin eine von euch.
Ein bisschen gleich
und ein bisschen verschieden.“

Ich tauche auf mit einem leichten und frohem  Herzen.
Der Morgen entfaltet seine Herrlichkeit vor meinen Augen, die sich noch an das Leuchten gewöhnen dürfen. Meine Füße spüren den taubedeckten Boden am Flussufer. Ich bin tatsächlich ein gutes Stück flussaufwärts wieder an Land gekrabbelt und nun stehe ich hier:
beide Beine fest am Boden, beide Arme gen Himmel gestreckt und es geht gar nicht anders. Der Strom möchte eine Antwort von mir.
Mehr als bereit, sie zu geben und voller Demut richte sich meine Seele auf. Um dieser Situation im Geringsten einigermaßen gerecht zu werden, hebe ich mein Haupt und schaue in die aufgehende Sonne.
Dankbar für diese einmalige Lektion fülle ich meine Lungen mit der kühlen frischen Morgenluft und fange an …  –  zu singen.
Tränen rollen mir über die Wangen, was für ein Tag, was für ein Geschenk am Leben zu sein und aufatmen zu dürfen.

Welches Lied, welcher Song würde Dir jetzt spontan über die Lippen kommen?

 

Geerdet
Dann wache ich auf, tatsächlich scheint die Sonne in mein Schlafzimmerfenster. Ich bin hellwach und wie immer zutiefst dankbar für diese Erlebnisse zwischen den Welten. Ich werde mir heute etwas Zeit nehmen, um über diese Lektion nachzudenken und mich mit diesen Fluss oder Strom des Lebens beschäftigen. In mir summt eine Melodie, ein Klang, mein Klang?

Du liebe Seele,
das ist lange her,
mittlerweile konnte ich einiges zusammentragen,
was den Fluss des Lebens betrifft .
Was das Vergleichen  an geht. Ich tue es, es gehört zu mir, wahrscheinlich bis zum letzten Atemzug.
Ich bin jedoch wesentlich gnädiger geworden mit Dir und manchmal sogar mit mir.
Das ist sehr schön für mich und nebenbei für alle, die mir über den Weg schwimmen im Strom des Lebens.

Danke, dass Du mich begleitet hast auf diesem Tauchgang. Anfangs erwähnte ich, dass ich Gleichnisse liebe. Nun, das stimmt. Sie helfen mir jedes Mal, mein kleines wuseliges klein geschriebenes und komplexes Innenleben auf eine erfrischend andere neue Weise zu betrachten.
In den allermeisten Fällen geschieht etwas in meinem Herzen und ich ahne eine Kraft die mit jedem Atemzug unvergleichliche Liebe in meine kleine Welt bringt. Unvergleichlich und ohne Bedingungen.

In Liebe und Dankbarkeit.
Du bist ein Wunder
unvergleichlich 
Punkt.

Deine Gerda

 

PS1:
Weitere Atemzüge werden seit jenem Morgen vermehrt für das Auferbauen und Loben von Menschen, für das Besingen von Gottes Wundern und für die Durchblutungsförderung meines gesamten Körpers mit wachsendem Erfolg eingesetzt.
Ebenso für Seifenblasen, Luftballons, Luftschlagen, Trillerpfeifen und im Notfall auch für ein Planschbecken, aber nur im äußersten Notfall.

PS2:
Wie geht es Dir nach der Lektüre dieses Gleichnisses? Konntest Du Dich an der einen oder anderen Stelle mit mir vergleichen?
Tauchst Du gerade ab, ein, durch, tief oder auf?

(*und der Oscar für die Weltmeisterin im Vergleichen geht an – Gerdi*)

4 Antworten auf „ABER, ABER: Du darfst Dich doch nicht mit mir vergleichen!“

  1. Liebe Gerda.
    WOW…. was für *atemberaubende* Worte aus den Tiefen Deiner Seele zu uns sprechen. Eine zauberhafte Beschreibung der hochsensiblen Empfindung im Gewusel der Menschen. Dazu noch die ultraschönen Bilder….meine Seele ist sehr gerührt weil sie so berührt wurde. DANKE für Dein Sein!

    1. Liebe Simone, von Herzen Danke für deine Zeilen. Deine Seele hat einen einzigartigen Klang, den nur Dein Herz zum Schwingen bringen kann, und es schon tut. Ich bin so stolz auf Dich ❣️

  2. Herzlichen Glückwunsch zum Oskar liebe Gerda! Den hast du dir redlich verdient! Eine wundervolle Geschichte, die ich gern gelesen habe. Ich persönlich habe VERGLEICHEN oft mit Stabhochsprung vor Augen gehabt. Und so oft nicht geschafft, darüber zu springen wie die anderen. Bis ich dann (nach Jahren) den inneren Sportplatz verlassen habe.

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